Startseite   »   Regionale Fluglärmgegner erheben Einsprache gegen Südstarts geradeaus (ZOL) Donnerstag, 13. Dezember 2018 03:07
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Regionale Fluglärmgegner erheben Einsprache gegen Südstarts geradeaus (ZOL)
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Die regionalen Fluglärmgegner lobbyierten in den vergangenen Wochen gegen die geplanten Massnahmen im neuen Betriebsreglement des Flughafens Zürich. Daraus resultierten mehrere tausend Unterschriften und Einsprachen.

von Kevin Weber

Es kommt wenig überraschend: Die Fluglärmgegner aus dem Oberland und dem Glattal verlangen einen Verfahrensstopp bei der Einführung der geplanten Südstarts geradeaus und haben Einsprache erhoben. Vergangene Woche lief die vierwöchige Eingabefrist zu den Änderungen im Betriebsreglement der Flughafen AG ab. Für die regionalen Fluglärmgegner endete somit ein Sommer, in dem sie gleich zweimal ihre Mitglieder mobilisieren mussten.

Einerseits hatte das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) kurz vor der Sommerpause einen neuen Vorschlag zum Konzeptteil des Sachplans Infrastruktur Luftfahrt (SIL) auferlegt und ein sogenanntes Mitwirkungsverfahren gestartet. Andererseits zog Anfang September der Flughafen selbst den Unmut der Anrainergemeinden auf sich (wir berichteten). Grund dafür waren die Änderungen im Betriebsreglement und vor allem das neue Bisenkonzept mit geplanten Südstarts geradeaus, welches für zusätzliche Lärmbelastung im Bezirk Uster sorgen könnte (siehe unten). Beides sind Verfahren, die das Fluglärmforum Süd aus Dübendorf sowie der Verein Flugschneise Süd – Nein mit Sitz in Fällanden vehement bekämpfen.

«Kalkül der Behörden»

Nach der Auflegung des neuen Betriebsreglements Anfang September hatten die Gegner vier Wochen Zeit, um Einsprache zu erheben. Die knappe Frist sorgte dabei für zusätzlichen Unmut. «Milizbehörden und die betroffene Bevölkerung geraten dadurch unter Zugzwang», schreibt etwa das Fluglärmforum Süd. Vizepräsident Roland Humm störte dabei vor allem die Zeitpunkte der beiden Einspracheverfahren: «Das erste war mitten in den Sommerferien und das zweite kurz vor den Herbstferien.» Viele Menschen seien in dieser Zeit im Urlaub. «Ich nenne das Kalkül der zuständigen Behörden», so Humm. Philipp Bircher, Mediensprecher der Flughafen AG, sagt dagegen, dass die Flughafenbetreiberin auf die Frist keinen Einfluss habe. «Es handelt sich dabei um eine gesetzliche Frist gemäss Luftfahrtgesetz.» Auch der Verein Flugschneise Süd – Nein war über die knappe Frist nicht erfreut. Trotzdem zieht Präsident Edi Rosenstein ein positives Fazit: «Wir konnten 6109 Unterschriften sammeln.» Für eine Organisation mit 5000 Mitgliedern sei dies ein beachtliches Ergebnis. Der Verein hatte seine Mitglieder mit Unterschriftenkarten angeschrieben und war an zwei Dorfmärkten mit einem Stand präsent. Das Fluglärmforum Süd ist ebenfalls zufrieden. «Das Angebot wurde breit genutzt, und viele direktbetroffene Gemeinden haben Rekurs eingereicht», so Roland Humm.

«Sicherer Flugbetrieb»

Der Tenor der betroffenen Mitglieder und Anwohner sei zum Grossteil ähnlich gewesen, so Rosenstein: «Auf dem Zürichsee dürfen die Schiffe nicht mehr hornen, aber in unserem Wohngebiet sind täglich mehrere hunderttausend Menschen dem Fluglärm mit über 65 Dezibel ausgesetzt. Das verärgert und frustriert viele Leute.»

Die Flughafen AG bekräftigte dagegen nochmals, dass die beantragten Massnahmen im Betriebsreglement zu einem «stabileren, sichereren und effizienteren Flugbetrieb bei allen Wetterlagen» beitragen sollen. Zudem seien die Südstarts geradeaus ausschliesslich bei Bisenlage vorgesehen, so Bircher. «Jährlich ist mit rund 7500 solchen Starts zu rechnen, und das Bisenkonzept wird voraussichtlich lediglich in rund fünf Prozent der Betriebszeit zur Anwendung kommen.» Roland Humm vom Fluglärmforum Süd kann sich zwar vorstellen, dass das Konzept die Sicherheit in der Luft verbessern könnte, er unterstreicht jedoch: «Die Menschen am Boden sind dadurch jedoch einer zusätzlichen Belastung ausgesetzt ...»

