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«Ein Riesenmumpitz, den Frau Fuhrer da von sich gibt» (Leserbriefe TA)
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Wir geben zu, dass uns die Südanflüge ganz gewaltige Bauchschmerzen bereiten. Die Behauptung von Regierungsrätin Fuhrer, dass ein JA zu Initiative ein Bauchentscheid sei, ist hingegen eine Unterstellung. Der Tenor diverser Leserbriefe, die am 06.06.06 im Tagi erschienen sind: Ein Riesenmumpitz, den Frau Fuhrer da von sich gibt!

Leserbriefe zum Interview mit Regierungsrätin Rita Fuhrer im Tages-Anzeiger vom 03.06.06: «Nicht mit dem Bauch abstimmen». Wir veröffentlichen auch Leserbriefe die uns als Kopie zugestellt wurden, vom Tages-Anzeiger aber nicht publiziert wurden.

 

Frau Fuhrer irrt.
Es ist kein Bauchentscheid, wenn schon ein Ohrenentscheid. Wir wurden jahrelang mit Versprechen abgespeist, bisher ist nichts, aber auch gar nichts geschehen. Der Gegenvorschlag des Regierungsrats ist eine weitere Wundertüte. Schon der heutige LEQ ist als Lärmmass unbrauchbar, das Lärmmass des Gegenvorschlags, die Anzahl stark gestörter Personen, ist noch viel diffuser. Eins ist klar: Der Gegenvorschlag wird nie, auch wenn die Belastung ins Unermessliche steigt, zu einer Einschränkung des Flughafens führen, sondern immer zu Lasten der Bevölkerung gehen. Nach diesen vielen, uneingelösten Versprechen brauchen wir etwas Handfestes, Überprüfbares: eine Plafonierung der Bewegungen! 
ANITA VALENTINO-METTLER, DÜBENDORF

 

Frau Fuhrer hat recht.
Die Plafonierung allein löst das Fluglärmverteilproblem noch nicht, es verhindert aber den Super-Hub, der den ganzen Kanton Zürich (und grosse Teile der angrenzenden Kantone) mit einem Lärmteppich belegt. Zudem dürfte die Verhandlungsbereitschaft Deutschlands steigen, wenn klar ersichtlich ist, wie gross der Flughafen Zürich maximal sein wird.
WALTRAUD BORSODI, EGG

 

Vertrauen in Gutachten verloren. (Originalversion)
Wir werden bestimmt nicht mit dem Bauch sondern mit Verstand abstimmen und wir glauben auch den nächsten 10 Gefälligkeitsgutachten - die Unique selber in Auftrag gibt - nicht. Wenn die Studien stimmen würden, gingen wir durch die Abnahme von 325'622 im Jahr 2000  auf heute 267 363 Bewegungen (davon 229'989 Linien- und Charterverkehr sowie 37'383 wirtschaftlich unbedeutende Bewegungen der Privatfliegerei) alle schon längst am Bettelstab. Das Gegenteil ist der Fall: Die Flugbewegungen haben auch im ersten Quartal 2006 stark abgenommen, das Wirtschaftswachstum war im gleichen Zeitraum hoch wie seit langen nicht mehr. Wir haben die Reduktion vom 58'000 Bewegungen schadlos überstanden, die Wirtschaft wächst trotzdem,  wir werden auch eine weitere Reduktion um 17'000 Bewegungen schadlos überstehen. Man darf der Initiative zur Plafonierung getrost zustimmen.
MARTIN PFISTER, MÄNNEDORF

 

