Startseite   »   Fluglärmgegner müssen mit Thomas Klühr rechnen (infosperber) Dienstag, 17. Oktober 2017 09:58
 Startseite
 English Content
 Verein/Kontakt
 VFSN-info
 Anlässe
 News
 Politik
 Fakten
 Häufige Fragen
 Leserbriefe
 Bild des Monats
 Monatsrückblicke
 Bilder
 Links
 - - - - - - -
 Mitglied werden
 Login
 Sitemap
 - - - - - - -
 043 816 21 31
 Lärmtel. Flughafen ZH
 Lärm-Mail

 
Fluglärmgegner müssen mit Thomas Klühr rechnen (infosperber)
  Back print E-mail
Der Chef der Lufthansa-Tochter Swiss will in Zürich einen «Hub plus». Die Schweiz verneigt sich vor dem Gesslerhut in Frankfurt.

Red. Weil die Gegner eines weiteren Ausbaus des Flughafens Zürich in grossen Medien zu wenig zu Wort kommen, geben wir hier ausnahmsweise einem Mediensprecher das Wort. Stöhlker vertritt die «Stiftung gegen den Fluglärm».

Der bayerische Statthalter des Deutsche Lufthansa-Konzerns in der Schweiz heisst Thomas Klühr. Er ist seit anderthalb Jahren CEO der Swiss, der ertragreichsten Tochtergesellschaft des deutschen Luftfahrtkonzerns, die vom Bundesrat in einem Anflug von Verzweiflung für 70 Millionen Franken nach Frankfurt verschachert wurde. Seither macht die Swiss Jahresgewinne in mehrfacher Höhe dieses Betrags und ist eine massgebliche Stütze des erfolgreichen, aber immer noch finanziell angeschlagenen deutschen Konzerns.
[Siehe dazu «Tagesschau übernimmt blindlings die Swiss-Zahlen».]

Klühr ist der Hauptgegner aller 300'000 Menschen rund um den Flughafen Zürich in Kloten, die bis gegen Mitternacht belärmt und ab 6.02 Uhr am Morgen aus den Betten gedröhnt werden. Die Nachtruhe der Kinder, Alten und Kranken interessieren ihn kaum. Der Schutz der Zürcher Umwelt, die durch Lärm und Abgase ausgelösten Gesundheitsprobleme, interessieren ihn auch nicht. Er muss Piegen, damit die Deutsche Lufthansa Unanziell gesundet und seine Karriere von München über Zürich wieder nach Frankfurt führt.

Klühr und sein Chef Carsten Spohr haben sich beim – ebenfalls bayerischen – deutschen Verkehrsminister Dobrindt nicht für die Schweizer Anliegen eingesetzt. Ihre deutschen Landsleute in Südbaden und Baden-Württemberg, wo maximal 7'000 Menschen mit Flüstergeräuschen «belärmt» werden (so die ogzielle Merkel-Leuthard-Studie), können gut schlafen.

Klühr will Zürich-Kloten zum «Hub plus» der Deutschen Lufthansa ausbauen, ein LandesPughafen nicht nur für die Schweiz, wie er gedacht war, sondern auch für Baden-Württemberg. Dort regieren die Grünen in enger Gemeinschaft mit den Schwarzen (CDU) und verbündet gegen die Schweizer Lärmopfer.

Schweizer Eliten gegen das Volk

Die Schweizer Eliten aus Politik und Wirtschaft, die nicht mehr in der Lage waren, die Swissair und die Swiss erfolgreich selbst zu führen, sind einstimmig übergelaufen zu Thomas Klühr und der deutschen Super-Airline.

Thomas Klühr ist heute im Vorstand der Dachorganisation der Schweizer Wirtschaft économiesuisse. Er ist nicht nur CEO der Swiss, sondern auch Mitglied des Verwaltungsrats von Edelweiss, der Schwestergesellschaft der Swiss. Er wurde soeben in den Vorstand der Handelskammer Deutschland-Schweiz in Zürich gewählt.

Das Schweizer Volk darf die, gemessen am Ausland, überteuerten Tarife der Swiss bezahlen. Darf den Dreck schlucken, der auf seinen Terrassen liegt, weil im Umfeld der Flugschneisen alles schneller schwarz wird als sonst im Land.

Die Südlandungen in Kloten sind die Folge eines deutschen Diktats. Die jetzt vom Schweizer Bundesrat bewilligten Südstarts sind eine Katastrophe für eine Schweizer Kulturlandschaft und alle sie bewohnenden Menschen. Einzig die Zürcher Regierungsrätin Carmen Walker Späh, eine Fachfrau für Verkehr, hat bisher einiges an Schlimmem verhindern können. Doch gegen die Lufthansa-Lobby in Bern versagte auch die Kraft der Zürcher Regierungsrätin. Kein einziger der Zürcher National- und Ständeräte eilte ihrem Wahlvolk zu Hilfe. Das gilt auch für den volkstümlichen Zürcher Bundesrat Ueli Maurer, der gerne Grashalme frisst, dies aber in der Lufthansa-Schneise nicht mehr tun sollte.

Demnächst, nach der Übernahme der Air Berlin durch die Lufthansa, werden in Zürich-Kloten über 70 Prozent der Passagiere durch diesen deutschen Konzern befördert. Schon heute sind die Flugpreise zwischen Zürich und Wien massiv gestiegen. Eine Wettbewerbsklage einzureichen, wird wohl niemand wagen.

Wilhelm Tell, der von der Vereinigten Schweizer Linken vor dreissig Jahren aus der Landesgeschichte ausgegrenzt wurde, müsste heute gegen diesen neuen Gessler antreten. Die Schweiz aber verneigt sich vor diesem neuen Gessler- Hut, der aus Frankfurt kommt.

infosperber, 02.09.2017