Standpunkte der Grünen

Publiziert von VFSNinfo am Di., 24.03.2015 - 15:53

Frage 1:
VFSN: Sind die Grünen der Überzeugung, dass die Südanflüge in absehbarer Zeit vollständig eliminiert werden müssen?
Grüne: Die Grünen haben sich nie explizit zu einzelnen An- und Abflugrouten geäussert, mit einer Ausnahme: Die Grünen sind explizit gegen den straight als Abflugverfahren. Die Grünen stehen hinter dem ZFI als aussagekräftigem Indikator, insbesondere über die Lärmbelästigung in der Nacht. Wir haben immer das Ziel verfolgt, dass der Fluglärm insgesamt zu reduzieren ist, also auch für den Süden.

Wenn ja: Was haben die Grünen schon unternommen und was werden sie in Zukunft unternehmen um dieses Ziel zu erreichen?
Grüne: Weder Parteien noch der Kantonsrat haben Einfluss auf das Betriebsreglement. Die Grünen setzen sich ganz grundsätzlich ein gegen einen Ausbau des Flughafens und für eine längere Nachtflugsperre (respektive Durchsetzung der Nachtflugsperre).

Wenn nein: Was haben die Grünen schon unternommen oder was werden sie in Zukunft unternehmen damit der Süden weiterhin überflogen wird oder noch mehr Fluglärm bekommt?
Grüne: Es ist nicht das Ziel der Grünen, dass eine einzelne Region speziell bevorzugt werden soll. Wir setzen uns dafür ein, dass alle Regionen von Fluglärm entlastet werden. Eine Entlastung einer Region zu Lasten einer anderen Region ist St. Florianspolitik, die wir ablehnen. Hingegen unterstützen wir den Regierungsrat in der Stossrichtung, dass der Süden nicht durch Abfluglärm stärker belastet wird.

Frage 2:
VFSN: Südstarts straigt 16 werden vor allem vom deutschen Lufthansakonzern gefordert und ausgerechnet unter dem Vorwand „Sicherheit“ (die Bevölkerung am Boden wurden in den Berechnungen bewusst weggelassen) schmackhaft gemacht. Der Südstart straigt 16 würde am meisten Menschen mit dem grösstmöglichen Fluglärm belasten. Das Bundesgericht hat entschieden, dass der Süden jetzt schon zu viel Fluglärm hat. Werden sich die Grünen für oder gegen den Südstart straigt 16 direkt über die Stadt Zürich einsetzen?
Grüne: Wie oben erwähnt lehnen wir den Südstart straight ab.

Frage 3:
VFSN: Die Gesetze schreiben vor, dass unerwünschte Emissionen, wo nicht vermeidbar, so konzentriert werden müssen, dass möglichst wenig Menschen geschädigt werden. Das Volk hat sich durch das JA zum ZFI für die Fluglärmkonzentration ausgesprochen und der mutwilligen Fluglärmverteilung bei der Abstimmung über die Fairfluginitiative eine Abfuhr von historischen Ausmass verpasst. Sind die Grünen für gleichmässige Verteilung von Fluglärm oder für einen Flugbetrieb, der möglichst wenig Menschen belastet, JA oder Nein?
Grüne: Wie oben erwähnt haben die Grünen den ZFI als aussagekräftigen Indikator von der ersten Stunde an unterstützt. Die Grünen haben die Fairfluginitiative abgelehnt. Wir sind für eine weitgehende Kanalisierung des Fluglärms. Ja, wir sind für ein Betriebsreglement, welches möglichst wenige Menschen belastet. Nein, wir sind gegen eine gleichmässige Verteilung des Fluglärms. Wie der VFSN aber bestens weiss, gibt es eine DVO und Wetterbedingungen, welche weder die Grünen noch der VFSN beeinflussen können.

Frage 4:
VFSN: Obwohl eine gemeinsame Studie von D und CH nachgewiesen hat, dass im Süddeutschen Raum kein übermässiger Fluglärm vorhanden ist und der vielzitierte Schwarzwaldtourismus nicht ansatzweise betroffen ist, behaupten Deutsche Politiker weiterhin das Gegenteil. Sind die Grünen bereit, sich aktiv dafür einzusetzen, dass diese Verdrehung der Tatsachen richtig gestellt wird?
Grüne: Mit dem Staatsvertrag haben sich die Bedingungen für den Einflug nach Deutschland geändert. Die Einflughöhe würde gesenkt und damit der Fluglärm im Norden des Kantons massiv erhöht. Der Norden des Kantons Zürich ist kein Niemandsland, ist heute schon durch Anflug und Abflug in hohem Mass belastet. Im Norden träumt man nur von einer Lärmbelastung, wie sie der Süden jetzt kennt. Zusätzlich würde das Rafzerfeld und das Weinland massiv mehr belastet. Da wir eine St. Florianspolitik bei der Lärmverteilung ablehnen und auch den Norden des Kanton Zürich nicht noch zusätzlich belasten wollen, sehen wir keinen Grund darin, uns über den Tourismus im Schwarzwald zu äussern. Unser Einsatz gilt der gesamten Bevölkerung im Kanton Zürich und nicht nur einer einzigen Region. Der Tourismus im Schwarzwald interessiert uns in diesem Zusammenhang nicht.

Frage 5:
VFSN: Falls eine Pistenverlängerung im Osten ein Flugregime ermöglicht, das weniger Menschen mit Fluglärm belastet, würden die Grünen die Pistenertüchtigung befürworten?
Grüne: Nein
Wir halten es für höchst unwahrscheinlich, dass eine Pistenverlängerung zu einem Betriebsreglement führen würde, welches den ZFI senken würde oder die Südanflüge eliminieren würde. Das Gegenteil wird der Fall sein, indem bei jeder Wetterlage die Kapazität des Flughafens erhöht wird und deshalb auch der Süden mehr Lärm erhalten würde als bisher. Wenn aus der Entwicklung des Flughafens Zürich etwas zu lernen ist, dann die Tatsache, dass das BAZL und die Flughafen Zürich AG jegliche Kapazitätserweiterung genau so ausnützen wird, wie es ihnen gerade passt. Dass mit einer Pistenverlängerung die Südanflüge eliminiert würden, ist illusorisch und lässt sich mit der Geschichte des Flughafens Zürich in keiner Weise belegen.

Frage 6:
VFSN: Ein zivilaviatische Nutzung es Flughafens Dübendorf ermöglicht es dem Flughafen Zürich zusätzliche 30’000 Bewegungen mit Grossraumflugzeugen was deutlich mehr Lärm für alle Himmelsrichtungen zur Folge hat. Befürworten die Grünen das?
Grüne: Die Grünen lehnen eine zivilaviatische Nutzung des Flugplatzes Dübendorf (nicht Flughafen Dübendorf) mit Flächenflugzeugen ab. Die Frage ist aber etwas seltsam gestellt. Der Flughafen Zürich hat heute eine Bewegungszahl von 260 – 270\'000 (mal etwas weniger, mal etwas mehr). Je nach Quelle ist theoretisch ohne eine Änderung am Pistensystem auf dem Flughafen Zürich eine Bewegungszahl von rund 320\'000 Bewegungen möglich. Da die Luftwaffe weiterhin auf dem Flugplatz Dübendorf präsent bleibt und zusammen mit der REGA und der KAPO etwas mehr als 10\'000 Bewegungen für sich beansprucht, könnte also nur rund die Hälfte der heutigen Kleinaviatik und Business/General Aviation auf dem Flughafen Zürich auf den Flugplatz Dübendorf verschoben werden.

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