Deutsches Gericht empfiehlt der Schweiz den GNA.
Einmal mehr wird behauptet, der GNA sei vom Goodwill Deutschlands abhängig. Das stimmt nicht, Deutschland empfiehlt den GNA sogar.
Im Beschluss des Verwaltungsgerichtshofes Baden Württemberg vom 24.10.2002, in dem begründet wird, warum man die DVO für rechtens halte, steht auf Seite 21/22 wörtlich:
Davon abgesehen hat die Antragstellerin im Parallelverfahren -8S 2210/02 - in ihrer Klage- und Antragsschrift Alternativen genannt, die sie - ohne gravierende Einbussen eigener Positionen - für geeignet hält, die mit dem Verordnungsregelungen angestrebten Umweltschutz- und Lärmminderungsziele zu erreichen. Denn sie hat ausgeführt, dass es drei Anflugverfahren -  den "Side-Step-Approach", das "continuous-descent-Verfahren" und/oder den "gekröpften Anflug" - gebe, die diese Voraussetzungen erfüllen.
Ein deutsches Gericht empfiehlt den GNA - was wollen wir denn noch mehr?
KARSTEN ROHWEDER; EGG

 

Rita FuhrAir
Andreas Schmid, VR-Präsident von Unique und das Komitee Weltoffenes Zürich haben es geschafft. Ihre Flughafenangestellte Rita Fuhrer vertritt die Interessen der verblendeten Avitatik-Lobby in ihrem Nebenjob als Regierungsrätin in der Öffentlichkeit und der Presse zu hundert Prozent. Als Marionette führt sie mittlerweile perfekt das aus, was diese Hub-Phantasten wollen. Nicht mehr als Volksvertreterin im VR von Unique die Interessen der Bevölkerung einbringen, sondern im Regierungsrat, das tun, was ihr vom Flughafenfilz in Auftrag gegeben wurde. Dieses Bild geht auch aus dem Interview im Tagi vom 3.6.2006 glasklar hervor. Anstatt aufzuzeigen, wie sie die Süd- und zusätzlichen Ostanflüge abschaffen will, versteckt sie sich hinter dem unausgegorenen Gegenvorschlag zu Plafonierungsinitiative, welcher die Anzahl der stark gestörten Personen beschränken soll. Die bestehende Raumplanung oder das Umweltgesetz interessiert Frau Fuhrer ganz offensichtlich bereits nicht mehr. Aber gerade in diesem neuen von ihr geplanten Richtwert liegt eine perfide langfristige Strategie, um alle bestehenden Gesetze zu umgehen und auszuhebeln. Personen, welche sich gestört fühlen ziehen nämlich über die nächsten Jahre aus der Südschneise weg oder die heutige Jugend und Kinder werden mit dem Fluglärm gross und werden entsprechend konditioniert. Personen, welche Fluglärm nicht stört, werden einziehen und so wird die Anzahl der gestörten Personen immer weiter sinken. Wunderbar, in ein paar Jahrzehnten, werden wir keine gestörten Personen mehr haben und die An- und Abflüge aus allen Himmelsrichtungen können für Transferpassagiere, welche der Volkswirtschaft nichts bringen, beliebig nach dem Gusto bzw. der Kasse von Unique erhöht werden. Sprich der Gegenvorschlag der Regierung (bzw. eben der Angestellten des  Flughafens, Frau Fuhrer) hat nur eines zum Ziel: Wachstum auf dem Buckel der Bevölkerung. Träumt wohl Frau Fuhrer bereits davon, in Ihrer eigenen Fluggesellschaft (siehe Titel) als Stewardess Herrn Schmid ein Cüpli servieren zu können? Anders sind Frau Fuhrers Aussagen nicht zu verstehen. Leider.
URS R. DUMERMUTH,  MÄNNEDORF

 

