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«Das Anflugregime macht mir grosse Sorgen» (Swiss)
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Christoph Franz, CEO der SWISS, verlangt eine neue Vereinbarung mit Deutschland

Zürich · Die Swiss ist noch nicht über den Berg. Nahezu jeder zweite Sitz bleibt bei Europaflügen leer. Der Sitzladefaktor lag im November bei 51,0 Prozent, im Vorjahr waren es noch 56,8 Prozent. Zudem sind die Kosten zu hoch. Daher plant die Swiss weitere Sparmassnahmen. Zuerst soll an der Verwaltungsratssitzung vom Montag beschlossen werden, den Gesamtarbeitsvertrag mit dem Kabinenpersonal zu kündigen. Swiss-Pressesprecher Jürg Dinner bestätigt, dass bis Ende Jahr noch eine Entscheidung fällt. Weiter will die Swiss ihre französische Tochtergesellschaft Cross-air-Europe auflösen. Eines der zwei Saab 2000 Flugzeuge ist bereits umgespritzt. Diese können von überzähligen Swiss-Piloten geflogen werden. Total betreibt die Swiss dann neun dieser Kleinstflugzeuge, alle stationiert in Basel. Längerfristig sollen sie in eine eigene Gesellschaft ausgelagert werden. Noch nicht gelöst sind aber die Probleme am Heimflughafen Zürich-Kloten. Das von Deutschland erzwungene Anflugverfahren und die Verspätungen kosten jährlich gut 30 Millionen Franken. (Sonntagszeitung, 12.12.2004)

Auszug:

In Zürich sorgt nicht nur die bauliche Infra struktur für Ärger, sondern auch die Südanflüge und die ewigen Verspätungen. Inwiefern leidet die Swiss unter dem Anflugregime?

Das ist nach wie vor ein Riesenthema. Um ehrlich zu sein, das viel zu komplizierte Anflugregime macht mir grosse Sorgen. Doch obwohl wir ausgerechnet am Wochenende und in den verkehrsstarken Zeiten am Morgen in inakzeptabler Weise eingeschränkt sind, ist es uns gelungen, die Pünktlichkeit deutlich zu verbessern. Aber irgendwann muss man das Anflugregime normalisieren.

In welchem Zeitraum soll das geschehen?

Wir sind in einer schwierigen Lage, denn wir sind nur eine von vielen Fluggesellschaften, die in Zürich ansässig sind. Aber wir sind die Hauptbetroffene von den Einschränkungen durch die deutsche Anflugverordnung wegen der Interkontinentalflüge. Ich unternehme alles, was möglich ist. Aber am Ende des Tages ist eine Verbesserung nur möglich mit einer neuen bilateralen Vereinbarung mit Deutschland.

Der Kanton Zürich schlägt nun vor, mit vermehrten Ostanflügen das Problem zu lösen.

Ich bin zwei Kilometer vom Frankfurter Flughafen gross geworden und kenne die Anflugthematik. Ich habe Schwierigkeiten mir vorzustellen, dass man Lärm völlig neu verteilt. Ich habe Schwierigkeiten mir vorzustellen, dass etablierte Anflugschneisen, unter denen sich die Infrastruktur über die Jahrzehnte entwickelt hat, auf einmal nicht mehr gelten sollen. Das sind ganz gravierende Veränderungen, die politisch kaum vernünftig zu beherrschen sind. Die Situation im Kanton Zürich ist auch entsprechend.


 
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