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Die Swiss ist «die deutsche Swiss» (Glattaler)
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Andreas Pfisterer, deutscher Staats­angehöriger, ehemaliger Pilot bei der Swissair und ehemaliger Inspektor beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) mit Hobby Fliegerei und Ju-Air, unterstellt in seinem Leserbrief der Stiftung gegen Fluglärm hetzende Parolen gegen alles Deutsche. Dies bedarf einer angemessenen Richtigstellung:

Erstens: Die Swiss ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der deutschen Lufthansa. Auch wenn der Sitz der Firma in der Schweiz ist, werden die massgeblichen Entscheide in Frankfurt getroffen. Der Betriebsgewinn fliesst in den Lufthansa-Konzern. Deshalb ist die Swiss «die deutsche Swiss». Übrigens: Zirka 70 Prozent aller Flugbewegungen auf dem Flughafen Kloten sind solche von Flugzeugen deutscher Fluggesellschaften (inklusive Swiss).

Zweitens: Es ist das erklärte Ziel des Lufthansa-Konzerns, Zürich insbesondere für die Konzerngesellschaften Swiss, Lufthansa und Eurowings als Hub auszubauen. Die neuen Flugzeuge, welche die Swiss anschafft, haben alle mehr Sitzplätze als diejenigen, welche ersetzt werden. Die Sitze müssen gefüllt werden. Der Konkurrenzkampf mit den Golf-Airlines ist längst voll entfacht und drückt auf die Preise. Die Kapazität der Swiss soll gesteigert werden, weshalb sie ultimativ Südstarts geradeaus fordert. Diese Südstarts führen über Opfikon-Glattbrugg, Schwamendingen, Dübendorf und auch über die Stadt Zürich über dicht besiedeltes Gebiet. Mit den Südanflügen am Morgen und den immer häufiger werdenden Anflügen über Süden auch am Abend ist es leider eine Tatsache, dass wir bei Eintreten dieses Szenarios bis zu zehn Stunden Fluglärm pro Tag haben würden. Dies widerspricht den geltenden Gesetzen betreffend Raumplanung und Lärmschutz, schädigt die Bewohner an Gesundheit und Lebensqualität und ist wider jede Vernunft. Nützen würde es der deutschen Lufthansa.

Drittens: Andreas Pfisterer meint, es seien Herr und Frau Schweizer, welche mehrmals pro Jahr in die Ferne flögen und dafür aber nicht zuerst nach Frankfurt oder München fahren wollten. Als Aviatikfachmann weiss er und verschweigt aber, dass die Bewohner des deutschen Bundeslandes Baden-Württemberg, welches mehr Einwohner zählt als die ganze Schweiz, keinen eigenen Hub haben und deshalb von München oder Zürich aus in die weite Welt fliegen. Zwischen Stuttgart und Zürich gibt es täglich zehn Flugverbindungen, auch solche zwischen 6 und 7 Uhr und zu später Stunde um 22.40 Uhr. Detailinformationen dazu sind auf www.stiftungfluglaerm.chExterner Link zu finden.

Viertens: Andreas Pfisterer versteigt sich weiter zur Aussage, der Kanton Zürich und die ganze Schweiz würden von den Steuereinnahmen durch den Flughafen leben. Fakt ist, dass der Flughafen Zürich eine Wertschöpfung von 6,1 Milliarden Franken aufweist. Dies entspricht 5 Prozent des Brutto­inlandprodukts des Kantons. Der Flug- hafen ist eine wichtige Verkehrsinfrastruktur. Dass aber der ganze Kanton und gar die Schweiz davon leben, ist eine masslose Fehleinschätzung Pfisterers.

Fünftens: Es ist eine Tatsache, dass Deutschland seit 2003 den Landeanflug auf Kloten von Norden zu bestimmten Zeiten untersagt. Aus diesem Grund haben zu den Sperrzeiten die Anflüge von Osten oder von Süden zu erfolgen, wo die Bevölkerungsdichte sehr gross ist. Die Bewohner werden in ihrem Schlaf und ihrer Ruhe gestört. Es gibt viele medizinische Studien, welche belegen, dass dadurch erhebliche gesundheitliche Schäden entstehen. Die Anflüge über Norden, welche zuvor während fast 50 Jahren praktiziert wurden, erfolgen weitgehend über wenig besiedeltes Gebiet. Die wenigen im Norden von Fluglärm wirklich betroffenen Ortschaften (zum Beispiel Hohentengen) könnten und müssten vollumfänglich entschädigt werden. Deutsche Politiker verweigern jede Verhandlung.

Sechstens: Es ist eine weitere Tatsache, dass die von Bundeskanzlerin Merkel und Bundespräsident Couchepin im Jahr 2008 veranlasste Lärmstudie, welche durch eine deutsche Firma erstellt wurde und seit 2009 vorliegt, von den Deutschen schlicht ignoriert wird, weil sie nicht das erhoffte Ergebnis gebracht hat.

Adolf Spörri, Stiftung gegen Fluglärm, Gockhausen

 

Nicht die Deutschen als Volk im Visier

«Nur noch hetzende Parolen gegen alles Deutsche», «Glattaler» 8. Juli.

Herr Pfisterer scheint nicht ganz richtig orientiert zu sein. Die Stiftung gegen Fluglärm hat nicht die Deutschen als Volk im Visier, wohl aber die Airline Swiss, Tochter der Lufthansa und zudem deren Funktion als Goldesel für Letztere.

