Startseite   »   Sicherheitsrisiko ist selbstverschuldet (VFSN) Mittwoch, 16. April 2014 15:03
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 Lärmtel. Flughafen ZH

 
Sicherheitsrisiko ist selbstverschuldet (VFSN)
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Wenn ein Anhänger überladen wird, dann ist die Sicherheit nicht mehr gegeben.

Das Sicherheitsrisiko am Flughafen Zürich ist durch die Flughafenbetreiberin und die Airlines selbstverschuldet. Wenn immer mehr Flugbewegungen in kürzeren Zeitabständen gefordert werden,  dann muss ein sich kreuzendes Pistensystem an die Grenzen des machbaren und verantwortbaren stossen.

Gemäss Wunschdenken der Flughafenbetreiberin sollen in Zürich in den Spitzenzeiten rund 100 Flugbewegungen pro Stunde abgewickelt werden!

Nur eine Abkehr von solch grössenwahnsinnigen Ideen wird den Sicherheitsstandard weiterhin gewährleisten. Zürich braucht keine Parallelpisten für einen sicheren Flugbetrieb. Zürich benötigt einen Flugplan der auf die baulichen Gegebenheiten und nicht auf Gewinnoptimierung ausgerichtet ist.

Es ist wie beim Anhänger, wenn er nicht überladen wird, dann ist die Sicherheit in allen Situationen gegeben.

Thomas Morf, 16.05.2012
Präsident VFSN


«Das Problem mit den Fast-Zusammenstössen ist hausgemacht»

Von Olivia Raths 

Nach mehreren Fast-Zusammenstössen am Flughafen Zürich stellt sich wieder die Frage: Soll eine Parallelpiste her, wo sich Flugzeuge weniger im Weg sind als auf sich kreuzenden Pisten? Die möglichen Szenarien.

Durchschnittlich fast im Jahrestakt kam es seit 2000 zu Fast-Zusammenstössen von Flugzeugen am Flughafen Zürich (Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete). Letztes Jahr verhinderten die Piloten eines Swiss-Flugzeugs im letzten Moment eine Katastrophe: Sie brachen bei einer Geschwindigkeit von 250 km/h den Start sofort ab, als sich von rechts ein anderes Swiss-Flugzeug näherte.

Der Vorfall ereignete sich beim Pistenkreuz, wo sich die Pisten 28 und 16 treffen. Weil besagte Vorfälle der letzten Jahre sich meistens dort ereigneten, stellt sich einmal mehr die Frage nach einer Parallelpiste am Flughafen Zürich. «Dies wäre eine gute Lösung, auch aus Gründen der Sicherheit», sagte Swiss-CEO Harry Hohmeister im letzten August in einem «SonntagsBlick»-Interview. «Mit einer Parallelpiste können wir uns die nächsten Jahrzehnte gut bewegen.»

«Weniger Flüge, mehr Fluglotsen»

Gegen einen Ausbau stemmen sich jedoch diverse Fluglärmgegner aus allen Himmelsrichtungen. Sie monieren, der Flughafen Zürich müsse nicht ständig wachsen auf Kosten der Bevölkerung. Wie aber stehen sie zum Sicherheitsaspekt von Parallelpisten, mit denen das Risiko von Flugzeugzusammenstössen reduziert werden könnte?

Laut Thomas Morf, Präsident des Vereins VFSN (Verein Flugschneise Süd – Nein), braucht es keine neue Parallelpiste für mehr Sicherheit am Flughafen. Eine solche sei ohnehin nur beschränkt sinnvoll: «Aus Platzgründen wäre sie zu nahe bei der bestehenden Piste, sodass ein uneingeschränkter Parallelbetrieb nicht zulässig wäre.» Ein Problem sei vielmehr der sehr dichte Flugplan. Deshalb sei ein neues Konzept unter den heutigen Bedingungen nötig, meint Morf. «Die Problematik könnte man entschärfen, indem der Flugplan in den Spitzenzeiten weniger dicht wäre, zudem braucht es mehr Fluglotsen.»

«Der Betrieb am Flughafen Zürich ist sehr sicher»

Also mehr Sicherheit durch Abbau statt Ausbau? Morf ist der Ansicht, man müsse nicht um jeden Preis alle 30 Sekunden starten und landen. «Das Problem mit den Fast-Zusammenstössen ist hausgemacht vom Flughafen und den Airlines. Diese wollen immer mehr Flugbewegungen in einem kürzeren Zeitintervall.»

Laut Thomas Morf könne der Flugbetrieb auch folgendermassen sicherer gemacht werden: «Wenn die Piste 28 verlängert würde und man dann von Osten her landet sowie zeitgleich nach Norden startet.» Dabei würden sich die Flugzeuge weniger in die Quere kommen. «Das ist allerdings schlecht für die Anwohner östlich des Flughafens, und das darf nicht sein.»

Eine Parallelpiste ist auch für die IG Flughafen Zürich, die sich für die Förderung des Flughafens Zürich einsetzt, momentan «politisch kein Thema». Im SIL-Prozess seien Parallelpisten längst ausgeschlossen worden, so Präsident Herbert Höck. «Die verbliebenen Varianten sehen keine Parallelpisten vor.» Obwohl laut Höck Zusammenstösse bei Parallelpisten praktisch nicht möglich sind, meint er, dass der Zürcher Flugbetrieb mit den Pistenkreuzen heute «sehr sicher» sei.

Tages-Anzeiger, 16.05.2012Externer Link