Startseite   »   Deutschland und die Schweiz: Eine schwierige Freundschaft (SĂŒdkurier) Donnerstag, 30. Juni 2016 21:31
 Startseite
 English Content
 Verein
 VFSN-info
 AnlĂ€sse
 News
 Politik
 Fakten
 HĂ€ufige Fragen
 Leserbriefe
 Bild des Monats
 MonatsrĂŒckblicke
 Bilder
 Links
 - - - - - - -
 Mitglied werden
 Login
 Sitemap
 - - - - - - -
 043 816 21 31
 LĂ€rmtel. Flughafen ZH
 LĂ€rm-Mail

 
VFSN-Seite
Zu Favoriten hinzufügen
Zur Startseite machen

Deutschland und die Schweiz: Eine schwierige Freundschaft (SĂŒdkurier)
  Back print E-mail
Außer den nackten Wirtschaftsdaten scheint es derzeit nicht viel Verbindendes zwischen den beiden LĂ€ndern zu geben.

Man solle nicht immer nur das Trennende in den Mittelpunkt stellen, sondern auch das Verbindende zwischen Baden-WĂŒrttemberg und der Schweiz hervorheben, sagte der baden-wĂŒrttembergische MinisterprĂ€sident Kretschmann vor seinem Besuch in Bern Anfang Mai, wo er gleich von vier Mitgliedern des Bundesrats, also der Schweizer Regierung, empfangen wurde. Aber außer den nackten Wirtschaftsdaten – ein Drittel der Schweizer Exporte nach Deutschland gehen nach Baden-WĂŒrttemberg, 25 Prozent der Schweizer Importe aus Deutschland kommen von dort – scheint es derzeit nicht viel Verbindendes zu geben. Der seit Jahren wĂ€hrende Streit um die LĂ€rmemissionen des Flughafens ZĂŒrich und der jĂŒngste Streit um das Steuerabkommen zwischen beiden LĂ€ndern sorgen fĂŒr immer neue, von einigen Medien und Politikern beidseits der Grenze geschĂŒrte Wellen nationalchauvinistischer Emotionen.

„Die Schweizer", „die Deutschen" schallt es von hĂŒben und drĂŒben. Als stĂŒnden hinter dem Streit nicht jeweils handfeste wirtschaftliche und politische Interessen, feiern die Nationalstaaten fröhliche UrstĂ€nd‘. Wenn ein Mitglied der kantonalzĂŒrcher Regierung im Streit um den Flughafen vorschlĂ€gt, die Arbeit der 55'000 GrenzgĂ€nger im Großraum ZĂŒrich zu erschweren, ist das nicht nur völlig inakzeptabel, er erweist damit auch der Schweizer Wirtschaft einen BĂ€rendienst.

Und wenn der Möchtegern-Kanzlerkandidat Peer SteinbrĂŒck, dessen einziger demokratischer Leistungsausweis in seiner Abwahl als nordrhein-westfĂ€lischer MinisterprĂ€sident besteht, von der Kavallerie spricht, die er gegen die Schweiz losschicken möchte und im GesprĂ€ch mit dieser Zeitung Ă€ußert, es gehe im Steuerstreit mit der Schweiz „um die SouverĂ€nitĂ€t der Bundesrepublik", um die „Durchsetzung ihrer Gesetze gegenĂŒber deutschen SteuerbĂŒrgern", dann klingt doch gleich der obrigkeitsstaatliche Kasernenhofton durch, den man von seinesgleichen kennt.

Im FluglĂ€rmstreit kann Herr Kretschmann nichts entscheiden, aber die Entscheidung des zustĂ€ndigen Bundesverkehrsministers beeinflussen. Die FluglĂ€rmgegner beidseits der Grenze aber sollten sich zusammentun, statt sich fĂŒr die Ziele der einen oder anderen Seite instrumentalisieren zu lassen. Weniger FluglĂ€rm sei ihnen herzlich gegönnt, sie mögen dann aber bitte auch in Kauf nehmen, dass sie nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit und Spottpreisen nach Mallorca dĂŒsen können.

