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Gekröpfter Nordanflug - ein grosser Verlust (Leserbriefe NZZ)
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«Kein grosser Verlust», titelt ark. seine Gedanken zur Ablehnung des gekröpften Nordanflugs (NZZ 4. 7. 08). In der Tat, er hat recht, der Verlust auf eine geringe Hoffnung wiegt nicht viel. Der Verlust von Hunderten, ja Tausenden von ruhigen Samstags- und Sonntagsmorgenstunden ist schon eingetroffen. Auch die späten Abendflüge vermiesen die milden Sommerabende im Freien. Ganz dem von ihm gepriesenen Realitätsdenken verpflichtet scheinen die drei im SIL verbliebenen Varianten jedoch nicht zu sein. Warum weigert sich das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl), den kontinuierlichen Sinkflug, der in andern Ländern angewandt wird, zu prüfen oder gar zuzulassen? Weniger Lärm für die Bevölkerung und weniger Betriebskosten für die Fluggesellschaften, sind das keine Ziele? Oder wird das Bazl nach weiteren fünf Jahren eine nicht überprüfbare Skala von 1.1 Risikopunkten gegenüber dem nicht risikolosen traditionellen Anflugssystem vorlegen? Wir fliegen und gehen dabei Risiken ein. Wir fahren auf den Strassen und gehen dabei Risiken ein. Ein Nullrisiko gibt es nicht. Die Ablehnung des «Nichtpräzisionsverfahrens» zeugt eher von Ängstlichkeit als vom gekonnten Umgang mit Risiken.
Claude Ruedin (Männedorf)


Offensichtlich war der Druck von der deutschen Swiss und Skyguide, aber wohl auch von Deutschland selber zu gross, um den gekröpften Nordanflug zu bewilligen. Am liebsten hätten die Verantwortlichen im Bazl und im Uvek wohl gar nie eine Entscheidung zu diesem Verfahren gefällt, andernfalls hätte diese Überprüfung kaum so viele Jahre in Anspruch genommen. Man darf gespannt sein, wie lange das Bewilligungsverfahren für einen gekröpften Nordanflug mit Instrumentenlandesystem dauern wird. Interessant wäre noch zu wissen, ob der Südanflug, welcher am Anfang auf Sicht geflogen wurde, damals ebenfalls 1,7-mal riskanter war. Noch befremdender ist jedoch die ablehnende Haltung der Verantwortlichen der Schweizer Aviatik gegenüber den grossen Fortschritten in der Navigationstechnologie, welche an anderen Orten schon erfolgreich eingesetzt wird. Damit wurde beispielsweise in Brisbane sowohl die Lärmbelastung wie auch der Kerosinverbrauch deutlich gesenkt. So gesehen ist die Entwicklung in Bezug auf den gekröpften Nordanflug ein grosser Verlust, die Leidtragenden bleiben die Anwohner im dichtbesiedelten Gebiet im Süden.
Andreas Nigg (Uetikon am See)


Die Einführung des gekröpften Nordanflugs drängt sich zwingend und prioritär auf, schon deswegen, weil der Flughafen seit 1949 grundsätzlich gegen Norden ausgerichtet ist. Selbstverständlich würde das neue Verfahren die deutsche Bevölkerung am Rheinufer lärmmässig tangieren. Doch dies ist rechtlich nicht relevant, wie das deutsche Verfassungsgericht in Karlsruhe entschieden hat: Die Schweiz habe sich bezüglich Nordanflüge über deutsches Hoheitsgebiet nicht in innerdeutsche Angelegenheiten zu mischen. Will also umgekehrt heissen: Deutschland auch nicht in innerschweizerische. Doch nun wissen wir, dass diese Lösung angeblich aus Sicherheitsgründen noch lange nicht eingeführt wird. Bis zum Vorliegen einer satellitengestützten Lösung - falls es überhaupt je dazu käme - liegen zum Nachteil der grossen Mehrheit der Bevölkerung vollendete Tatsachen vor, welche sich aus ökonomischen Gründen nicht mehr umstossen lassen werden. Der gekröpfte Nordanflug ist aber eine Trumpfkarte, die zum Wohle dieser Bevölkerungsmehrheit rasch ausgespielt werden muss. Und er ist der einzige gangbare Weg, um Deutschland zu einem Überdenken seiner einseitigen Verordnung zu veranlassen.
Rudolf Iseli (Zürich)


