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Gekröpfter Nordanflug ist möglich (TA)
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Der gekröpfte Nordanflug ist machbar. Zu diesem Ergebnis ist das Bundesamt für Zivilluftfahrt nach ersten Testflügen gekommen. Ein verbindlicher Termin für die Einführung des Anflugverfahrens kann noch nicht genannt werden.Der gekröpfte Nordanflug auf den Flughafen Zürich-Kloten droht zur Zangengeburt zu werden. Das Bazl konnte in Kloten keinen verbindlichen Termin zu dessen Einführung nennen, weil Zusatzabklärungen nötig seien. Das Verfahren sei aber machbar.

Das Anflugverfahren mit Endanflug auf Sicht ist zwar fliegerisch anspruchsvoll, erfordert aber keine zusätzlichen Fähigkeiten der Piloten, wie es an einer Medienkonferenz des Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl) hiess. Dies hätten Probeflüge mit einem Geschäftsreiseflugzeug und im Simulator für ein Grossraumflugzeug gezeigt.

Die fliegerische Machbarkeit hat das BAZL im letzten Sommer geprüft. Durchgeführt wurden zwölf Anflüge mit einem kleineren Geschäftsreiseflugzeug (Dassault Falcon 50) in der Realität und Anflüge mit einem Grossraumflugzeug (Airbus A-340) im Simulator.

Längerer Sichtanflug

Beim gekröpften Nordanflug über den Kanton Aargau am Schweizer Rheinufer entlang muss laut Bazl der Übergang vom Instrumenten- zum Sichtflug neu definiert werden. Gemäss den Probeflügen sei der Wechsel schon vor der Kurve statt direkt danach vorzunehmen. Die von Unique vorgesehene Minimalsicht von acht Kilometern müsse erhöht werden. Die Minimalsicht lasse sich wieder verringern, wenn in der Verlängerung der Pistenachse optische Referenzpunkte wie Leuchtkörper montiert würden. Der Stadlerberg, der unmittelbar vor der Kurve überflogen wird, sei zusätzlich zu befeuern.

Der gekröpfte Anflug hat laut Bazl zwei Besonderheiten, die von internationalen Standards abweichen: Der Kurvenwinkel liegt bei 45 statt höchstens 30 Grad, und die unmittelbare Nähe des Anflugs zur Landesgrenze erfordert die Verengung des nötigen Luftraums auf 1,0 statt 3,5 Meilen (1,8 bis 6,3 Kilometer) im Norden. Dazu sei eine umfassende Sicherheitsanalyse nötig.

Absprache mit Deutschland

Die Routenführung könnte von Deutschland direkt beeinflusst werden, hiess es weiter. Würde in Deutschland an der Grenze neu ein kontrollierter Luftraum eingerichtet, müsste der Flugweg um bis zu 2,5 Meilen nach Süden verschoben werden, wäre aber wegen noch engerer Kurve und verkürzter Distanz zur Landung kaum mehr fliegbar.

Selbst wenn der Anflug keinen deutschen Luftraum beansprucht, sucht der Bund das Gespräch mit Deutschland, wie es weiter hiess. Dieses soll in die Konsultationen über die An- und Abflugverfahren des Zürcher Flughafens integriert werden. Laut Bazl könnten Abklärungen und Anpassungen bis 2007 abgeschlossen sein.

Hoffnung in Südgemeinden

Im Kanton Zürich reagierten die Interessensgruppen im Süden des Flughafens Zürich mit Genugtuung auf den Zwischenbericht des Bazl. Das Bazl bestätige, dass der gekröpfte Nordanflug eine realistische Alternative zu den Süd- und Ostanflügen sei, heisst es in einer Medienmitteilung des Vereins «Flugschneise Süd - Nein». Die Schweiz müsse baldmöglichst Gespräche mit Deutschland führen.

Optimistisch für sein Anliegen zeigt sich in einem Communiqué auch das Fluglärmforum Süd. Dass das Bazl empfehle, den gekröpften Nordanflug als Bestandteil im SIL-Prozess einzubringen, «ist ein Durchbruch in unserem Kampf gegen die widerrechtlichen Südanflüge». Der Flughafen und die Zürcher Regierung hätten es nun in der Hand, die vom Bazl geforderten Abklärungen in höchstem Tempo umzusetzen.

Aargau sieht Position bestätigt

Die Erkenntnisse des Bazl entsprächen den Erwartungen und Vorbehalten des Aargaus, schrieb die Aargauer Kantonsregierung in einer Stellungnahme. Der gekröpfte Nordanflug könne die Anflüge aus andern Richtungen nicht ersetzen. Der Landrat des süddeutschen Waldshut, Bernhard Wütz, bestand auf dem Grenzabstand von etwa 4,5 Kilometern oder 2,5 Meilen. Zur Vermeidung des Überflugs mehrerer Schweizer Atomkraftwerke sowie des Zwischenlagers für radioaktive Abfälle empfahl Wütz ILS-Anflüge von Süden oder Osten. (sbm/rom/ap/sda) (TAExterner Link, 15.12. 05)


Weitere aktuelle Links zum Thema GNA, siehe auch:
Dossier GNA (VFSN)
Gekröpfter Nordanflug auf den Flughafen Zürich: Stand des Bewilligungsverfahrens (BAZL)
Das BAZL bestätigt: Der gekröpfte Nordanflug ist eine realistische Alternative zu Süd- und Ostanflug (Kommentar VFSN)
Ende der Südanflüge in Sicht (Fluglärmforum Süd)
GNA: Mehr Kapazität mit neuer Technik (ZSZ)
Leserbriefe zur BAZL-Mitteilung: Der GNA ist möglich


 
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