Überkapazitäten. (Originalversion)
Da lese ich von Rita Fuhrer: "Mein Ziel – und wohl auch das des Flughafens und von Economiesuisse...".  Eigentlich braucht man den Rest nicht mehr zu lesen. Economiesuisse ist doch der Verein, dessen Mitglieder in den letzten 10 Jahren 30% der Arbeitsplätze abgebaut haben und deren Managerlöhne ins Uferlose steigen.
Die Wirtschaft ist weitergewachsen, obwohl die Zahl der Flugbewegungen abgenommen hat. Statt neuer Arbeitsplätze gibt es (Check-In) Automaten, die Flieger werden grösser und die Rendite für wenige steigt weiter.
Vergessen geht, dass jeder Sitzplatz durch den Steuerzahler subventioniert und 40l Kerosin je Stunde und Person zum grössten Teil für Ferienflüge ins Ausland verbrannt werden. Welche Wirtschaft soll den da zusammenbrechen? Die der Fehlsubventionen? Was hat die Wirtschaft von Transitflügen die Unique speziell steigern möchte?
250'000 Bewegungen sind mehr als genug für eine florierende Wirtschaft. Wurde dies nicht vor wenigen Jahren von Unique und unserer Regierung gesagt? Oder war das auch eine der üblichen Lügen? Wann kommt endlich der gekröpfte Nordanflug und beendet überflüssige Diskussionen? Technisch ist dieser ja, gemäss Regierung, kein Problem. Weshalb will man in einer Industrie mit Überkapazität noch weitere Überkapazitäten schaffen? Um Fehler wie Dock Midfield zu vertuschen?
WERNER FUCHS, WÄDENSWIL

 

Schlechter Stil.
Die Volksinitiative zur Plafonierung der Flugbewegungen wurde in Rekordzeit von 21 500 Personen unterzeichnet. Ihnen allen implizit zu unterstellen, aus dem Bauch zu agieren und mit falschen Informationen zu manipulieren, ist schlechter Stil. Frau Fuhrer mag als Präsidentin des Schiesssportverbands beim Zielen über Kimme und Korn eine ruhige Hand und scharfen Blick beweisen. Der Fokus im Schützenstand erlaubt indes nur eine sehr beschränkte Sicht. Die nun behauptete Weit- und Umsicht in politischen und wirtschaftlichen Sachfragen missachtet den überaus deutlichen Hinweis aus der Bevölkerung und ist ziemlich abgehoben. Er gründet einzig in der Tatsache, von finanzkräftigen Wirtschaftsverbänden totalen Sukkurs zu erhalten. Es ist an der Zeit, dass auch Frau Fuhrer ihre Verantwortung für kommende Generationen wahrnimmt und ihre Position zu den Grenzen des Wachstums und der Internalisierung von externen Effekten deutlich darstellt. Die im Hinterzimmer der Regierungsrätin sitzenden Vertrauensmänner von Unique und Economiesuisse erklären ihr sicher auch gerne das (ökonomische) Gesetz des abnehmenden Grenznutzens.
RETO MÜLLER, ZÜRICH

 

Wirre Logik.
Nun hat Frau Fuhrer den Abstimmungskampf definitiv eröffnet. Sie will uns lärmgeplagten Flughafenanwohnern weismachen, dass eine Plafonierung auf 250 000 Bewegungen und eine neunstündige Nachtruhe keine wesentliche Lärmentlastung ergeben. Was für eine Logik schwirrt nur im Kopf von Frau Fuhrer herum? Ich jedenfalls habe sie nicht verstanden. Meine Logik ist diese: Weniger Bewegungen erzeugen weniger Lärm! Weiter will sie zusammen mit der Wirtschaft dem Stimmvolk weismachen, dass eine Plafonierung dem Standort Schweiz schaden wird. Diese Argumente werden immer wieder gebracht, wenn man in einen Erklärungsnotstand kommt. Im Moment haben wir etwas mehr als 250 000 Bewegungen, und die Wirtschaft läuft hervorragend. Alle Prognosen werden jedenfalls übertroffen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass unsere deutschen Nachbarn das bis jetzt Erreichte wieder abgeben werden. Daran glaubt nicht mal unsere Regierung, sonst würden die involvierten Personen viel optimistischer und entschlossener auftreten. Ob wir im Regierungsrat weiterhin auf nur Ökonomie, Wachstum und Grössenwahn setzen wollen oder ob wir auch die Ökologie mit einbeziehen wollen, haben wir bei der Ersatzwahl in den Regierungsrat selber in der Hand.
DANIEL MEIER, WALLISELLEN

