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Studie zu den finanziellen Auswirkungen der deutschen Luftraumbeschränkungen (Medienmitteilung)
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Die deutsche Durchführungsverordnung zum Luftverkehr über Süddeutschland (DVO) verursacht für den Flughafen Zürich, die Fluggesellschaften und ihre Passagiere sowie die Flugsicherung Gesamtkosten von über 500 Millionen Franken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der unabhängigen Beratungsfirma New Smith Capital Partners, welche die Frage im Auftrag der Volkswirtschaftsdirektion untersucht hat.

Auslöser der Studie ist ein Gutachten («Fairness opinion»), welches die Investmentbank New Smith Capital Partners im vergangenen März im Auftrag des Bundes zum Zusammenschluss der Swiss mit der Lufthansa erstellt hatte. Darin wird das Übernahmeangebot der Lufthansa als angemessen und fair bezeichnet. Bei ihrer Expertise kamen die Gutachter damals allerdings zum Schluss, dass die Transaktion zum Teil wesentliche Risiken beinhaltet. Insbesondere die deutschen Luftverkehrsbeschränkungen bezüglich des Flughafens Zürich wurden als Risiko bezeichnet.

Um diesen Punkt genauer abzuklären, beauftragte die Volkswirtschaftsdirektion New Smith Capital Partners in der Folge, die finanziellen Auswirkungen der DVO für die Unique Flughafen Zürich AG und die Swiss in einer Studie genauer abzuklären. Damit stellt der Kanton Zürich dem Bund weitere Grundlagen für künftige Verhandlungen mit Deutschland zur Verfügung.

In der nun vorliegenden Analyse beziffert New Smith Capital Partners die durch die DVO entstehenden Gesamtkosten am Flughafen Zürich auf über 500 Millionen Franken. Laut den Autoren handelt es sich dabei um eine sehr konservative Schätzung, welche als «Minimalszenario» zu verstehen sei. Darin enthalten sind einmalige Ausgaben und jährlich wiederkehrende, kapitalisierte Einnahmenausfälle des Flughafens, der Airlines, der Passagiere und der Flugsicherung. Nicht enthalten sind die volkswirtschaftlichen Verluste, welche durch ein allenfalls vermindertes Passagieraufkommen etwa beim Flughafengewerbe entstehen.

Detailliert zeigen die Experten auf, auf welche Weise den Flughafenpartnern aus der DVO finanzielle Nachteile erwachsen. Die Hauptfaktoren sind häufigere Verspätungen, betriebliche Umstellungen, der Verlust von Start- und Landeplätzen (Slots) sowie Kosten durch erhöhte Schadstoffemissionen. Allein die durch die DVO bedingten betrieblichen Umstellungen bei Unique und Skyguide erfordern Investitionen in die Flugsicherungsverfahren, das Pistennavigationssystem und die Rollwege von insgesamt 84 Millionen Franken. Dazu kommen mögliche Entschädigungsforderungen an die Flughafen Zürich AG für Enteignungen und Wertminderungen, welche durch die geänderten An- und Abflugverfahren entstehen. New Smith Capital Partners beziffert diese Entschädigungsansprüche aufgrund der heutigen Rechtslage mit rund 200 Millionen Franken.

Für die Swiss sind vor allem die häufigeren Verspätungen mit finanziellen Nachteilen verbunden. Verspätungen führen einerseits zu erhöhten Treibstoff- und Wartungskosten, anderseits aber auch zu Betriebsunregelmässigkeiten und Anschlussproblemen im Flugplan. Dies wirkt sich wiederum negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit des Homecarriers aus. Die Experten schätzen die dadurch insgesamt entstehenden finanziellen Einbussen für die Swiss auf rund 87 Millionen Franken.

Diese Zahlen zeigen, dass die Einschränkungen der DVO für den Wirtschaftsraum Zürich einschneidende Konsequenzen haben und eine Verbesserung der gegenwärtigen Situation dringend anzustreben ist. Die Volkswirtschaftsdirektion unterstützt deshalb alle Bestrebungen des Bundes, diesbezüglich mit Deutschland ins Gespräch zu kommen.

Mit der Veröffentlichung aller wichtigen Studien, welche in der Flughafenpolitik erarbeitet werden, möchte die Volkswirtschaftsdirektion in der Öffentlichkeit Vertrauen schaffen und eine sachliche Auseinandersetzung in Kenntnis aller relevanten Fakten ermöglichen.

Zur Studie «German Airspace Project»Externer Link

(Medienmitteilung der VolkswirtschaftsdirektionExterner Link vom 7.10.2005)