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Zürcher Regierung will Südstarts beschränken (NZZ)
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Die Zürcher Regierung nimmt Stellung zu den Plänen des Bundes zum Flughafen Zürich: Sie akzeptiert Pistenverlängerungen, Südstarts geradeaus will sie aber stark limitieren. Neue Berechnungen zeigen zudem, welche Regionen von den angepassten Routen besonders betroffen wären.von Andreas Schürer

Die Zürcher Regierung hat sozusagen das Schlusswort, bevor dann voraussichtlich im Sommer der Bundesrat entscheidet: Er wird festlegen, mit welcher Infrastruktur und welchen Flugrouten am Flughafen Zürich in den nächsten rund zehn Jahren geflogen werden kann. Zur Diskussion steht der vom Bund im September vorgestellte SIL 2, das neue Objektblatt im Sachplan Infrastruktur Luftfahrt. Nun ist das Anhörungs- und Mitwirkungsverfahren abgeschlossen.

«Sicherheitsbrille aufgesetzt»

Zentrale Elemente im SIL 2 sind Südstarts geradeaus bei Nebel und Bise über Teile der Stadt Zürich, der Zürichseeregion und des Zürcher Oberlands, Verlängerungen der Pisten 28 und 32 sowie ein Ausbau der Stundenkapazität von 66 auf 70 Flugbewegungen im Nord- und Ostkonzept am Tag. Die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (fdp.) betont, dass der federführende Bund diesen Schritt klar als «Sicherheits-SIL» definiert habe, der ermöglichen soll, Erkenntnisse aus einer 2012 publizierten Sicherheitsüberprüfung umzusetzen. «Bei der Beurteilung des Vorschlags haben wir darum die Sicherheitsbrille aufgesetzt», sagt Walker Späh. Es sei dem Zürcher Regierungsrat durchaus bewusst, dass keine der im SIL-Bericht untersuchten Varianten die engpassfreie Nachfrageprognose von 376000 Flugbewegungen im Jahr 2030 zu erfüllen vermöge, nicht einmal jene mit Südstarts geradeaus im Regelbetrieb. Diese widersprächen zudem der Flughafenpolitik der Regierung, die den Grundsatz befolge, dass möglichst nicht über dicht besiedeltes Gebiet geflogen werden solle. Zu den im SIL 2 vorgeschlagenen Anpassungen schickt der Zürcher Regierungsrat folgende Botschaften nach Bern.

  • Südstarts geradeaus: Der Regierungsrat anerkennt, dass Südstarts geradeaus bei Bise die Sicherheitsmarge erhöhen. Das heutige Bisenkonzept birgt Risiken, da sich Flugzeuge am Boden und in der Luft kreuzen. Im neuen Bisenkonzept mit Landungen auf die Piste 14 und Starts geradeaus ab der Piste 16 würden diese Kreuzungspunkte eliminiert. Als nicht begründet beurteilt der Regierungsrat Sicherheitsverbesserungen dank geraden Südstarts bei Nebel. Die Problematik der gefährlichen Kreuzungspunkte sei bei dieser Wetterlage weit weniger ausgeprägt, schreibt er in seiner Stellungnahme. Laut den Plänen des Bundes würden bei Bise und Nebel im Jahr 2030 jährlich rund 13 000 Südstarts geradeaus erfolgen, rund 5000 davon bei Nebel. Bezüglich der Bisenlage verlangt der Regierungsrat zudem, dass klare Kriterien für diese Wettersituation definiert sowie ein Monitoring durchgeführt wird.
     
  • «Bellevue-Route»: Auf Kritik stösst die Variante des Südstarts geradeaus, in der nach einer raschen Rechtskurve der dicht besiedelte Zürcher Stadtkreis 11 überflogen wird, unter anderem das Bellevue. Begründet wird dies vom Bund damit, dass weiter südlich führende Routen teilweise durch den Kontrollraum des Militärflugplatzes Emmen führen würden. Der Regierungsrat schreibt: «Die Interessen der Stadt Zürich dürfen nicht der Freihaltung des Kontrollraumes Emmen untergeordnet werden.»
     
  • Kapazität: Der Regierungsrat betont, dass die neue Zielvorgabe von 70 Bewegungen pro Stunde keinen Zusammenhang mit der Verbesserung der Sicherheit habe. Die Verbindlichkeit des SIL beschränke sich zudem auf die Raumplanung. Es sei daher fraglich, ob diese Vorgabe für den Flughafen überhaupt verbindlich sei.
     
  • Pistenverlängerungen: Dass Verlängerungen der Pisten 28 und 32 und der Einsatz des so verbesserten Ostkonzepts die Sicherheitsmarge verbessern, anerkennt der Regierungsrat. Die dadurch erreichte Stabilisierung des Betriebs müsse so genutzt werden, dass die Nachtruhe besser eingehalten werden könne. Klar müsse allerdings sein, dass Pistenverlängerungen vom Kantonsrat und letztlich vom Zürchervolk genehmigt werden müssten.
     
  • Nachtruhe: Die Einhaltung der siebenstündigen Nachtruhe von 23 bis 6 Uhr sei für die Akzeptanz des Flughafens entscheidend, schreibt der Regierungsrat. Auch wenn die Zeit von 23 bis 23 Uhr 30 für den Verspätungsabbau genutzt werden könne, müsse alles unternommen werden, dass diese halbe Stunde frei von Flugbewegungen bleibe.
     
  • Betroffenheit: Im Auftrag des Zürcher Amts für Verkehr hat die Empa berechnet, wie sich eine vollumfängliche Umsetzung der SIL-2-PLäne des Bundes im Prognosejahr 2030 auf die Bevölkerung auswirken würde. Laut den Kriterien des Zürcher Fluglärm-Indexes wären die Städte Zürich und Winterthur sowie die Bezirke Uster, Dielsdorf und Andelfingen stark betroffen. Im Bezirk Meilen wären die Veränderungen gering.

Kritik aus verschiedenen Richtungen

asü.  Die Reaktionen auf die Stellungnahme der Zürcher Regierung fallen unterschiedlich aus. Urs Holderegger, Sprecher des Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl), freut sich, dass Südstarts geradeaus bei Bise gestützt würden. Für die Erhöhung der Sicherheitsmarge sei dies wichtig, die Kapazitätsprobleme am Flughafen Zürich blieben indes bestehen. Die Ablehnung der Südstarts bei Nebel nehme das Bazl zur Kenntnis. Auch der Flughafensprecher Philipp Bircher betont, dass die Position des Kantons keine langfristigen Perspektiven für die Entwicklung enthalte. Im Rahmen des lange wirksamen Sachplan-Objektblattes müsse genau dies aber erfolgen. Bezüglich der Sicherheit sei der Südstart bei Bise sehr wichtig, bei Nebel wünschenswert. Vladi Barrosa, Sprecher der Flugsicherung Skyguide, sagt zu diesem Punkt: «Die Ausklammerung des Südstarts bei Nebel ist für uns nicht nachvollziehbar.» Das Fluglärmforum Süd und weitere Organisationen im Süden stützen den Regierungsrat in der Stossrichtung, möglichst wenig Menschen mit Fluglärm zu belasten, Südstarts geradeaus werden von den meisten aber kategorisch abgelehnt. Der Schutzverband der Bevölkerung rund um den Flughafen und der Verein Region Ost wehren sich derweil gegen Pistenverlängerungen.

NZZ, 14.02.2017


 
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