Die Behauptung von Bundesrat Leuenberger, die Südanflüge seien sicher, ist wissenschaftlich falsch. «What can go wrong, goes wrong», ist der Lehrsatz. Wenn etwas schiefgehen kann, geht es irgendeinmal schief. Die Frage ist nur, wie lange es bis dahin dauert. Ist bei den Anflügen mit einem Absturz alle 10 bis 20 oder gar 50 Jahre zu rechnen? Im Konfliktentscheid zwischen gekröpftem Nordanflug und Südanflug müsste jedoch die korrekte Fragestellung lauten: In welchem Zeitraum ist erwartungsgemäss mit dem Eintritt eines Katastrophenfalles zu rechnen? Da die Behauptung, der gekröpfte Nordanflug führe über ein Kernkraftwerk, nachweislich falsch ist, besteht der grösste anzunehmende Unfall sowohl beim gekröpften Nordanflug wie auch beim Südanflug im Absturz eines voll belegten Flugzeugs auf dichtbesiedeltes Wohngebiet. Ich wage die Behauptung, dass die Wahrscheinlichkeit eines derartigen «worst case» in der Südschneise erheblich grösser ist als im Norden des Flughafens.
Reto Agustoni (Zürich)


Ohne mit der Wimper zu zucken, wird der gekröpfte Nordanflug von Bazl-Direktor Cron und Bundesrat Leuenberger abgelehnt. Aus Sicherheitsgründen und weil auf Sichtanflug geflogen werden müsse. Die widerrechtlichen Südanflüge auf Sicht wurden damals im Jahr 2003, als es das ILS für die Piste 34 noch nicht gab, aber blitzartig eingeführt. Und das über das dichtestbesiedelte Gebiet der Schweiz. Da scherten sich die beiden Herren Verantwortlichen keinen Deut um die Sicherheit. Wir wissen alle, dass der gekröpfte Nordanflug technisch machbar ist und auch von Unique, dem Zürcher Regierungsrat und sogar von Piloten befürwortet wird. Dann behauptet Herr Cron noch, dass es keine politische Entscheidung sei. Für wie dumm hält er eigentlich das Volk? Wie lange noch lassen wir uns von Deutschland in die Knie zwingen? 700 Personen in Hohentengen werden von ihren Politikern geschützt. Wo bleiben da der Einsatz unserer Verantwortlichen und der Schutz der Zürcher Bevölkerung?
Anita Valentino-Mettler (Dübendorf)


Die Ablehnung des gekröpften Nordanfluges ist sehr wohl ein grosser Verlust, und zwar für die Lebensqualität von über 300 000 Menschen im Süden des Kantons Zürich. Die Bazl-Begründung, dass die Sicherheit nicht gewährleistet sei, kann nicht akzeptiert werden. Es leben in der Anflugschneise des gekröpften Nordanfluges wesentlich weniger Menschen, wie dies auch ursprünglich bei der Planung des Flughafens so vorgesehen war. Bundesrat Moritz Leuenberger hat versagt, sein Beamter Raymond Cron mutlos entschieden. Und die übrige Politik hat zugeschaut. Als gebürtiger Deutscher ist es mir ein Rätsel, wie die einst so stolze Schweiz sich ausgerechnet von Deutschland so an der Nase herumführen lassen kann.
Waltraud Borsodi (Egg ZH)

NZZ, 08.07.2008Externer Link


siehe auch:
BAZL lehnt Gesuch für gekröpften Nordanflug abExterner Link (BAZL)
BAZL lehnt Gesuch für gekröpften Nordanflug abExterner Link (Medienmitteilung VFSN)
Regierungsrat ist enttäuscht über Entscheide des UVEK zum Flughafen ZürichExterner Link (RR)
Gekröpfter Nordanflug: Ablehnung des Gesuchs unverständlichExterner Link (Unique)
Heftige Reaktion des Fluglärmforums Süd auf die neusten BAZL-EntscheideExterner Link (Fluglärmforum Süd) 
«Verliererin beim Gekröpften ist unsere Bevölkerung»Externer Link (TA)
Der «Gekröpfte» ist zu gefährlichExterner Link (TA)
«Skandal» bis «Erleichterung»Externer Link (ZOL)
Wirbel um exotischen Anflug eines AirbusExterner Link (TA)
Bild des Monats Juli 2008: und er kröpft sich doch!Externer Link (VFSN)
Flughafen-Präsident kritisiert BundesratExterner Link (TA)
«Nichts und niemand wird die Südanflüge rückgängig machen»Externer Link (Leserbriefe TA)