Ärger über Südanflüge mobilisiert Tausende (NZZ)

Publiziert von VFSNinfo am Sa., 31.01.2004 - 20:33
Demo-01-2004.jpgKundgebung am Flughafen

Lautstark, aber friedlich haben gegen 10\'000 Personen am Samstag am Flughafen Zürich-Kloten gegen die Südanflüge protestiert. An der Kundgebung nahmen zahlreiche Vertreter von Gemeinde- und Stadtbehörden teil, darunter auch Zürichs Stadtpräsident Elmar Ledergerber. Der Flugverkehr wurde nicht behindert.

(ap) Nach Angaben der Polizei verschafften 7000, gemäss Veranstaltern gar über 10\'000 Menschen ihrem Ärger über die von Deutschland erzwungenen Südanflüge Luft. Hochschulprofessoren waren genauso dabei wie «normale Arbeiter», wie der Zürcher CVP-Kantonsrat Richard Hirt, der Präsident des Fluglärmforums Süd, sagte. Er zeigte sich beeindruckt von der friedlichen Stimmung.

Die Menschen zogen mit Transparenten und Tausenden von gelben Ballonen vom Bahnhof Balsberg zum Flughafen. Unter gellenden Pfiffen liessen sie dort, in Absprache mit den Flughafen-Verantwortlichen, die Ballone fliegen.

Der Zürcher Stadtpräsident Elmar Ledergerber sagte im Schweizer Fernsehen DRS, er sei überzeugt, dass das Signal gesehen und gehört werde. Der Aufmarsch sei das Ventil berechtigter Wut.

Ohne Behinderungen

Der Flugverkehr wurde durch die Demonstration nicht behindert, wie ein Flughafensprecher auf Anfrage mitteilte. Einzig bei der Anreise hätten einige Passagiere leichte Umwege in Kauf nehmen müssen. Fluggäste mit Abflug zwischen 13.00 und 15.00 Uhr waren bereits im Vorfeld gebeten worden, frühzeitig zum Flughafen zu fahren.

Zur Kundgebung aufgerufen hatte der Verbund Flugschneise Süd - Nein, dem zahlreiche Organisationen von Fluglärmgegnern angehören. Grund für die Demonstration war neben dem allgemeinen Unmut über die Südanflüge die geplante Installation eines neuen Landesystems, das Südanflüge auch bei schlechter Witterung ermöglichen soll. Südanflüge finden seit vergangenem 30. Oktober werktags zwischen 06.00 und 07.00 Uhr, an Wochenenden und deutschen Feiertagen von 06.00 bis 09.00 Uhr statt.

NZZ, 31.01.2004