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Flughafen-Hub dreht am Limit (Lokinf)
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Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) verpflichtete den Flughafen Zürich 2018, das Vorverlegen der letzten Start- und Landefenster auf 22.30 Uhr «hinsichtlich betrieblicher Machbarkeit, wirtschaftlicher Tragbarkeit und Auswirkung auf die Lärmbelastung» zu prüfen.

Aus dem Abschlussbericht der im Auftrag des Flughafens Zürich (FZAG) durchgeführten Studie geht nun hervor, dass die volkswirtschaftlichen Auswirkungen einer solchen Massnahme sich «auf gegen 8000 Beschäftigte» auswirken würden und «1,6 Milliarden Franken Wertschöpfung für die Schweiz» betreffen. Betroffen wären im Flugverkehr rund 8 Prozent der interkontinentalen Angebote und 2,5 Prozent innerhalb Europas.

Drehkreuz steht auf dem Spiel

So wie der Flughafen es darstellt, macht es nicht wirklich Sinn, den Spielraum weiter einzuschränken, ohne damit die Wettbewerbsfähigkeit des Flughafens Zürich als Hub auf europäischem Parkett aufs Spiel zu setzen. Auch der im Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL) vom Bundesrat festgelegte Drehkreuzbetrieb wäre damit gefährdet.

Hätte irgendjemand ein anderes Fazit erwartet? «Das Ergebnis überrascht in keiner Art und Weise», sagt GLP-Kantonsrat und Stadtrat Jörg Mäder auf Anfrage des «Stadt-Anzeigers». «Opfikon ist auch nicht für eine Verkürzung der Betriebszeiten, sondern für die konsequente Umsetzung der bestehenden.»

Und da liegt das Problem: Die Flugbewegungen nach 22 Uhr nehmen seit Jahren kontinuierlich zu. Der Flughafen-Hub operiert am Limit. Schon jetzt tut man sich schwer, das Verkehrsaufkommen in den letzten Slots des Tages zeitgerecht vor 23 Uhr abzuwickeln. Das vom Bund bewilligte zusätzliche Zeitfenster bis 23.30 Uhr zum Abbau von Verspätungen wird mittlerweile regelmässig ausgeschöpft. Im Jahr 2017 starteten oder landeten mehr als 2600 Flüge nach 23 Uhr. De facto gelten somit Betriebszeiten bis 23.30 Uhr.

Das muss natürlich nicht verkehrt sein: «Aus meiner Sicht ist es müssig, über die vor 23 Uhr geplanten Bewegungen und die zweifelsohne vorhandenen Verspätungen zu diskutieren», erklärt der Klotener Stadtpräsident René Huber (SVP). «Der Flughafen benötigt eine gewisse Flexibilität. Und ich finde, er nimmt diese verantwortungsvoll wahr. Ich habe bis jetzt mein ganzes Leben in Kloten gewohnt und stelle mit Genugtuung fest, dass der Fluglärm, trotz intensivem Betrieb, nicht spürbarer geworden ist, im Gegenteil.» 

Viele Verbindungen fallen weg

Ein weiteres Problem: Ein Grossteil der täglich rund 20 eingeplanten Landungen und Abflüge nach 22.30 Uhr würde wegfallen. Zwar könne man das nicht auf die einzelnen Flüge herunterbrechen, erklärt Medienchefin Sonja Zöchling, aber betroffen wären laut Bericht in erster Linie Direktverbindungen nach Südamerika (São Paulo, aktuell 22.40 Uhr), Fernost (Hongkong, 22.40 Uhr; Singapur, 22.45 Uhr) oder Südafrika (Johannesburg, 22.40 Uhr).

Der Schaden ginge mit einer Umsatzeinbusse von rund einer Milliarde Franken und einem Verlust von mehr als zwei Millionen Passagieren wesentlich zulasten der einheimischen Fluggesellschaften Swiss und Edelweiss. Letztere könnte gut 15 Prozent ihrer Sommerdestinationen (Sizilien, Mallorca) nicht mehr bedienen.

Wann kommt die Bevölkerung?

Demgegenüber stehen nun aber auch die Anliegen der Bevölkerung: «Es braucht unbedingt eine Gesamtbetrachtung und -beurteilung», sagt Priska Seiler Graf, Nationalrätin (SP) und Stadträtin in Kloten. «Nicht nur den wirtschaftlichen Interessen muss Rechnung getragen werden, sondern auch dem Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner.»

Auch Jörg Mäder sieht die Verantwortlichen des Flughafens in der Pflicht: «Die FZAG erwähnt ja auch gerne, welche hervorragende Leistungen und Gewinne sie erwirtschaftet. Als Gemeinde sind wir aber nicht nur am Erfolg von ansässigen Firmen interessiert, sondern auch an dessen Auswirkung auf die Bevölkerung.»

Gerade das ständige Ausreizen der «aufgeweichten» Betriebszeiten wird daher von beiden Parteien sehr kritisch beobachtet. «Ich wünsche mir vom Bazl, dass es seine Aufsichtspflicht wahrnimmt und die Einhaltung der siebenstündigen Nachtruhe endlich durchsetzt.», so Seiler Graf. Und auch Thomas Hardegger, Präsident des Schutzverbandes der Bevölkerung um den Flughafen (SBFZ), fragt: «Wozu gibt es gesetzliche Ruhezeiten, wenn sie nicht eingehalten werden müssen?»

Stefan Tschudin, Chief Operation Officer der FZAG, hingegen zeigt, dass sich die Lärmbelastung in den Nachtstunden in den letzten drei Jahren bereits verbessert habe und das Korsett des SIL erfülle: allerdings nicht aufgrund von weniger Flugbewegungen, sondern kleinerer Maschinen. Weiterhin seien Änderungen von An- und Abflugrouten in Arbeit.

Der Verdacht, dass es sich bei der recht eigentlich unvertretbaren Vorverlegung der Nachtflüge um eine Scheindebatte handelt, legt ein weiterer Punkt nahe. Erst vor Kurzem hatte der Flughafen sechs zusätzliche Slots zwischen 22 und 22.20 Uhr bei der Koordinationsstelle beantragt, um der Nachfrage nach neuen Langstreckendestinationen nachzukommen. Entschärfen würden diese die Verspätungsproblematik wohl kaum. Tschudin widerspricht: «Wir haben eine Lücke im Flugplan ausgenutzt.»

Befremden darüber äussert auch der Pilotenverband Aeropers. Mediensprecher Thomas Steffen sagt, dass der Zeitpunkt für eine Kapazitätserhöhung nicht gegeben sei. «Es ist unsere Meinung, dass der Flughafen alle Ressourcen dafür aufwenden sollte, den Regelbetrieb ohne Verspätungen abzuwickeln.» Eine Vorverlegung befürwortet auch der Verband nicht. Hingegen seien die Politiker gefordert, endlich Hand für zukunftsträchtige Lösungen zu bieten, zum Beispiel beim Thema «Südstart geradeaus».

Alexander Vitolic, LokalinfoAG 11.7.2019


 
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