Doris Leuthard: «Wir müssen zu unseren Landesflughäfen Sorge tragen» (NZZ)
Als 1910 in Dübendorf erste militärische Flugschauen durchgeführt wurden, ahnte kaum jemand, welch grosse Bedeutung die Aviatik für die breite Bevölkerung erlangen sollte.
Als 1910 in Dübendorf erste militärische Flugschauen durchgeführt wurden, ahnte kaum jemand, welch grosse Bedeutung die Aviatik für die breite Bevölkerung erlangen sollte.
In den 1920ern wurden in Europa die ersten Verkehrsampeln eingeführt. Ohne Ampeln rammen sich Autos öfters, oder sie überrollen die Fussgänger. Deshalb Ampeln. Deshalb das Verbot, bei Rot zu fahren, zu laufen, zu überqueren. Der Preis, den wir ohne dieses Verbot zu zahlen hätten, wäre zu hoch.
Knapp hundert Jahre später wird ein neues Verkehrsverbot nötig. Das Verbot, privat zu fliegen. Weiterfliegen wie bisher kommt uns schlicht zu teuer zu stehen.
Das Urteil überraschte. Gestern Mittwoch verurteilte das Zürcher Obergericht den Fluglotsen, der vor fast acht Jahren beinahe eine Kollision zweier Swiss-Flugzeuge auf dem Flughafen Zürich verursachte, zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 210 Franken.
Nun solidarisieren sich die Piloten mit dem Fluglotsen und kritisieren das Urteil scharf.
Die regionalen Fluglärmgegner schöpfen im Kampf gegen die geplanten Änderungen im Betriebsreglement des Flughafens Zürich sowie gegen den Konzeptteil des Sachplan Infrastruktur (SIL) wieder neue Hoffnungen. Grund dafür ist die Verteilung der sieben Departemente des neu zusammengesetzten Bundesrates.
Wer 9000 Kilometer mit dem Flugzeug zurücklegt, stösst ungefähr 1,8 Tonnen CO2 aus. 9000 Kilometer – so viel fliegen Herr und Frau Schweizer im Durchschnitt pro Jahr. Tendenz steigend. Der Flughafen Zürich vermeldet jeden Sommer neue Rekordzahlen. Leidtragende ist die Umwelt: Der Flugverkehr ist global für fünf Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. In der Schweiz sind es satte 18 Prozent.
Auch im vergangenen Jahr sind mehr Menschen rund um den Flughafen Zürich von Fluglärm gestört worden. Hauptgründe dafür sind leicht mehr Flüge sowie das Bevölkerungswachstum.
Der Zürcher Fluglärm-Index (ZFI) war 2007 eingeführt worden: Damit wird die Zahl der von Fluglärm geplagten Menschen rund um den Flughafen Zürich gemessen.
Wer die Vielfliegerei kritisierte, wurde bis vor Kurzem noch als Ökofundi, grüne Socke oder Moralapostel abgestempelt. In den Ferien am Vierwaldstättersee wandern statt nach Mauritius düsen? Ach, wie asketisch.
Das Fluglärmforum Süd ist das Gremium, in dem sich die Städte und Gemeinden im Süden des Flughafens Zürich organisieren, um ihre Interessen zu vertreten. Die Plattform wehrt sich gegen An- und Abflüge über dem dicht besiedelten Süden des Flughafens.
Die Schweiz ist ein Land, dessen Bewohnerinnen und Bewohner häufig fliegen, doppelt so oft wie die Nachbarländer.