Anflüge vor 7 Uhr verbieten (Leserbriefe TA/ZOL)

Publiziert von VFSNinfo am
Wenn es der Schweizer Regierung mit der Abschaffung der DVO wirklich ernst wäre, gäbe es ein sehr wirksames Mittel: Anflüge auf Zürich vor 7 Uhr verbieten. Warum?   Es sind praktisch ausschliesslich deutsche Flugzeuge, die in der ersten Morgenstunde in Kloten landen. Der Schaden würde vor allem in Deutschland (die Lufthansa) treffen. Deutschland hätte für diese «Schweizer Verordnung» sicher volles Verständnis: Wenn man 750 Schwarzwäldern den Lärm von deutschen Flugzeugen nicht zumuten kann, kann man diesen auch 200\'000 Schweizern nicht zumuten. Vor allem den 6\'000 in der Südschneise lebenden Deutschen nicht.
Peter Dünner, Dübendorf

ZOL, 06.05.2008


Lärmwerte publizieren! Schon in der Vorbereitung zum Schweizer Staatsbesuch dürfte Angela Merkel kaum entgangen sein, dass Zürcher PolitikerInnen sowie Verbände der Ost- und Südanflugschneisen von den Süddeutschen Jahr und Tag gefordert haben, auch ihre Lärmwertmessungen offen zu legen. Die Deutschen haben sie uns stets verweigert. Weshalb wohl? Jetzt soll nochmals gemessen werden, wo doch Tausende Lärmdaten hüben und drüben darauf warten, endlich publiziert zu werden. Wie kommt es, dass weder Bundesrat noch Medien verlangen, dass diese Daten noch gleichentags ausgewertet werden? PRIMUS SCHÄPPI, PFAFFHAUSEN

Gekröpften Nordanflug einführen. Vier Bundesräte und eine Bundeskanzlerin brauchten zwei Stunden, um auf die geniale Idee zu kommen, doch endlich mal den Kern des Übels, den Fluglärm, zu messen. Das fordert die Schweiz seit Jahren, nur Bundesrat Leuenberger hat das bei den Verhandlungen für den Staatsvertrag leider «vergessen». Wir hoffen, dass dieses Fluglärmmessen nicht nur eine weitere Möglichkeit des Zeitschindens ist, denn die Resultate sind ja mehr als vorhersehbar. Um die Sache etwas zu beschleunigen, würde es helfen, den gekröpften Nordanflug (GNA) sofort einzuführen. Dann könnte der Lärm, der angeblich auf deutschem Gebiet verursacht wird, auch gleich gemessen werden. Falls es so feine Messgeräte gibt.
KLAUS NÄGELI, EBMATINGEN

Gegenmassnahmen ergreifen. Kurz und bündig hat Frau Merkel die Paketvorschläge unserer seit Jahren ziellos herumeiernden Magistraten als nicht zielführend erklärt. Warum sollten wir auch deutsche Autobahnen durch unsere immer kleiner werdenden Freiflächen führen? Es ist nun an der Zeit, dass unsere Regierung das Heft in die Hand nimmt und konkrete Massnahmen ergreift.
Zum Bespiel: Alle Flugdestinationen in Deutschland werden aus der Schweiz nur noch ab Basel oder Genf bedient. Begründen lässt sich dies mit den Engpässen und der Fluglärmbelastung im Grossraum Zürich. Zudem lässt sich ab und nach Zürich oftmals gegenüber den Bahnverbindungen kaum Zeit einsparen. Da die Swiss jetzt eine deutsche Gesellschaft ist, müssen wir auch keinen «Heimatschutz » betreiben. Ich bin sicher, dass solche Beschlüsse die Gesprächsdynamik zu diesem Thema entscheidend beeinflussen werden. Von unseren Magistraten brauchts halt etwas Rückgrat und Mut zur vorübergehenden Unbeliebtheit.
ROBERT FRICK, WALLISELLEN


Wenig Lärm auf deutscher Seite. Wie zu erwarten war, haben die Gespräche keine Annäherungen in der Fluglärmthematik gebracht. Es ist sogar das Worstcase eingetroffen; man fängt wieder bei null an und wird Jahre brauchen, bis vielleicht eine Lösung gefunden wird.
Mein Vorschlag an die Zürcher Regierung: Sie sollte den gekröpften Nordanflug sofort einführen, damit es für den Süden zu den ersehnten und versprochenen Entlastungen kommt. Diese zusätzlichen Flugbewegungen können dann auch in die Lärmmessungen einbezogen werden.
Der Fluglärm auf der deutschen Seite liegt unter 60 Dezibel. Die Flugbewegungen des GNA wird in Deutschland kaum zu höheren Messwerten führen.
DANIEL MEIER, WALLISELLEN

Tages-Anzeiger, 03.05.2008, Seite 25


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