An- und Abflug ohne Resultat (Leserbriefe ZSZ)

Publiziert von VFSNinfo am
Frau Merkel hat sich hervorragend für Deutschland eingesetzt. Sie sichert die Gewinne für die deutsche Swiss, die Air Berlin, genauso wie die Ruhe für Ihr Land.
Was hat unsere jämmerliche Regierung erreicht? Die 40 Tönner aus Deutschland dürfen für die Landerechte der deutschen Swiss die Schweiz durchqueren. Die Deutschen dürfen unbeschränkt in der Schweiz arbeiten und bald auch Ihre Autobahnen durch die Schweiz führen. Dazu schenkte Bern die erweiterte Anflugroute über den Bodensee und eine S-Bahn soll folgen. Die Warteschleifen der deutschen Flugzeuge mit allen Schadstoffen hat man angstvoll in die Schweiz verlegt. Den gekröpften Nordanflug (nur über Schweizer Gebiet) lässt man ängstlich in der Schublade.
Somit haben nun 700 Deutsche 2% vom Lärm und 200\'000 Schweizer die restlichen 98% Schaden. Echte Glanzleistungen einer von allen guten Geistern verlassenen Regierung. Zahlen wir Steuern für Deutschlandvertreter und Drückeberger in Bern? Ich bin kein Feind der Deutschen, wäre die Schweiz jedoch in der EU, so wäre die DVO undenkbar. Dies ist übrigens eine Aussage des deutschen Swiss CEOs Dr. Christoph Franz. Wo bleibt da die faire Waage zwischen den Ländern? Wann kommt der gekröpfte Nordanflug, der Continous Descent Approach bzw. wird die DVO endlich annulliert? Wie viele Jahre dauert es noch bis die Einsprachen gegen die illegalen Südanflüge gerichtlich behandelt werden? 5 Jahre sind einer Demokratie nicht angemessen. Glauben Sie noch an den demokratischen, das Volk achtenden Staat oder doch eher an den Weihnachtsmann?
 Werner Fuchs, Wädenswil


Es ist kaum zu glauben! Vier Bundesräte und eine Bundeskanzlerin aus Germany Frau Angela Merkel brauchen ganz 2 Std. um auf die Idee zu kommen, dass man ja mal den Fluglärm messen könnte?  Es ist nicht zu fassen! Seit Jahren demonstrieren die betroffene Bevölkerung im Süden und Osten des Kantons Zürichs gegen diese einseitig deutsche Verordnung und unsere sogenannten Staatsvertreter und die hohe Persönlichkeit aus Germany wissen nichts besseres als die Idee einer Fluglärmmessung? Das was die Betroffenen in der Südschneise und auch in der Ostschneise schon längst immer predigen, fällt diesen Damen und Herren nach bald 5 Jahren Südanflug endlich ein?  Da kommt die Frage auf, was und wer uns regiert? Das wir vom deutschen Machtgehabe die Nase voll haben, brauche ich an dieser Stelle nicht zu erwähnen!  Wir Betroffen erfahren einmal mehr, dass alles von Anfang an ein abgekartetes Spiel war. Alle Flugschneisen auf für die Deutsche Swisshansa!  Und Bundesbern kann es nur Recht sein. Wer es jetzt noch nicht begriffen hat, dass wir über den Tisch gezogen werden, dem ist nicht mehr zu helfen. Dübendorf, Gockhausen, Stettbach  inkl. viele andere Gemeinden im Süden werden für ein ungebremstes Wachstum des Flughafens geopfert. Eine Gebiet dass weder für Südanflüge noch Südstarts geradeaus geplant war. Aus dem einfachen Grund: Es ist eines der dichtestbesiedelten Gebiete der Schweiz, alles klar?
Anita Valentino-Mettler, Dübendorf

Körpersprache


Eine Aufnahme auf der ersten Seite, bemerkenswert. Gratuliere; Momentane Bundesräte treffen die deutsche Kanzlerin. Man erwartete eigentlich zwei lächelnde Damen in der Mitte, flankiert von freundlich blickenden Herren. Blick in Richtung Fotograf. Eine einzige Persönlichkeit tat es - die deutsche Bundeskanzlerin. Sie war bescheiden-elegant gekleidet. Die rechte Hand, parallel zur Körperlinie, ist leicht zur Faust geschlossen, die linke freundlich geöffnet. Das Übrige gleicht einer Theaterszene. Man kann einer Staatsperson einzig mit einer Staatsperson begegnen. Die deutsche Kanzlerin hatte ein leichtes Spiel mit unserer Crew. Dies waren meine ersten spontanen Eindrücke im Blick auf dieses Gruppenbild. Was sagt hier die Körpersprache? Zu viel.
Ernst Schmid, Richterswil