Im Übrigen spielt die Politik auch hier mit gezinkten Karten. Ganz anders als in SĂŒdbaden verhallen dort, wo die FlughĂ€fen auf deutschem Territorium liegen, die Proteste der viel stĂ€rker als im SĂŒdschwarzwald vom LĂ€rm geplagten Bevölkerung um den Flughafen Frankfurt und den neuen Großflughafen Berlin hĂ€ufig ungehört. Und die wirtschaftlichen Gewichte auf dem Flughafen ZĂŒrich haben sich seit Ausbruch des Streits um die An- und AbflĂŒge verschoben: Drei der vier grĂ¶ĂŸten Fluggesellschaften sind dort jetzt in deutscher Hand: Swiss, Lufthansa und Air Berlin, auf die zwei Drittel der Flugbewegungen entfallen. Es mĂŒsste mit dem Teufel zugehen, wenn die Politiker in Berlin dem nicht Rechnung trĂŒgen.

Die Front des Schweizer Bankgeheimnisses wankt zum GlĂŒck betrĂ€chtlich. Aufgebrochen wurde sie leider, wie in vergleichbaren FĂ€llen der Vergangenheit, wieder nur durch das Ausland. Die Unterscheidung zwischen Steuerbetrug und Steuerhinterziehung kann selbst ein Schweizer Wirtschaftsanwalt nicht plausibel erklĂ€ren. Und die Mehrheit der Schweizer Steuerzahler ist gegen Steuerhinterziehung. In der Stadt ZĂŒrich wurde die (viel zu niedrige) Pauschalbesteuerung reicher AuslĂ€nder mittlerweile per Volksentscheid abgeschafft. Deutsche Politiker aber sollten auch ĂŒberlegen, warum so viele ihrer Landsleute ihr Geld in die Schweiz bringen oder gleich selber dort Arbeit finden. Die Busfahrerin aus Singen, die nach eigener Aussage 1500 Euro netto monatlich verdiente (der Durchschnittsbruttolohn liegt bei 2500 Euro) hat nach ZĂŒrich gewechselt. Dort verdienen Buschauffeure im Schnitt 7200 Franken. Demokratie und Lebensstandard hĂ€ngen im gĂŒnstigen Fall eben doch miteinander zusammen.

SĂŒdkurier, 09.05.2012Externer Link


 
Neuste Informationen
MonatsrĂŒckblick Mai 2016 (VFSN)
FluglĂ€rm: BĂŒrgerinitiative fordert Politik (SB)
«Die LĂ€rmproblematik wird oft ĂŒbertrieben» (NZZ)
NachtflĂŒge in Kloten nehmen zu (hierzuland)
MonatsrĂŒckblick April 2016 (VFSN)

 

Seit Tagen
illegale unzulĂ€ssige SĂŒdanflĂŒge!


Unser Grundsatz:
Möglichst wenig Menschen mit
möglichst wenig FluglÀrm belasten.
English Content

Flughafen ZĂŒrich mit Zukunft:
Petition ZRH_2020


NĂ€chste Termine:

03. Juli 2016 - 10:00
Mahnwache am Flughafen

07. August 2016 - 10:00
Mahnwache am Flughafen

VFSN-Info:

Eine Kurve - kein Looping!
Fakten zum GNA

Dossier Tourismus und FluglÀrm im Schwarzwald

Der SIL-Skandal

Dossier gekröpfter Nordanflug 

Dossier Politik

Dossier SĂŒdanflug

Green Approach, gekrĂŒmmter Endanflug, gekröpfter Nordanflug

Studie zum ZFI


Erlaubt das Wetter SĂŒdanflĂŒge? 
Die aktuellen Details inkl. Prognose fĂŒr den nĂ€chsten Morgen. Hier klicken


Vergleich Nordanflug
mit Ost-/SĂŒdanflug


Unsere Forderungen

  • Sofortiger Stop der SĂŒdanflĂŒge.
  • Keine weitere Zunahme der SĂŒdstarts.
  • Möglichst wenig Menschen schĂ€digen.
  • Einhaltung gĂŒltiger Gesetze.
  • Nachtruhe von 22.00 bis 07.00.
  • Plafonierung (Kein Mega-Hub).