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Leserbriefe: Kritik am Gegenvorschlag zur Fluglärminitiative (NZZ)
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Der Gegenvorschlag des Regierungsrates zur Volksinitiative «Für eine realistische Flughafenpolitik» stiess auch bei den Lesern der NZZ ausnahmslos auf Ablehnung.

Eine Auswahl von Leserbriefen aus der NZZ vom 19.01.06:

Die Präsentation des Gegenvorschlags zur Volksinitiative «für eine realistische Flughafenpolitik» (NZZ  07.01.06) zeigt. wie kopflos die Vorstellungen über die Bewältigung des Fluglärms im Zürcher Regierungsrat sind. Als Basis der Erfassung der Anzahl stark gestörter Personen (ASGP) dient das Jahr 2000. Damals flogen lediglich die Jets und Flugzeuge der Flugwaffe über den Süden des Flughafens Zürich. Die Empa soll nun die subjektiven Belastungen durch den Fluglärm umrechnen. Und das mit einem Modell des Erfinders Carl Oliva, der zu seinen damaligen Erkenntnissen heute offenbar auch nicht mehr stehen kann, weil weitere Forschungen andere Ergebnisse erbracht haben.
Wie also soll die Empa das Szenario Südanflüge simulieren? Immer wieder wird behauptet, die Flughöhe über Grund betrage in Gockhausen 300 Meter. Der Alltag ist anders, insbesondere die grossen Jets wählen ein wesentlich tieferes Niveau. Der Pilot im Cockpit sieht auf meinen Esszimmertisch und kann erkennen, ob ich Milch oder Kaffee zum Morgenessen trinke. Es ist vorauszusehen, dass die Zürcher Regierung, das BAZL und der Bundesrat mit diesem obskuren Modell zur Bestimmung der ASGP herausfinden werden, dass gemäss Lärmmass Leq 16 eigentlich niemand betroffen ist. Das wäre die Fortsetzung der heutigen Flughafenpolitik - ignorant und bürgerfern.
Konrad J. Toenz (Gockhausen)


Einer Hütchenspielerin gleich versucht Rita Fuhrer mit dem Gegenvorschlag zur Flughafeninitiative die betroffenen Bürger zu verwirren. Man weiss, dass Fluglärmbelastung subjektiv wahrgenommen wird und dass relativ wenig Fluglärm als sehr störend wahrgenommen werden kann, wenn man bisher keinen hatte. Die Einwohner, die sich bisher mit dem Lärm arrangiert haben, könnten sich in Zukunft stark gestört fühlen, wenn der Fluglärm auf gewissen Schneisen kanalisiert wird. Aber die werden dann nicht mehr gefragt. Man will auf Teufel komm raus einen komplexen, verwirrlichen Messwert erfinden, mit dem an der alten Wachstumsstrategie der Flughafenlobby weitergebastelt werden kann. Dabei gibt es einfache, klare Messwerte, wie sie auch von der Initiative gefordert werden: 250 000 Flugbewegungen und 9 Nachtruhestunden.
Thomas Koch (Winterberg)


Der einzig wirksame Gegenvorschlag zur Initiative besteht darin, sofort den gekröpften Nordanflug einzuführen und die illegalen Süd- und zusätzlichen Ostanflüge sukzessive einzustellen. Dies würde sowohl dem Umweltschutzgesetz, das eine Konzentration des Lärms vorsieht, als auch dem Richtplan von 1995 entsprechen. Dieser  verlangt, dass aus Gründen der Rechtssicherheit darauf hinzuwirken sei, dass sich die räumlichen Auswirkungen der Lärmbelastungen möglichst geringfügig verändern sollen. Die Süd- und zusätzlichen Ostanflüge sind das pure Gegenteil davon und deshalb der Grund, warum die Plafonierungsinitiative soviel Auftrieb hat. Mit dem gekröpften Nordanflug könnte der Flughafen bei allfälliger Nachfrage auch bis auf das Niveau des Jahres 2000 mit 326'000 Flugbwegungen pro Jahr  wachsen. Wer anderes vorschlägt, der hat auch andere Ziele als den Schutz der Bevölkerung!
Lukas Rist (Gockhausen)


Der Akustiker Georg Thomann von der Empa soll alte Umfragen zur Lärmstörung mit einer Formel umrechnen in neue Antworten, statt einfach die Betroffenen zu fragen (NZZ  10.01.06). Das verstehe ich: Wenn er die Leute heute fragte, dann bekäme er ein Ergebnis, das nicht genehm ist. Mit der Berechnung nach der Fuhrerschen Methode hingegen ermittelt er messerscharf, wie wir uns gefälligst zu fühlen haben. So wunderbar und zauberhaft ist objektive Wissenschaft.
Laurenz Hüsler (Egg)



siehe auch:
Leserbriefe im Tages-Anzeiger zum selben Thema