Flughafen AG, sagt dagegen, dass die Flughafenbetreiberin auf die Frist keinen Einfluss habe. «Es handelt sich dabei um eine gesetzliche Frist gemäss Luftfahrtgesetz.» Auch der Verein Flugschneise Süd – Nein war über die knappe Frist nicht erfreut. Trotzdem zieht Präsident Edi Rosenstein ein positives Fazit: «Wir konnten 6109 Unterschriften sammeln.» Für eine Organisation mit 5000 Mitgliedern sei dies ein beachtliches Ergebnis. Der Verein hatte seine Mitglieder mit Unterschriftenkarten angeschrieben und war an zwei Dorfmärkten mit einem Stand präsent. Das Fluglärmforum Süd ist ebenfalls zufrieden. «Das Angebot wurde breit genutzt, und viele direktbetroffene Gemeinden haben Rekurs eingereicht», so Roland Humm.

«Sicherer Flugbetrieb»

Der Tenor der betroffenen Mitglieder und Anwohner sei zum Grossteil ähnlich gewesen, so Rosenstein: «Auf dem Zürichsee dürfen die Schiffe nicht mehr hornen, aber in unserem Wohngebiet sind täglich mehrere hunderttausend Menschen dem Fluglärm mit über 65 Dezibel ausgesetzt. Das verärgert und frustriert viele Leute.»

Die Flughafen AG bekräftigte dagegen nochmals, dass die beantragten Massnahmen im Betriebsreglement zu einem «stabileren, sichereren und effizienteren Flugbetrieb bei allen Wetterlagen» beitragen sollen. Zudem seien die Südstarts geradeaus ausschliesslich bei Bisenlage vorgesehen, so Bircher. «Jährlich ist mit rund 7500 solchen Starts zu rechnen, und das Bisenkonzept wird voraussichtlich lediglich in rund fünf Prozent der Betriebszeit zur Anwendung kommen.» Roland Humm vom Fluglärmforum Süd kann sich zwar vorstellen, dass das Konzept die Sicherheit in der Luft verbessern könnte, er unterstreicht jedoch: «Die Menschen am Boden sind dadurch jedoch einer zusätzlichen Belastung ausgesetzt ...» «Wir hoffen einfach, dass die Rechtsstaatlichkeit nicht durch eine Hintertür umgangen wird», so Roland Humm. Er ist sich aber sicher, dass die Diskussionen um das Thema Südstarts geradeaus nicht abflachen werden. «Die gesetzlichen Mittel sind allmählich aufgebraucht, der Widerstand wächst jedoch.» Er wünscht sich nun eine grössere Verlässlichkeit des Kantons in dieser Sache.

Die Flughafen AG rechnet selbst auch nicht mit einem schnellen Abschluss des Verfahrens, wie Mediensprecher Philipp Bircher auf Anfrage bestätigt. «Der Rechtsweg steht offen. Bis alle Rechtsmittelverfahren durchlaufen sind, können die im Betriebsreglement beantragten Massnahmen wohl erst in fünf bis sieben Jahren umgesetzt werden.»




Bezirk Uster am stärksten betroffen

Die Änderungen im Betriebsreglement der Flughafen Zürich AG haben Auswirkungen auf den Bezirk Uster. Die darin geplanten Südstarts geradeaus sind Teil eines neuen Bisenkonzepts. Dieses soll angewendet werden, wenn östliche Winde, sogenannte Bisen, dazu führen, dass aufgrund des Rückenwinds nicht mehr auf Piste 28 gestartet werden kann.

Viel mehr sollten die Flugzeuge dann ab Piste 16 in Richtung Dübendorf, Fällanden und Maur bis hin zum Pfannenstiel starten. Mehr als die Hälfte der Flugzeuge würde nach der Startphase dann in Richtung Greifensee und Uster abdrehen und weiterfliegen.

Die betroffenen Gemeinden im Bezirk Uster würden dadurch mit einer zusätzlichen Lärmbelastung im Bereich von durchschnittlich 70 Dezibel betroffen sein (wir berichteten). Die Flughafen AG rechnet bis ins Jahr 2030 mit bis zu 7500 Südstarts geradeaus bei Bise pro Jahr.

ZOL, 11.10.2018Externer Link, Seite 9