Die CEOs der Swiss überbieten sich mit dreisten Ansprüchen an die Schweizer Politik, dies mit dem einzigen Ziel, ihre Gewinnmarge zu steigern. Dies geschieht mittels Herankarrens möglichst vieler Umsteigepassagiere nach Kloten, zu Dumpingpreisen natürlich.

Thomas Klühr, CEO der Swiss, bestätigt dies in einem Interview in der NZZ vom 25. Juni, nämlich: «In Zürich können wir mit den lokalen Aufkommen drei bis fünf Lang­streckenziele anbieten, mehr nicht. Wir müssen also aus europäischen Nachbarstaaten Umsteigepassagiere einfliegen können.»

Diese Umsteigepassagiere sind für die Schweizer Wirtschaft absolut bedeutungslos, denn in den allermeisten Fällen haben diese im Transit nicht einmal Zeit, einen Kaffee zu trinken.

Des Weiteren fordert die Swiss den Südstart Straight, was der Bevölkerung im Süden des Flughafens, auch in Dübendorf, noch zusätzlichen Fluglärm bescheren würde. Zudem sind Starts einiges lauter als Landungen. Auch die neuen Flugzeuge B777 und die C-Series, welche als Flüster-Jets propagiert werden, können diese Lärmtatsache nicht aus dem Weg räumen.

Leider werden in Bern ausschliesslich die Begehrlichkeiten der, nun ja, deutschen Swiss berücksichtigt. Die Anwohner rund um den Flughafen gelten als Kollateralschaden.

Wir müssen uns nicht gegen die Deutschen wehren, sehr wohl müssen wir uns aber für unsere Lebensqualität einsetzen, und da die Swiss nun mal eine deutsche Firma ist, auch wenn ihr neustes Flugzeug Kanton Zürich getauft worden ist, halt eben gegen diese.

Ursula Hofstetter, Forch

 

Der Flughafen soll der Schweizer Bevölkerung dienen

«Nur noch hetzende Parolen gegen alles Deutsche», «Glattaler» 8. Juli.

Da ich selbst gebürtige Deutsche bin, verwahre ich mich gegen die Aussagen, welche Andreas Pfisterer in seinem Leserbrief in der vergangenen Ausgabe des «Glattalers» gemacht hat.

Es ist Tatsache, dass die Flug- gesellschaft Swiss eine Tochter der deutschen Lufthansa ist. Und es ist Tatsache, dass der Süden des Kantons Zürich seit fast 13 Jahren für unzulässige Landungen missbraucht wird – und dies zu Unzeiten und vor allem durch die deutsche Swiss.

Ob Andreas Pfisterer bekannt ist, dass der Flughafen Zürich nachweislich von der Bevölkerung aus dem deutschen Bundesland Baden-Württemberg rege benützt wird? Bekannt sind auch Flüge seiner Politiker in die Bundeshauptstadt Berlin. Zudem finden gerade aus diesem südlichen Gebiet unseres Nachbarlands viele Leute Arbeit in der Schweiz – und das vor allem am Flughafen.

Abgesehen davon ist der Flughafen Kloten der Schweizer Landesflughafen und soll deshalb vor allem der Schweizer Bevölkerung dienen. Nicht aber den langsam masslosen Wünschen der deutschen Swiss, per Hub ihre Kunden aus diversen Flughäfen in Deutschland und anderen Ländern erst nach Zürich zu fliegen um dort umzusteigen. Diese Wünsche bringen den Schweizern keinen Rappen, stattdessen aber Lärm und Umweltverschmutzung. Und nun werden von der Swiss auch noch Südstarts geradeaus über dieses bereits heute sehr belastete Gebiet verlangt, was gerade für den Dübendorfer Ortsteil Gockhausen eine absolute Lärm- und Umweltverschmutzung bedeutet.

Ich bin übrigens kein Mitglied der Stiftung gegen Fluglärm, jedoch beim Verein Schneise Süd – Nein. Beide setzen sich für unsere verlorene Lebensqualität ein.

Nicht zu vergessen ist, dass sich das Fluglärmforum Süd, einem Zusammenschluss aller betroffenen Südgemeinden, für seine Bürger und Bürgerinnen gegen dieses Flugregime wehrt, auch für den Leserbriefschreiber aus Dübendorf.

Ich zitiere aus der Website des Forums: «Das Fluglärmforum Süd setzt sich zum Ziel, mit allen politischen und rechtlichen Mitteln die widerrechtlichen und schädlichen Südanflüge zu stoppen und Südabflüge zu verhindern, welche weite Gebiete des Zürcher Oberlands, der Regionen Pfannenstiel und Albis mit zusätzlichem Fluglärm eindecken würden. Zudem gilt es zu verhindern, dass mit einer zivilen Nutzung des Flugplatzes Dübendorf für die Bevölkerung um den Flugplatz und im Süden neue Lärmimmissionen resultieren. Flugverkehr ist wichtig, aber nicht um jeden Preis!»

Waltraud Borsodi, Egg ZH

Glattaler, 15.07.2016, Seite 14Externer Link

Leserbriefe zu  «Nur noch hetzende Parolen gegen alles Deutsche», «Glattaler» 8. Juli.