ZSZ, 14.05.2008


Die Paketlösung ist also vom Tisch. Das ist vielleicht auch besser so. Warum sollte die Schweiz Deutschland etwas geben, damit die zu mehr als zwei Dritteln deutschen Firmen gehörende Flugzeuge 98 Prozent des Fluglärms auf Schweizer Gebiet verursachen? Fragt sich aber, was jetzt ohne Paketlösung mit den 40-Tönnern am Gotthard passiert. Diese wurden seinerzeit zugelassen, damit die Swissair Landerecht in den EU-Ländern bekommt. Diese Rechte benötigt die Schweiz nun nicht mehr, die 40-Tönner am Gotthard aber erst recht nicht. So wie deutsche Flugzeuge jeden Morgen einen langen Umweg für den Südanflug inszenieren müssen, sollen die deutschen 40-Tönner zukünftig den langen Umweg über EU-Land Österreich unternehmen.
Ueli Fischer, Zumikon


Polit-Groteske des Jahres
Es ist grotesk, was Süddeutschland für ein Theater wegen des Fluglärms aufführt. Da betreiben deutsche Fluggesellschaften einen deutschen Hub auf Schweizer Boden, und die Deutschen haben die Frechheit, von Lärmexport zu reden. Der «Gipfel» vom Mittwoch mit Bundeskanzlerin Merkel stipuliert als einziges Resultat die Notwendigkeit, den Fluglärm zu messen, und zwar beidseits der Grenze: Offensichtlich ist der Lärm in Süddeutschland dermassen gering, dass bis jetzt noch nie jemand auf die Idee gekommen ist, diesen zu messen! Also müsste die «Unschuldsvermutung» gelten: Die DVO wird per sofort aufgehoben. Verhandelt wird erst wieder, wenn Deutschland Beweise hat, dass in Deutschland Fluglärm anfällt, der Massnahmen rechtfertigen würde. Denn das ist jetzt schon klar: Würde der Lärm durch einen deutschen Flughafen verursacht, gäbe es keinen Handlungsbedarf. Und eigentlich ist Zürich ja ein deutscher Flughafen! Unsere Schweizer Politiker machten am Mittwoch eine denkbar schlechte Figur.
Christian Merk, Männedorf


Mutig jetzt den «Gekröpften» fliegen
Seit Jahren verhindert die Baden-Württembergische Regierung eine Lärmmessanlage in Hohentengen einzurichten Warum wohl? Weil dann nämlich die ganze Wahrheit zu Tage käme. Anfliegende Flugzeuge in einer Höhe von 800 m über Grund verursachen nämlich einen Lärm von ca. 50dB, hingegen solche die 350m und noch tiefer (Schwamendingen 250m) verursachen einen Lärm von bis zu 90 dB. Es ist wirklich zu hoffen, dass die Bundeskanzlerin Angela Merkel genügend Autorität besitzt, endlich Licht in diese Angelegenheit zu bringen!
Des Weiteren ist es absolut störend, dass die deutsche Fluggesellschaft Swiss und der deutsche Billigflieger Air Berlin in aller Ruhe einen Hub in Zürich einrichten können. Der Gewinn beider Airlines fliesst zu 100 % nach Deutschland, der Lärm bleibt zu 98 % in der Schweiz.  Unsere Politiker, namentlich Verkehrsminister Moritz Leuenberger, hätten es durchaus in der Hand aktiv und mit Vehemenz gegen diesen unglaublichen Missstand anzugehen!  Was unternimmt «man» in dieser Sache? Nach jahrelang erprobtem Muster fügt man sich dem deutschen Diktat, notabene auf Kosten der Schweizer Bevölkerung!  Der gekröpfte Nordanflug könnte schon morgen eingeführt werden und somit endlich geltende eidgenössische Gesetze wieder hergestellt werden, hätte man nur die dringend nötige Entschlossenheit und den Mut dazu.
Ursula Hofstetter, Forch

05.05.2008, ZSZ



Francesco Benini vermisst die alten Zeiten im Fluglärmstreit: Grosskundgebungen und Stammtischgespräche. Was er aber leider nicht erwähnt, ist die Tatsache, dass die Medien als vierte Staatsmacht zu einem grossen Teil dieses Schweigens beigetragen haben und dies immer noch tun. Ganz besonders die der Flughafenlobby nahe stehenden Zeitungen NZZ und «NZZ am Sonntag». Wozu sich äussern? Der Flughafenbetrieb funktioniert ja bestens. Was Herr Benini aber anscheinend nicht weiss, es wird ja auch nicht marktschreierisch an die Grosse Glocke gehängt: Im Hinter- und Untergrund brodelt der Widerstand, der Krug steht kurz vor dem Brunnen. Wir alle sind es satt weiterhin von handlungsunfähigen Politkern über den Tisch gezogen zu werden.
Ursula Hofstetter, Forch

04.05.2008, NZZ am Sonntag