Startseite   »   Leserbriefe Samstag, 27. Mai 2017 00:53
 Startseite
 English Content
 Verein/Kontakt
 VFSN-info
 Anlässe
 News
 Politik
 Fakten
 Häufige Fragen
 Leserbriefe
 Bild des Monats
 Monatsrückblicke
 Bilder
 Links
 - - - - - - -
 Mitglied werden
 Login
 Sitemap
 - - - - - - -
 043 816 21 31
 Lärmtel. Flughafen ZH
 Lärm-Mail

 
Leserbriefe zum TA-Artikel «Flugbeschränkung schadet»
  Back print E-mail

Flughafen Kloten: Flugbeschränkung schadet, TA vom 24.06.05Externer Link

Leserbriefe «Tages-Anzeiger» vom 25.06.2005, Seite 23

Gesundheit statt Gewinnstreben

Die Begrenzung der Flugbewegungen schadet der Wirtschaft keinesfalls in der Weise, wie die Darstellungen in der Presse es uns glauben machen sollen. Früher oder später würde ohnehin irgendeine Kapazitätsgrenze erreicht werden. Der Slogan heisst darum: « Begrenzung tut uns BürgerInnen gut » . Mehr Lebensqualität, bessere Gesundheit und Schutz des Lebensraums aller Lebewesen sollte Ausgangspunkt für zukünftige Überlegungen sein und nicht rücksichtsloses Gewinnstreben.
THOMAS EGLI, GRÜT ehem. Präs. Quartierverein Gockhausen

 

Unique und der Regierungsrat haben mit dieser « unabhängigen Studie » den Abstimmungskampf gegen die Plafonierungsinitiative eröffnet. Kernthema sind die Arbeitsplätze. Den Befürwortern für ein exzessives Flughafenwachstum gehen die Argumente aus, wie sie die Bevölkerung um den Flughafen für ihre en, also beginnen sie mit Arbeitsplatzabbau zu drohen. Dabei wäre es so einfach: Gemäss der « unabhängigen Studie » müsste es möglich sein, den gekröpften Nordanflug bis Mitte Jahr einzusetzen. Wenn Unique und der Regierungsrat alle « unabhängigen Studien » gleich bewerten würden, wäre die Lärmsituation nicht so verfahren, und Unique hätte mehr Kredit bei der Bevölkerung als jetzt.
DANIEL MEIER, WALLISELLEN



Die Ergebnisse der gemachten Studie zur "Volkswirtschaftlichen Bedeutung des Flughafens" bzw. deren Interpretation durch den im Verwaltungsrat der Unique vertretenen Regierungsräte war voraussehbar. Der Flughafen ist der alleinseligmachende Wirtschaftsmotor der Schweiz und soll darum ungehindert wachsen, Leute à discretion belärmen dürfen und einen Freipass haben für (fast) alles. Die Studie zeigt jedoch, im Gegensatz zur Behauptung von Unique und dem Regierungsrat, gar KEINEN Arbeitsplatzabbau bei Einführung einer Bewegungsbegrenzung. Die Beschäftigungszahl würde sogar gemäss dieser Studie von aktuell 97'333 auf 101'014 bis im Jahr 2012 und dann auf 103'188 bis im Jahr 2020 ansteigen -  dies bei einer Bewegungsbegrenzung bei 250'000!! Unique und der Zürcher Regierungsrat sprechen von einem Verlust von 56'000 Beschäftigen. Diese Behauptung ist schlichtweg falsch (Lüge?), denn die Beschäftigungszahl sowie die Gesamtwertschöpfung würden in den nächsten Jahren auch mit einer Bewegungsbegrenzung bei 250'000 weiter ansteigen; einfach nicht so stark wie ohne jegliche Schranken. Diese Differenz als Arbeitsplatzvernichtung zu bezeichnen ist irreführend und reinste Demagogie bzw. Angstmacherei hinsichtlich Arbeitsplatzverluste. Kein einziger Mitarbeiter flugnaher Betriebe oder Zulieferer würde gemäss diesen Zahlen seinen Arbeitsplatz verlieren. Hier versucht man ganz einfach auf verwerfliche Art dem Volk das goldene Kalb (F)lughafen schmackhaft zu machen. Pfui!
URS R. DUMMERMUTH, MÄNNEDORF
(Eingesandte Originalversion)

 

Als das Bleifreie Benzin eingeführt werden sollte, gab es einen riesigen Aufschrei in der Automobilbranche: "Wenn man uns zwingt alle Autos mit Katalysator auszurüsten, werden Zehntausende von Arbeitsplätze verloren gehen, da die Autos mit dem Katalysator weniger leistungsfähig sind und teurer werden und damit weniger Autos verkauft werden können". Das Gegenteil ist eingetreten: Die Politik konnte sich gegen die Automobillobby durchsetzen und der Markt, das heisst wir alle als Käufer und gleichzeitig Betroffene, haben die Umweltaspekte höher gewichtet und damit dem Katalysator zum Durchbruch verholfen. Daraus konnten wir lernen, dass erst der Druck von aussen die Automobilindustrie gezwungen hat, effiziente und kostengünstige Lösungen für Motoren mit Katalysator zu suchen und zu entwickeln.

