Gemeindebehörden im Osten wollen Fluglärm-«Fairteilung» (NZZ)

Publiziert von VFSNinfo am Sa., 27.11.2004 - 13:27
Südanflüge für Hollenstein unvermeidlich

ark. Die Region Ost, ein im Sommer gegründeter Zusammenschluss von Gemeindebehörden im Osten des Flughafens, fordert eine faire Verteilung des Fluglärms, eine Plafonierung bei 320 000 Flugbewegungen jährlich und eine Nachtruhe von 8 Stunden.

Diese Eckwerte präsentierte die Vereinigung am Freitag an einer Medienkonferenz in Kloten. Ihre Anliegen wollen die Ostgemeinden mit einer Plakataktion bekannt machen. Optischer Aufhänger der Affiche ist eine Torte, welche die Verteilung symbolisieren soll, darüber prangt der Schriftzug «Lärmfairteilung». Auf der Torte ist das neue Logo der Region Ost angebracht. Es zeigt ein Flugzeug in einem runden Kreis - eine leicht abgewandelte Version des in den 1970er Jahren populären Peace-Zeichens. Das Friedens- Symbol ist bewusst gewählt: Die Region Ost strebt «eine faire Lösung mit allen Beteiligten» an. «Wir wollen Brücken bauen», sagte Präsident Hans Hollenstein.

Die präsentierten Rezepte, die gemäss Region Ost zum Brückenschlag führen sollen, sind allerdings altbekannt. Gefordert werden eine Anknüpfung an die historisch gewachsene Nordausrichtung, eine Forcierung des gekröpften Nordanflugs und im Gegenzug ein Verzicht auf die «Relief»- Pläne des Regierungsrats. Umgehend sollten ausserdem die Rechte zum Überflug von Süddeutschland neu ausgehandelt werden - notfalls sei auch der Rechtsweg zu beschreiten, sagten die Verantwortlichen der Region Ost. Offenbar ist hier vergessen gegangen, dass dieser Weg längst und bisher ohne Ertrag in Angriff genommen wurde. Im Weiteren fordert die Region Ost eine bessere Vertretung des Bezirks Bülach und der Stadt Kloten in der Konsultativen Konferenz des Regierungsrats.

Man sei sich bewusst, so Hollenstein, dass auch mit dem gekröpften Nordanflug ein Teil der Flugbewegungen verteilt werden müsse. Man dürfe aber nicht von einer Verteilung mit der Giesskanne reden. Vizepräsident Franz Brunner sagte, man strebe ein System mit festen Ruhezeiten für jede Region an. Auf Nachfrage bestätigte Hollenstein, dass bei der Verteilung auch der Süden einen Teil werde übernehmen müssen, allerdings deutlich weniger als bisher. Hollensteins Meinung interessiert deshalb besonders, weil der Winterthurer CVP-Stadtrat für den Regierungsrat kandidiert und von den Südanflug-Gegnern wegen seines Einsatzes für eine Verteilung des Fluglärms bereits als unwählbar taxiert wurde. - Zur Region Ost gehören Behörden von 70 Gemeinden aus den Kantonen Zürich, Thurgau und St. Gallen.

NZZ, 27.11.2009