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Angst!
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laerm@unique.ch
josef.felder@unique.ch
raymond.cron@bazl.admin.ch
Donnerstag 02. März 2006

Betreff : Angst!


Sehr geehrte Damen & Herren

Es ist wiedermal 22.00 Uhr, meine Kinder sollten längst schlafen, was aber Ihre Südanflüge wieder erfolgreich verhindern. Nun erdulden wir schon über zwei Jahre Ihre impertinente Ruhestörung aufgrund der bekannt ungesetzlichen Südanflüge. Ihnen ist das offenbar egal: Unbescholtene Bürger zahlen nun tagtäglich den Preis für klägliche Managementfehler von Unique und Staat.

Heute konnten wir jedoch ein ganz besonderes "Schauspiel" über unserem Haus beobachten:

Ein Propeller-Flugzeug fliegt offenbar in niedriger Höhe von Westen Richtung Osten über die Forch. GLEICHZEITIG fliegt ein Passagierflugzeug auf der üblichen Route vom oberen Zürichsee über den Pfannenstiel Richtung Flughafen. Nun kreuzten sich diese beiden Flugzeuge quasi in unserem Vorgarten. Spätestens seit Überlingen wissen wir was passiert, wenn sich zwei Flugzeuge in der Luft treffen; das sieht nicht schön aus! Nicht auszudenken, was hier in Zumikon passiert wäre; die Trümmer des herannahenden Passagierflugzeuges wären geradewegs in das Wohngebiet am Chapf geschleudert worden.

Ich konnte dies beobachten, da ich das ungewohnte Geräusch des herannahenden Propellerflugzeuges bereits im Haus gehört habe und sofort auf die Terrasse gerannt bin. Es ist Donnerstag, 2. März 2006 ca. 21.50 - im Fernsehen hat "10vor10" gerade begonnen. Auf der Terrasse konnte ich gerade noch die Lichter des Propellerflugzeuges (Rotes Positionslicht und Hecklicht) quasi vor meiner Nase vorbeidonnern sehen und darüber das herannahende Verkehrsflugzeug. Ein Schauer ist mir über den Rücken gelaufen. Was ist passiert? Wer fliegt hier quer zur Luftstrasse? Kommen da noch mehr "Querschläger"? Die Südanflüge fliegen bekanntlich in ca. 500 Metern Höhe über den Chapf, das Propellerflugzeug braucht auch noch eine gewisse Flughöhe, also kann der vertikale Abstand zwischen den beiden Flugzeugen nur wenige Duzend Meter gewesen sein. Und das Nachts bei teilweisem Schneetreiben!

Muss zuerst bei einem Südanflug ein schreckliches Unglück geschehen, bis Sie endlich einsehen, dass diese Anflugvariante in jeder Beziehung ungeeignet ist? Ist Ihnen das vermeintlich ungebremste Wachstum des Flughafens mehr Wert als Hunderte von Menschenleben? Denken Sie doch mal darüber nach!

In der Zwischenzeit wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie mir betreffend diesem Beinahe-Zusammenstoss über der Forch eine adäquate Antwort senden könnten.

Mit freundlichen Grüssen
Walter Bader
Zumikon



Die Antwort von Skyguide:

Von: Weiersmueller Remo remo.weiersmueller@skyguide.ch
Im Auftrag von Customer Relations ATM
Gesendet: Donnerstag, 9. März 2006 10:14
An: Walter Bader

Betreff: FW: Unique DC3 Angst! 

Sehr geehrter Herr Bader

Besten Dank für Ihre Anfrage, welche von der Unique an uns weitergeleitet wurde.

Nachdem wir die Radaraufzeichnungen des betreffenden Sachverhaltes untersucht haben sind wir zum Schluss gekommen, dass von Seiten Flugsicherung keine Separationsunterschreitung stattgefunden hat. Als die von Westen kommende DC-3 den Flugweg des Regionaljets, der  sich im Landeanflug auf die Piste 34 befunden hatte, kreuzte, waren sie mit 2000ft (ca. 600m) separiert. Benötigt werden 1000ft (ca. 300m). Der Regionaljet befand sich zu diesem Zeitpunkt auf 4800ft über Meer (ca. 1500m). Da sich die DC-3 im Sichtflug befand, ist der Pilot selber dafür verantwortlich die geforderten Mindestflughöhen über Grund einzuhalten.

