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«Dem Süden krass in den Rücken gefallen» (Leserbriefe ZSZ)
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Aus den kürzlich veröffentlichten Interviews mit dem seit wenigen Tagen pensionierten Skyguide-Chef Daniel Weder kann man vermuten, dass er ein guter Vorgesetzter für seine Mitarbeiter war und ihnen, wenn nötig, den Rücken stärkte.  Ganz anders und dem Zeitgeist des Flughafens und seiner Lobby entsprechend, fällt Weder den Fluglärmgeplagten mit seinen Aussagen und Ideen krass in den Rücken.

Ich gönne ihm den Ruhestand an einem ruhigen Ort. Es ist ganz und gar nicht unsympathisch und diesbezüglich geradezu etwas menschlich von Weder, dass er sich auf seine Lina – den Maulesel – freut. Hingegen äusserst abstossend und abnorm demgegenüber ist sein Mitgefühl der vom Fluglärm betroffenen Bevölkerung gegenüber mit seiner Aussage, dass man diese so quasi auf Fluglärm vorbereiten und sukzessive über die Jahre hinweg schon an die Südstarts straight hätte gewöhnen müssen. Weder würde doch sicher auch alles vorkehren, um seine Lina gesund zu erhalten. Wir im Gegenzug müssen nach solch einer Aussage einmal mehr annehmen, dass wir für diese Flughafenlobby rein gar nichts bedeuten, und schon gar nicht die notwendige Fürsorge, notabene als steuerzahlende Bürger und Bürgerinnen erhalten. Eine Lina müsste man sein und nicht als Mensch unter einer mit Notrecht eingeführten Flugschneise schon seit 14 Jahren leben und schlafen müssen.

Monika Stutz, Zumikon

 

«Bewusst gesundheitlichen Schäden ausgesetzt»

Der pensionierte CEO der Skyguide, Daniel Weder, wirbt nach dem in der NZZ erschienenen Interview nun auch in der ZSZ für den Südstart straight. Aus Sicherheitsgründen soll dieser eingeführt werden, dabei ist schon lange klar, dass Sicherheit in diesem Fall als Synonym für Kapazitätssteigerung steht.

Weder weiss, dass die Kreuzungen nicht das eigentliche Problem sind. Es hat in der jüngeren Luftfahrtgeschichte keine Unfälle gegeben, deren Ursache auf Kreuzungen zurückzuführen waren. Es ist vielmehr der masslose Verkehr, welcher eine echte Herausforderung für die Lotsen ist. Zudem erschwert die Topografie rund um den Flughafen die Arbeit der Lotsen noch zusätzlich. Die Schweiz ist ein kleines Land mit einem entsprechend kleinen Luftraum, dem Kapazitätsausbau sind natürliche Grenzen gesetzt.

Die Lufthansa hat zum Ziel, in Zürich einen Hub plus einzurichten, das war in der letzten Ausgabe der «Bilanz» zu lesen. Das Dreamteam Bazl, Flughafen und Skyguide unterstützt diese Ausbauwünsche vorbehaltlos, geht es doch um Shareholder-Value, Prestige und diffuse Angst vor der umtriebigen Aviatiklobby. An die Mär von der volkswirtschaftlichen Bedeutung der Umsteigepassagiere glaubt schon lange keiner mehr.

Leider hat die Schweizer Politik in Sachen Flughafenmanagement seit Jahrzehnten versagt. Die Bevölkerung im Süden ist mit der Einführung der Südanflüge vor 14 Jahren überrascht worden. Der Glaube an den Rechtsstaat ist über Nacht vernichtet worden, verstösst doch die Notrechtübung zur Öffnung des Südens für die Luftfahrt gegen geltende Richtpläne und Umweltschutzund Lärmschutzgesetze. Der Grund hierfür: gescheiterte Verhandlungen mit Deutschland.

Da diese Verhandlungen auch nach 14 Jahren immer noch als gescheitert gelten und die Kapazitätszitrone bis zum letzten Tropfen ausgepresst werden soll, wird der Straight 16 propagiert, dies, obwohl die vom Bund in Auftrag gegebene Lärmstudie der Uni Basel eindeutig beweist, dass schon Lärm ab 40 Dezibel zu schwerwiegenden Gesundheitsschäden führt. Diese missliebige Studie wird jedoch nicht an die grosse Glocke gehängt, es wird darüber konsequent geschwiegen. Die Bevölkerung rund um den Flughafen wird bewusst gesundheitlichen Schäden ausgesetzt.

Ursula Hofstetter, Forch

 

«Hunderttausende sind negativ betroffen»

In wenigen Wochen wird der Bundesrat entscheiden, ob der Flughafen Kloten künftig auch Starts über Zürichs Süden ausführen darf. Hunderttausende von Menschen sind davon negativ betroffen, weil der Lärm, die Gesundheitsund die Umweltrisiken gewaltig sein werden. In jedem Garten, auf jeder Terrasse und in vielen lärmbedrohten Schlafzimmern zwischen Opfikon, Dübendorf, dem Zürcher Seefeld, in Zollikon, Zumikon, Egg bis nach Horgen, wird nur darüber gesprochen, was nach den ungesetzlichen Südlandungen nun die Südstarts bedeuten werden.

Warum berichtet die «Zürichsee-Zeitung», in der Kernzone des heutigen wie des künftigen Lärms beheimatet, darüber nur gelegentlich und eher zurückhaltend? Im Gegensatz steht dazu ein gross aufgemachtes Interview des scheidenden SkyguideCEOs Daniel Weder – welcher den Südstart explizit fordert.

Waltraud Borsodi, Egg

Leserbriefe zum Artikel: «Der Flughafen wird politisch betrieben» , ZSZ, 12.07.2017