Startseite   »   Die Pechsträhne bei der Swiss nimmt kein Ende (Blick) Samstag, 20. Juli 2019 07:09
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Die Pechsträhne bei der Swiss nimmt kein Ende (Blick)
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Der Swiss klebt derzeit das Pech an den Tragflächen. Gleich diverse Flüge mussten in den letzten Tagen wegen Zwischenfällen annulliert werden.

Das Flug-Chaos bei der Swiss geht weiter. Nachdem der SonntagsBlick bereits in der Woche zuvor über das Langstrecken-Chaos bei der Swiss berichtete, folgten über das vergangene Wochenende weitere Zwischenfälle – nun sind auch Kurzstreckenflüge betroffen. Diesmal kann die Airline aber wenig dafür.

Vergangenen Samstagabend wollen André B. (56) aus Eschlikon TG und seine Frau von Valencia aus zurück in die Schweiz fliegen. Gegen 20 Uhr soll ihr Swiss-Flieger nach Zürich starten. «Wir haben am Flughafen eingecheckt und gingen zum Gate. Dann sahen wir, dass unser Flug eine Viertelstunde Verspätung hat», sagt B. Schliesslich werden sie zum Boarding aufgefordert. Vor dem Gate bildet sich eine Warteschlange. «Plötzlich ging nichts mehr. Durchs Fenster sah ich, dass unser Gepäck wieder aus dem Flugzeug geladen wurde.»

«Es war ein riesiges Chaos»

Erst nach und nach erhalten die Fluggäste erste Informationen. «Sie sagten uns, dass unser Flieger nicht starten wird. Der Grund wurde nicht kommuniziert», so der 56-Jährige. Nach einer dreistündigen Wartezeit wird klar: Der Flug des Schweizer Ehepaars wird umgebucht, jedoch erst auf Montagabend. «Für eine Unterkunft wurde nicht geschaut. Man musste sich komplett selber organisieren. Wir konnten zum Glück zurück ins Ferienhaus von meinem Onkel.»

«Am Flughafen waren auch junge Männer, die ins Militär einrücken mussten. Sie konnten nicht bis am Montag in Valencia warten.» Sie und viele weitere Passagiere seien deshalb mit einem Mietauto nach Barcelona gefahren und von dort aus zurück in die Schweiz geflogen. «Es war ein riesiges Chaos.»

Nach Blitzeinschlag nur Flug ohne Passagiere

Für den Ausfall des Fliegers in Valencia sorgten offenbar äussere Umstände, wie die Swiss auf Anfrage erklärt. «Auf dem Flug von Zürich nach Valencia war das Flugzeug von einem Blitz getroffen worden. Es wurde daraufhin einer Untersuchung unterzogen und nur für einen Rückflug ohne Passagiere freigegeben. Aus diesem Grund musste der Flug für die Passagiere bedauerlicherweise annulliert werden», sagt Mediensprecherin Meike Fuhlrott.

Da ein Ersatzflieger nicht mehr rechtzeitig vor der Nachtsperre in Zürich angekommen wäre, wurden die Passagiere auf den nächsten regulären Flug von Valencia zurück in die Schweiz umgebucht.

Diverse Ausfälle am Wochenende

Die Serie von Zwischenfällen bei der Swiss ging auch die nächsten Tage weiter. Am Sonntag erwischte es den Flug LX148 von Prag nach Zürich. Wegen schlechter Wettervorhersagen musste die Verbindung gestrichen und 160 Passagiere umgebucht werden. Und am Montag kam es auf dem Flug von Zürich nach Luxemburg zu einem Vogelschlag, weshalb sich die Cockpit-Crew entschied, nach Zürich zurückzukehren. Den Fluggästen sei später eine Ersatzmaschine zur Verfügung gestellt worden.

Wie die Swiss weiter bestätigte, kam es auch auf Flügen von Mailand nach Zürich sowie nach Lissabon zu Annullierungen. Auch diese seien aber allesamt auf äussere Umstände zurückzuführen oder waren eine Folge des Maschinenausfalls in Valencia, beteuert Sprecherin Meike Fuhlrott.

«In diesem Zusammenhang ist uns wichtig zu erwähnen, dass sämtliche Flugzeuge unserer Flotte den strengen Vorgaben von Herstellern und Behörden entsprechen und zu keiner Zeit sicherheitsrelevante Mängel aufweisen», sagt Fuhlrott weiter.

Probleme beim Airbus A320

Die Pechsträhne hatte bereits am 9. Juni mit einem Zwischenfall bei einem Airbus A320 der Swiss angefangen. Auf dem Flug von Oslo nach Zürich stieg das wichtigste von drei Hydrauliksystemen aus (BLICK berichtete). Mehrere Bremsklappen an den Tragflächen funktionierten nicht mehr und der Pilot musste vor der Landung sogar das Fahrwerk manuell ausklappen. Dieser Pannenflieger ersetzte nur Stunden zuvor einen anderen defekten Flieger.

Auf Anfrage bestätigte die Swiss damals die Probleme, die Passagiere und die Besatzungsmitglieder seien jedoch zu keiner Zeit in Gefahr gewesen. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) dagegen sprach von sicherheitsrelevanten Ereignissen.

Blick, 25.06.2019