Wir hoffen, Ihnen mit diesen Angaben zu helfen.

Freundliche Grüsse
Remo Weiersmüller

skyguide -  swiss air navigation services ltd
Remo Weiersmüller
Customer Relations ATM TCZ
ANS zurich
flugsicherungsstrasse 1-5
p.o.box 23, ch-8602 wangen bei dübendorf

phone +41 43 931 63 63
fax +41 43 931 60 19
e-mail atm@skyguide.ch
visit us at http://www.skyguide.ch



Von: Walter Bader
Gesendet: Samstag, 11. März 2006
An: laerm@unique.ch
raymond.cron@bazl.admin.ch
moritz.leuenberger@gs-uvek.admin.ch
generalsekretariat@vd.zh.ch
info@rita-fuhrer.ch

Betreff: DC3 über Zumikon - Zusammenstoss mit Südanflug

Sehr geehrter Herr Weiersmüller

Besten Dank für Ihre Abklärungen.

Habe ich mich also nicht getäuscht, dass sich wirklich zwei Flugzeuge im unmittelbaren Süd-Anflug auf Zürich quasi in meinem Vorgarten gekreuzt haben. Ihre Berechnungen scheinen mir reichlich "aggressiv". Der Chapf wird gemäss Anflugprofil (gem. BAZL) in ca. 600 Metern überflogen. Auch eine DC3 braucht meines Wissens eine gewisse Flughöhe. Besonders Nachts und bei Sichtflug wird der Pilot kaum (hoffentlich!) in lediglich 300 Metern Höhe über bewohntes Gebiet fliegen. Und das bei absolut unsichtigem Schneetreiben! Wie können die beiden Flugzeuge effektiv 300 Meter voneinander getrennt sein?

Selbst wenn im äusserst günstigsten Fall der kleine vertikale Sicherheitsabstand von 300 Metern eingehalten wurde, ist es doch absolut unverantwortbar den unmittelbaren Endanflug zu kreuzen. Wie können Sie einem Hobbypiloten mit seiner alten DC3 erlauben den unmittelbaren Endanflug auf Zürich zu kreuzen? Wahrscheinlich ist der Bruchpilot darum so geflogen, da in den Flugkarten der DC3 der Südanflug noch gar nicht eingezeichnet ist... Ihre Bemerkung - "..ist der Pilot selber dafür verantwortlich die geforderten Mindestflughöhen über Grund einzuhalten..." - ist diesbezüglich zynisch; die verunglückten Kinder von Überlingen können sich nun auch nicht mehr auf die Verantwortung des Piloten berufen, oder? Ich habe mir die Flugschneisenwohnlage nicht ausgesucht, im Gegenteil: Ich bin extra aufgrund des nichtvorhandenen Fluglärms und geringeren Risikos hierher gezogen. Mit einem Haus in Bassersdorf oder in Höri anstatt in Zumikon hätte ich viel Geld sparen können. Und nun vergewaltigt mich die Politik und die gesamte Flughafenmafia zu mehr Lärm, mehr Risiko, mehr Ärger - und das 365 Tage im Jahr!

Dieses offiziell bewiesene Beispiel zeigt wiederum klar, wie ungeeignet der Südanflug ist. Die Flugsicherung kann offenbar "Querschläger" im Flugverkehr nicht verhindern, sondern nur "nachvollziehen". Deshalb muss eine Anflugvariante immer und unbedingt über möglichst unbewohntes Gebiet geführt werden, unabhängig von irgendwelchen Wachstumsphantasien einer Flughafenbetreiber-Gesellschaft.

Muss zuerst ein schrecklicher Flugzeugabsturz oder Zusammenstoss mit unzähligen, unbeteiligten getöteten Anwohnern passieren, bis endlich diese unsäglichen Südanflüge eingestellt werden? Sie passen weder in eine Raumplanung noch zu einem geregelten, überwachten und sicheren Anflug auf den Flughafen Zürich.

Nun ist die Politik gefragt! Frau Fuhrer: Übernehmen Sie die Verantwortung für einen Flugzeugabsturz mit unzähligen Toten in Zumikon?

Mit freundlichen Grüssen
Walter Bader
Zumikon


Wir warten gespannt auf die Antwort der Skyguide...
 


siehe auch:
Reaktionen zum Zwischenfall vom 2. März
DC-3 kreuzte Jet über der Forch (TA)