Im Fluglärmstreit um Zürich-Kloten gerät jetzt die Schweiz unter Druck (SK)
von Nils Köhler
Seit 20 Jahren trübt der sogenannte Fluglärmstreit um Starts und Landungen am Flughafen Zürich das Verhältnis zwischen Deutschland und der Schweiz.
von Nils Köhler
Seit 20 Jahren trübt der sogenannte Fluglärmstreit um Starts und Landungen am Flughafen Zürich das Verhältnis zwischen Deutschland und der Schweiz.
MICHAEL VON LEDEBUR
Entsteht in Dübendorf ein zweiter Zürcher Airport? Dieses Bild vermitteln die Gegner der Geschäftsfliegerei auf dem ehemaligen Militärflugplatz. Die Deutung ist insofern fragwürdig, als Dübendorf der Geburtsort der Schweizer Luftfahrt ist und bis zum Bau des Flughafens Kloten 1948 der Zürcher Flughafen war. Und bis ins Jahr 2005 donnerten Militärjets über die Piste.Die kantonsrätliche Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt (Kevu) hat die geplante Richtplanrevision für den Flughafen Zürich vorberaten und empfiehlt dem Plenum in ihrer Mehrheit die Annahme. Es war mehr Pflichterfüllung als Vergnügen.
Die am Mittwoch veröffentlichte Untersuchung betrifft das Luftverkehrsmanagement. Im Bereich Sicherheit Infrastruktur gehören dazu die beiden Landesflughäfen, acht Regionalflugplätze und die Flugsicherungsorganisationen Skyguide, Meteo Schweiz und Engadin Airport.
Die Geschäftsfliegerei ist umstritten: Während sich die einen echauffieren über Superreiche, die mit der Privatmaschine um die Welt jetten, sehen andere darin nach wie vor ein ertragreiches Geschäftsmodell. Auch der Flughafen Zürich möchte einen Teil seiner Einnahmen weiterhin mit den Business-Jets generieren.
Verjährt: Mit dieser Begründung wies das Bundesgericht eine Beschwerde mit Entschädigungsforderungen aus Oberglatt ab. Zwölf Parteien hatten diese angemeldet – wegen übermässigen Fluglärms. Adressaten der Beschwerde waren der Kanton Zürich als vormaliger Halter des Flughafens, sowie die Flughafen Zürich AG, welche die Konzession für den Betrieb im Jahr 2001 erhielt.
Nun befand das Bundesgericht, die Grundeigentümer seien im Sommer 2000 mit ihrer Beschwerde zu spät gekommen.
Die Flughafen Zürich AG hat Anfang Woche über die Verkehrszahlen für das Jahr 2019 informiert. Einmal mehr gab es Rekorde zu vermelden: 31,5 Millionen Passagiere flogen über den Flughafen Zürich, so viele wie noch nie.
In den letzten Jahren sind die Passagierezahlen am Flughafen Zürich (ZRH) durch die Decke gegangen. So flogen 2018 erstmals mehr als 31 Millionen Fluggäste über Zürich-Kloten. Die Zahl der ab der Schweiz abfliegenden Passagiere stieg vergangenes Jahr um 5,6% auf 22 Millionen an.
Seit April 2019 ist jedoch eine Trendwende sichtbar. Mit Ausnahme von Juni sind die Zahlen der Lokalpassagiere rückläufig.
Die Luftfahrtindustrie steht unter Kritik, insbesondere die Billigfliegerei: Sie soll schuld sein daran, dass Menschen sinnlos in Europa herumfliegen. Und sie trage durch den CO2-Ausstoss einen beträchtlichen Teil zum Klimaproblem bei. Die Reaktion der Politik ist eine Flugticketabgabe. Dagegen wehrt sich etwa die Swiss.