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Zu teuer: Wädenswil aus Fluglärmforum ausgetreten (ZSZ)
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In diesen Tagen sind Tausende Eingaben gegen das neue Betriebsreglement des Flughafens versendet worden. Die Stadt Wädenswil macht nicht mehr mit beim Widerstand gegen Südstarts.

Drei Gemeinden aus dem Bezirk Horgen waren einst Mitglied des Fluglärmforums Süd. Hütten und Richterswil haben sich schon länger verabschiedet. Jetzt ist auch Wädenswil nicht mehr auf der Liste des Behördenforums zu finden, das sich gegen die Lärmbelastung der Bevölkerung im Süden des Flughafens einsetzt.

Der Austritt sei aus finanzpolitischen Gründen erfolgt, sagt Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP) auf Anfrage. Schon 2016 habe der Stadtrat beschlossen die Mitgliedschaft zu künden. Es war eine Zeit, in der der Stadtrat sparen musste. «Die damalige Finanzknappheit erforderte grosse Sparanstrengungen», so Kutter. Jede Ausgabe sei auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis überprüft worden, egal wie klein sie gewesen sei.

Auch die 5000 bis 6000 Franken, welche die Mitgliedschaft im Fluglärmforum gekostet hat, seien dem zum Opfer gefallen. Philipp Kutter ist Vorstandsmitglied bei Pro Flughafen Zürich, einem Unterstützerverein des Flughafens, dem vor allem Politiker von SVP und FDP angehören. Spielte das eine Rolle beim Entscheid? «Nein, hat es nicht», lautet die klare Antwort des Stadtpräsidenten. Er betont nochmals, dass es ein Entscheid des Gremiums war. Der Austritt sei eine von vielen Massnahmen zur Stabilisierung des Haushalts gewesen.

Weniger betroffen

Der Stadtpräsident betont: «Der Austritt ist kein Statement pro Fluglärm». Wädenswil könne seine Anliegen zur Flughafenpolitik andersweitig einbringen, etwa über die Konsultative Konferenz Flughafen Zürich. Zuletzt haben dort Flughafen und Regierungsrat die Gemeinden Ende September über das neue Betriebsreglement informiert. Dieses beinhaltet die geplanten Südstarts geradeaus bei Bise.

Beim Bundesamt für Zivilluftfahrt sind in diesen Tagen wieder Tausende Eingaben zum Betriebsregelement eingetroffen. Ein Grossteil der Gemeinden im Bezirk Meilen fordert, dass der Bund die Südstarts nochmal hinterfagt. Jürg Eberhard (FDP), Gemeindepräsident von Zumikon sagt, dass sich nach wie vor viele Einwohner vom Fluglärm gestört fühlen. Am linken Seeufer wirft das Thema weniger hohe Wellen. Unter anderem darum, weil die Flugzeuge beim Start sehr schnell hochziehen und nach dem Flug über den Zürichsee schon eine beträchtliche Flughöhe erreichen.

Besonders viele Eingaben gegen das Reglement, nach eigenen Angaben 6109, erfolgten durch den Verein Flugschneise Süd-Nein (VFSN), der auch Mitglieder im Bezirk Horgen hat. Ausgerechnet in Wädenswil wohnen die Aktivsten. Aus diesem Umfeld dürfte auch die einzige Reaktion stammen, die bisher beim Wädenswiler Stadtrat wegen des Austritts aus dem Fluglärmforum eingetroffen ist.

ZSZ, 04.10.2018



Kommentar VFSN: Klar, eine Gemeinde mit nur knapp 22’000 Einwohnern kann so einen Brocken von Fr. 5’000.- natürlich unmöglich stemmen. Das sind happige 0.00285% des Gemeindebudgets!