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„Fluglärm-Belastung – ein rein innerschweizerisches Problem“
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Leserbrief

Das  Baden-Würtembergische Verwaltungsgericht hat am 19.1.06 die zusätzliche Fluglärm-Belastung der Zürcher Bevölkerung für ein rein innerschweizerisches Problem erklärt: „Es sei ein Entscheid der schweizerischen Behörden, der Bevölkerung diese zusätzliche Belastung zuzumuten“ sagte Richter Karl-Heinz Schenk, und weiter: „Wenn Sie einen Flughafen wollen, dann haben Sie Lärm“.

Besagen diese Aussagen nicht klipp und klar und deutlich, was unsere süddeutschen Nachbarn von einem der höchstbewerteten Flughäfen Europas, von dessen wirtschaftlichen Vorteilen für das eigene Land Baden-Würtemberg, den vielen durch süddeutsche Grenzgänger belegten Arbeitsplätzen im Kanton Zürich, dem grenzüberschreitenden lukrativen Einkaufstourismus aus unserem Land oder einer anderswo höchst willkommenen und als notwendig erachteten Interregio-Entwicklung halten?

Die neue Version des GNA (gekröpfter Nordanflug) - nicht jene von vorne herein untaugliche, welche unverständlicherweise und wohl nur zwecks Zeitgewinn von Unique dem BAZL zur Ueberprüfung vorgelegt worden ist - in Kombination mit dem P-RNAV-Anflugverfahren verstösst gegen keine internationalen Bestimmungen und Gesetze und garantiert die Einhaltung der DVO. Alle Flugrouten und die beiden grenznahen Warteräume liegen innerhalb der Luftraumgrenze von 3,5 NM = 5,082 km (im Flugverkehr sind nicht die Landesgrenzen massgebend).

Seit Jahren fliegen landende Flugzeuge über die beiden KKWs Beznau und Leibstadt. Hat man uns vor deren Bau nicht vorgegaukelt, wie aufprallsicher im Falle eines Flugzeugabsturzes deren Reaktorbauten seien? Die neue Version des geplanten GNA führt aber in mehr als 1000 m Entfernung und mehr als 1000 m Höhe über Grund am näheren KKW Beznau vorbei. Er schafft demzufolge eine markante Verbesserung der heutigen Verhältnisse im Kanton Aargau!

Gemäss Untersuchung des renommierten MIT (Massachusetts Institue of Technology) kann der Schallpegel von 60 dB einer via GNA landenden A-340 die deutsche Grenze bei weitem nicht erreichen und der Kanton Aargau wird zudem minimal in über 700 m Höhe über Grund überflogen - eine Traumhöhe für alle Betroffenen im Kanton Zürich, welcher bereits heute 95 % des gesamten Fluglärmaufkommens zu tragen hat!

Ziel muss doch sein: Konzentrierung des Fluglärms auf wenige schmale Flugschneisen über möglichst wenig besiedeltem Grund mit möglichst geringen Absturz-Risiken, und dort wo weniger Anwohner unumgänglich betroffen sind, mit einer fairen Abgeltung der erlittenen Verluste.

Dennoch scheint Bundespräsident Moritz Leuenberger alles zu unternehmen, um die Realisierung dieser einzig vernünftigen Lösung innert nützlicher Zeit zu verhindern, indem er dieses gemäss Baden-Würtembergischem Verwaltungsgericht „rein innerschweizerische Problem“ von einem unnötigen Mitspracherecht Nichtbetroffener abhängig macht und keine Gelegenheit verpasst, um zu erklären, dass jede Lösung noch jahrelange Vorbereitungsarbeit benötigt.....

Der GNA in Kombination mit dem P-RNAV-Anflugverfahren ermöglicht die notwendigen Flugbewegungen und wäre innert kürzester Zeit mit minimalen Kosten realisierbar. Rund 95 % aller während den deutschen Sperrzeiten landenden Flugzeuge sind damit bereits ausgerüstet. Derselbe Bundesrat brachte es aber fertig, unter Missachtung zahlreicher Gesetzes- und Verfassungsbestimmungen und unter immenser Vernichtung von Lebensqualität und grösster privater Vermögensteile, die in keinem Richtplan oder Gesetz vorgesehene Flugschneise Süd mit Notrecht innert kürzester Zeit, beinahe handstreichartig zu realisieren. Es wäre zu hoffen, dass er es fertig bringt, neue Einsichten zu akzeptieren und damit dem staatspolitisch unheilvollen Vertrauensverlust in unsere Regierung endlich ein Ende zu setzen.

Adrian Schoop, Gockhausen