Beim Flughafen Zürich sind wir daran, wieder auf die gleiche Masche, aber nun der Flughafenlobby hereinzufallen: "Wenn man uns zwingt die Anzahl Flugbewegungen einzuschränken oder sogar die Nachtruhe zu verlängern, werden Zehntausende von Arbeitsplätzen verloren gehen." Das tönt doch irgendwie bekannt? Warum zwingen wir (die Politiker, die Wähler, die Anwohner) nicht die Fluggesellschaften und die Unique endlich neue und kreative Lösungen zu suchen, wie mit 9 Stunden Nachtruhe und 250'000 Bewegungen weiterhin alle Destinationen angeflogen werden können? Vielleicht braucht es nicht zwei Flieger innerhalb einer halben Stunde an die gleiche Destination? Vielleicht sind die 3 Kunden pro Tag, welche in London übernachten müssen, weil sie am Abend nicht mehr nach Zürich kommen gegenüber den berechtigten Anliegen der Anwohner vernachlässigbar? Wenn die Verantwortlichen neue Lösungen suchen wollen, wird man plötzlich erstaunt feststellen, dass sich die Schlüsselfunktion des Flughafens Zürich trotz Plafonierung und trotz verlängerter Nachtruhe ohne Arbeitsplatzverluste garantieren lässt! Dieser Prozess der Lösungssuche ist aber erst möglich wenn die Verantwortlichen dazu gezwungen werden - freiwillig hat die Automobilindustrie den Katalysator auch nicht eingeführt!

Wir brauchen einen Flughafenmotor in Zürich, welcher dank "Katalysator", das heisst dank Nachtruhe und Plafonierung, auch langfristig von der Bevölkerung getragen wird.
MARTIN JARAY, MÄNNEDORF
(Eingesandte Originalversion)

 

Leserbriefe «Tages-Anzeiger» vom 29.06.2005, Seite 23 

In der Airport-Buchhaltung fehlen einige Posten 

Laut Flughafengesetz muss der Regierungsrat im Zusammenhang mit dem Flughafen zwei Ziele verfolgen: Einerseits soll er die volks  und verkehrswirtschaftlichen Interessen berücksichtigen, andererseits die Bevölkerung vor schädlichen oder lästigen Auswirkungen des Flugbetriebs schützen. Die vom Regierungsrat für 100 000 Franken erstellte Parteistudie ist eine Propagandabroschüre für möglichst viele Umsteigepassagiere, die allerdings volkswirtschaftlich mehr kosten, als sie einbringen. Die Risiken eines Hubs werden in der Studie mit keinem Wort erwähnt. Die grösste Gesundheitsgefahr der Zukunft, die viralen Pandemien, verbreiten sich über die Hubs dieser Welt. Die Regierung vernachlässigt den Schutz der eigenen Bevölkerung sträflich!
HEIDI ZGRAGGEN, ZUMIKON

 

Klar, plafonieren heisst begrenzen! Aber nicht das natürliche Wachstum, sondern die unerwünschten Auswüchse, das künstlich aufgeblähte Wachstum: Umsteigepassagiere, zu Billigpreisen via Zürich herumgekarrt, mit vom Steuerzahler berapptem Treibstoff, auf Kosten der Region sowie der Regionalflotte der Swiss! Umsteigepassagiere nützen nur dem Flughafen, bringen aber dem Tourismus keine einzige Übernachtung und dem Wirtschaftsstandort kein einziges Geschäft. Dafür schädigen sie die Lebensqualität, welcher die Region für den Tourismus und die Wirtschaft erst attraktiv macht. Wieviele Arbeitsplätze  und wieviele Milliarden an Eigentum vernichtet denn der Flugverkehr? Aber worüber diskutieren wir eigentlich? Der Ölpreis steigt und steigt. Von Wachstum und vom Mega-Hub träumt nur noch der Flughafen und seine Fan-Gemeinde!
HANS-RUDOLF THOMANN, ZÜRICH
Zürich-Nord gegen Fluglärm
(Eingesandte Originalversion)

 

Die Buchhaltung von Unique und des ihr hörigen Regierungsrates ist zu einfach. Bei den Verpflichtungen in der doppelten Buchhaltung müssten folgende Posten stehen:
Lernschwierigkeiten von Schulkindern - x Milliarden;
Fehler am Arbeitsplatz durch unausgeschlafene Arbeitnehmer - x Milliarden;
Wertverluste auf Immobilien - x Milliarden;
Verlust der Glaubwürdigkeit - unbezahlbar.
GIORDANO PAULI, ZÜRICH