 

Gummimessband.
Frau Fuhrer verlocht einmal mehr Steuergelder. Diesmal, um eine neue Lärmmessformel zu erhalten. Einige Sätze später dann die entlarvende Aussage, die Berechnung des neuen Lärmwertes müsse nicht verstanden werden, sie werde die Berechnung auch nicht verstehen – man müsse einfach daran glauben . . . Ein Riesenmumpitz, den Frau Fuhrer da von sich gibt! Gleichzeitig moniert sie, dass mit 250 000 Flugbewegungen der Lärm nicht reduziert werde. Sicher wird der Lärm damit nicht erhöht! Zudem wird auch mit einer neuen Bemessung der Lärm nicht weniger und bleibt so intransparent wie mit der heutigen Lärmmessung ( LEQ).

Den Betroffenen ist es doch egal, wie der Lärm gemessen wird – es muss einfach weniger sein! Heikle Punkte delegiert Frau Fuhrer umgehend nach Bern. Bei einem Scheitern sind dann alle andern verantwortlich und schuld (hatten wir schon: Staatsvertrag)! Frau Fuhrer schwadroniert auch über den gekröpften Nordanflug, der ohne Zugeständnisse von deutscher Seite eine Illusion ist. Frau Fuhrer will glauben machen, dass ihr neues Gummimessband (Lärmmessformel) der Spatz in der Hand sei – die Initiative die unerreichbare Taube auf dem Dach. Mit der Initiative ist ein ganz sauberes, einfaches Controlling über den Flughafen möglich. Diese Formel kann auch Frau Fuhrer begreifen, denn Flugbewegungen können gezählt und die Nachtruhe kann mit der Uhr gemessen werden. Und so braucht niemand mit dem Bauch abzustimmen – wie es mit Fuhrers Gummimessbandformel wäre!
URS DIETSCHI, WEISSLINGEN

 

Als Mail an RR Fuhrer:
Sehr geehrte Frau Fuhrer
Haben Sie heute den Tages-Anzeiger gelesen? Ein Interview mit Ihnen ist zu lesen. Dabei verbreiten Sie wie immer wieder diverse Lügen. Was ich allerdings viel interessanter fand: Seite 13 im Brennpunkt: Nichtinformation als Kunst.
Ich bin überzeugt, Sie werden der Picasso der Regierung. "Wenn Regierungsräte oder Behörden die Öffentlichkeit über heikle Fälle informieren, ist Vorsicht geboten. Denn: Was sie verschweigen, ist oft wichtiger als das, was sie sagen."
Ich würde den Titel im Tagi ergänzen: "Nichtinformation oder Desinformation als Kunst!"
Ohne Zweifel ist die Flughafenpolitik ein heikler Fall, damit ist auch klar, dass seit Jahren die Politiker das Volk belügen. Als wir 1995 über den Ausbau des Flughafens abstimmen durften, haben absichtliche Fehlinformationen zu einem falschen Abstimmungsresultat geführt. Und Sie machen nun im gleichen Stil weiter. Es ist sehr gut möglich, dass bei der Abstimmung zur "Flughafen-Initiative“ eine Mehrheit wieder auf Ihre Lügen hereinfällt, aber wir werden Sie trotzdem bekämpfen.
 
Der beste Beweis, dass weniger Flugbewegungen nicht zwangsläufig zu weniger Wachstum führt, ist die Tatsache, trotz weiniger Flugbewegungen in den ersten drei Monaten, hatte die Schweiz ein starkes Wachstum von 3,5 Prozent.
Ihre Lügen wieder und wieder zu wiederholen, wird Sie keinen Schritt weiter bringen. Sie sind mitschuldig, dass tausende Menschen täglich belästigt werden. Das werden wir bestimmt nicht vergessen.
 
 
Mit verärgerten Grüssen
Rodolfo Valentino
Dübendorf
Opfer der illegalen Südanflüge
„Flughafen-Initiative“ JA