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Parallelpisten noch nicht vom Tisch (NZZ)
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Bund legt Bericht zu den Betriebsvarianten auf dem Flughafen Zürich vor

Für den künftigen Flugbetrieb in Zürich stehen derzeit Varianten auf den bestehenden drei Pisten und mit einer Pistenverlängerung im Vordergrund. Langfristig ist jedoch das Parallelpistensystem nicht vom Tisch, obwohl es vom Kanton Zürich abgelehnt wird.

(sda/ap)/tsf. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hat am Freitag seinen Bericht zu den optimierten Betriebsvarianten am Flughafen Zürich vorgelegt. Im Rahmen des Sachplans Infrastruktur Luftfahrt (SIL), der den raumplanerischen Rahmen festlegt, haben Fachleute des BAZL, des Kantons Zürich und des Flughafens die 19 bisherigen Varianten unter die Lupe genommen. Jetzt liegen noch drei Betriebsvarianten zur Diskussion vor. Weiterverfolgt wird allerdings auch ein Parallelpistenbau. Der Kanton Zürich lehnt dieses Grossprojekt weiterhin ab.

Der Bau einer Parallelpiste stehe für den Bund derzeit allerdings nicht im Vordergrund, sagte BAZL-Direktor Raymond Cron am Freitag vor den Medien. Langfristig könnte es aber sein, dass der Flughafen nur so der zu erwartenden Verkehrsnachfrage nachkommen könnte. Raumplanerisch müsse ein solches Vorhaben bereits jetzt gesichert werden.

Option «Parallelpiste» offen halten
Mit einer Parallelpiste könnten jährlich 400'000 Flugbewegungen abgewickelt werden. Es gehe ausschliesslich um eine raumplanerische Vorsorge und nicht um ein Präjudiz für eine Parallelpiste, betonte Cron.

Gutachten bestärkten ihn in der Auffassung, dass das Offenlassen dieser Möglichkeit sinnvoll sei, sagte Cron. Ein Gutachten komme zudem zum Schluss, dass die Auswirkungen einer raumplanerischen Sicherheit gesamthaft als gering einzustufen seien.

Die für ein Parallelpistensystem erforderliche Fläche könnte raumplanerisch gesichert und damit von Einzonungen freigehalten werden. Dies hätte die Konsequenz, dass Kloten, Bülach, Winkel und Neerach in den betroffenen Gebieten keine zusätzlichen Nutzungsreserven für Wohnzwecke bereitstellen könnten. Für bereits bestehende Wohnnutzungsreserven hätte die raumplanerische Massnahme keine Konsequenzen. Der Bund müsste aber vorsorglich im Fall einer Realisierung der Parallelpisten einen Ersatzstandort für den Waffenplatz Kloten-Bülach oder für Teile davon suchen, heisst es im Bericht.

Aus 19 werden 3
Von den ursprünglich 19 Betriebsvarianten wirft das BAZL nun drei optimierte Varianten in die politische Diskussion. Die ersten beiden basieren auf dem bestehenden Pistensystem, eine dritte auf einem verlängerten.

Die Variante «E optimiert» hält sich nicht an die von Deutschland verordneten Sperrzeiten. Zwischen 6 und 21 Uhr soll der Flughafen Zürich von Norden angeflogen werden. Ab 21 Uhr werde auf den Ostanflug umgestellt, sagte Cron.

Die Variante «E DVO» berücksichtigt hingegen die deutschen Sperrzeiten. Von 6 bis 7 Uhr gilt gemäss Cron der gekröpfte Nordanflug als «mögliche Option». Sollte der Gekröpfte langfristig eingeführt werden, müsse dies über ein Präzisionsverfahren geschehen, dass auf Satellitennavigation gestützt ist, sagte Cron.

Mit einer Pistenverlängerung
Die dritte Variante, «J optimiert», setzt eine Pistenverlängerung voraus. Sie enthält eine Kombination von Nord- und Ostbetrieb. Allerdings ist diese Variante nicht kompatibel mit der deutschen Verordnung. Eine Pistenverlängerung sei deshalb erst in Betracht zu ziehen, wenn sich mit Deutschland eine neue Vereinbarung erzielen lasse, erklärte Cron.

Anpassung der Startrouten
Ebenfalls abklären liess das BAZL, ob Flugrouten verschoben werden können, um die Lärmbetroffenheit zu reduzieren. Gemäss Cron gibt es bei den Anflügen kaum Spielraum. Die Startrouten hingegen liessen sich so anpassen, dass das Surbtal (Aargau) und die Region Wil (St. Gallen) entlastet würden.

