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Gegenvorschlag des RR: Ein Trojanisches Pferd für den Süden (Leserbrief Glattaler)
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Leserbrief im Glattaler Externer Linkvom 03.02.07

Gegenvorschlag «Richtwert der von Fluglärm gestörten Personen» des Regierungsrates: Ein Trojanisches Pferd für den Süden des Flughafens?

Vor einiger Zeit haben Bürgerorganisationen eine kantonale Initiative eingereicht: Der Regierungsrat soll sich für maximal 250000 Flugbewegungen und neun Stunden Nachtruhe am Flughafen einsetzen.

Kürzlich hat die Regierung einen Gegenvorschlag präsentiert. Ein neuer Richtwert soll die Anzahl der vom Fluglärm stark gestörten Personen begrenzen. Dieser Gegenvorschlag wurde im letzten noch zulässigen Zeitpunkt vorgelegt. Die Angaben zum neuen Richtwert sind noch sehr unvollständig. Eile und Unvollständigkeit lassen auf Nervosität und ein ziemlich unausgegorenes Konzept schliessen. Einige grundlegende Aussagen zum neuen Richtwert sind trotzdem möglich.

Der Regierungsrat will den Richtwert aufgrund der Anzahl Flugbewegungen des Jahres 2000 festlegen - also über 320000, das Maximum, das in Kloten je geflogen wurde. Da die Flugzeugflotte in der Zwischenzeit lärmgünstiger geworden ist - zum Beispiel wegen der Ausmusterung der lauten MD-11 der Swiss -, würde der neue Richtwert bereits heute deutlich über 320000 Flugbewegungen zulassen.

Auch zukünftig wird jeder neue Flugzeugtyp, der dank technischer Massnahmen etwas leiser ist, dem Flughafen zu zusätzlicher Kapazität verhelfen - statt einen Beitrag zur Entlastung der Bevölkerung zu leisten.

Betriebskonzepte, die weniger Leute belärmen, würden dem Flughafen automatisch mehr Kapazität bescheren. Bekanntes Beispiel ist das so genannte Betriebskonzept Ost mit Landungen von Osten und Starts gegen Norden. Damit wird Unique versuchen, der Bevölkerung im Süden die Verlängerung der Westpiste schmackhaft zu machen. Doch die durch dieses Betriebskonzept gewonnenen «Lärmreserven» wird der Flughafen nutzen, um die Ostanflüge zumindest in Spitzenzeiten mit Südanflügen zu ergänzen. Ohne dass der neue Richtwert des Regierungsrates auch nur geritzt würde, wäre damit das Dual Landing Tatsache und damit wohl auch 420000 Flugbewegungen.

Schliesslich gibt sich der Regierungsrat selbst die Kompetenz zur Festlegung des neuen Richtwertes. Zwar hat er noch keine bestimmte Zahl genannt. Aber eines steht fest: Sollte sich der Flughafen wegen des Richtwertes je eingeengt fühlen, so könnte der Regierungsrat den Richtwert gleich selbst nach oben anpassen.

Der Regierungsrat hat schon oft betont, dass der Schutz der Flughafenanwohner ein wichtiges Ziel sei. Seine Taten liessen ihn kaum je glaubwürdig erscheinen. Der vorgeschlagene neue Richtwert scheint gut in dieser Tradition zu liegen.

Daher tut der Kantonsrat gut daran, der Initiative einen echten Gegenvorschlag mit maximal 320000 Bewegungen gegenüberzustellen. Mit dem Plafond als heute klar messbarer Grösse kann in der Bevölkerung Vertrauen zurückgewonnen werden. Ein neues Mass kann höchstens ein Fernziel sein. Es müsste so definiert sein, dass technische Verbesserungen und günstigere Flugrouten primär die Bevölkerung entlasten. Wenn ein solches Mass in einigen Jahren wissenschaftlich sauber abgestützt ist, könnte es allenfalls dannzumal den Plafond ablösen.

Daniel Brühwiler, Gemeinderat GEU
Dübendorf