Politisches Gespräch am 3. April
Die Kantone erhalten mit dem Bericht eine Grundlage für das dritte SIL-Koordinationsgespräch vom 3. April. Dort sollen die verschiedenen Standpunkte diskutiert werden. Der Bund wird danach nach Rücksprache mit der Flughafenbetreiberin Unique und dem Kanton Zürich entscheiden, welche Betriebsvariante als Grundlage für den weiteren Prozess dienen soll.

Der Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) setzt die Ziele und Vorgaben für die Infrastruktur der Luftfahrt in der Schweiz fest. Den Abschluss bildet ein vom Bundesrat genehmigtes Objektblatt. Dieses dient dann als Grundlage für das definitive Betriebsreglement. Der Entscheid der Landesregierung soll 2010 fallen.

Zürich stellt sich gegen Parallelpistensystem
Der Kanton Zürich hat sich am Freitag erneut gegen ein Parallelpistensystem am Flughafen Zürich gestellt. Bei den SIL-Abklärungen für ein Parallelpistensystem war auch der Kanton Zürich involviert, dabei habe er stets seine ablehnende Haltung betont, teilte die Zürcher Regierung am Freitag mit.

Welche politische Haltung der Kanton Zürich Anfang April am letzten SIL-Koordinationsgespräch vertreten wird, ist noch unklar. Der Regierungsrat will im März mit betroffenen Gemeinden, Organisationen und Verbände Konsultationen durchführen und sich gestützt auf diese Ergebnisse festlegen.

Flughafen erfreut
Erfreut über den Bericht zeigte sich die Flughafenbetreiberin Unique. Der Handlungsbedarf für eine weitere Entwicklung des Flughafens Zürich sei deutlich herausgeschält worden und fachlich gut abgestützt, teilte Unique am Freitag mit.

Jetzt würden insbesondere der Bund und der Kanton Zürich in der Pflicht stehen, die raumplanerische Vorsorge für den Flughafen Zürich treffen.

Aargau spricht von Teilerfolg
Die Aargauer Regierung wertet den am Freitagmorgen vorgelegten BAZL-Bericht als «Teilerfolg». Änderungen bei Flugrouten seien erfreulich, die Option des gekröpften Nordanflugs hingegen nicht akzeptabel. Die Begründung, dass der «Gekröpfte» Kompensation für die Lärmbelastung im Süden des Flughafens ist, sei schwer nachvollziehbar, hält der Aargauer Regierungsrat in einer Mitteilung fest. Man müsse bedenken, dass mit der neuen Abflugroute über das Surbtal am Morgen die gleiche Region belastet wird wie schon spät nachts.

Erfreulich sei indes, dass Bellikon und Lengnau künftig nicht mehr direkt überflogen werden. Der Bericht stelle auch in Aussicht, dass dank den Routenoptimierungen die Überschreitungen der Lärmgrenzwerte in Lengnau eliminiert werden, heisst es weiter.

Kanton Schaffhausen gegen Pistenverlängerungen
Der Kanton Schaffhausen lehnt Pistenverlängerungen im Flughafen Zürich-Kloten ab. Die vom BAZL am Freitag präsentierte Variante erscheine nicht zweckmässig, weil die damit erreichbare Kapazitätserweiterung ungenügend sein dürfte, sagte der Schaffhauser Baudirektor Reto Dubach auf Anfrage in Schaffhausen. Im Vordergrund stünden für Schaffhausen die beiden vom BAZL präsentierten Varianten E, und dass Parallelpisten eine Option für die nächsten 20 bis 30 Jahre seien, werde begrüsst. Die Schaffhauser Regierung werde die Varianten nun im Detail prüfen und bis am 3. April termingerecht eine Stellungnahme abliefern.

NZZ, 01.02.2008Externer Link



siehe auch:
SIL-Prozess Flughafen Zürich: Bericht über Optimierungen liegt vor (BAZL, 01.03.2008)
SIL, Bericht Variantenoptimierung (VFSN, 01.03.2008)
Bild des Monats Februar 2008: Südstarts (VFSN, 06.03.2008)
Konsultative Konferenz zu Betriebsvarianten am Flughafen Zürich (RR, 11.03.2008)
Süden befürchtet Einführung von Südstarts (NZZ, 11.03.2008)
Der SIL-Skandal (VFSN, 12.03.2008)
Gemeinsame Stellungnahme Info-Forum (VFSN) (VFSN, 12.03.2008)
4. Info-Forum Flughafen (RR, 13.03.2008)


 
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