Startseite   »   Bei der Lufthansa brechen harte Zeiten an (TA) Montag, 22. Dezember 2014 13:03
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Bei der Lufthansa brechen harte Zeiten an (TA)
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Gehaltskürzungen und Langstreckenflüge ohne Erste Klasse: Die deutsche Fluggesellschaft schlägt einen drastischen Sparkurs ein. Auch die Swiss wird die Massnahmen zu spüren bekommen.

Mit einer strafferen Organisation, einer geringeren Anzahl an Flugzeugtypen und deutlich weniger First-Class-Abteilen auf Langstreckenflügen will die Lufthansa ihr Ergebnis um 900 Millionen Euro verbessern. Ein Sprecher von Deutschlands grösster Airline bestätigte heute auf dapd-Anfrage einen Bericht der «Süddeutschen Zeitung».

Das Blatt hatte aus einem Brief von Passagier-Vorstand Carsten Spohr an die Mitarbeiter zitiert, in dem er seine Pläne skizziert. Die Lufthansa kämpft mit der Konkurrenz von Billigfliegern und arabischen Airlines.

Im Rahmen des angekündigten SCORE-Programms solle das Passagiergeschäft 600 Millionen Euro einsparen und 300 Millionen an zusätzlichen Umsätzen erwirtschaften. Die Vorhaben im Passagiergeschäft seien ein «erster konkreter Plan, um das anzugehen. Es werden aber noch weitere Massnahmen folgen», sagte der Lufthansa-Sprecher. Kündigungen seien im Rahmen des Programms nicht ausgeschlossen, es gebe aber noch keine konkreten Pläne für Entlassungen.

Kein Ausbau der Flugzeug-Flotte

Ein wichtiger Teil des Sparpakets besteht in der organisatorischen Zusammenlegung des Geschäfts ausserhalb der Drehkreuze München und Frankfurt mit der konzerneigenen Billigtochter Germanwings. Hier könnten Aufgaben wie Verwaltung oder Buchungsplanung gemeinsam erledigt werden. «Wie die Flieger dann lackiert sind, ist aber noch nicht entschieden», sagte der Sprecher.

Daneben plant Lufthansa, die Flugzeug-Flotte in den nächsten drei Jahren nicht mehr auszubauen. Zugleich sollen die Boeing-737-Modelle bis 2016 ausgemustert werden. Die gemeinsame Flotte von Lufthansa und Germanwings solle dann nur noch mit Modellen der A320-Familie von Airbus fliegen. Dafür müssten über die ohnehin bereits georderten Flugzeuge hinaus keine zusätzlichen Flieger gekauft werden, sagte der Sprecher.

Auf Langstreckenflügen will die Lufthansa in ihren Grossraumflugzeugen künftig ausserdem deutlich weniger Verbindungen mit einer Ersten Klasse anbieten als bisher. Diese solle es nur noch auf Strecken geben, auf denen sie sich finanziell lohnt, hiess es.

Konzernweites Sparprogramm

Spurlos wird das Lufthansa-Sparprogramm SCORE auch an der Swiss nicht vorbeigehen: Am Standort Schweiz und bei der Swiss werden die Kosten überprüft. Die Schweiz sei ein relativ teurer Standort, hatte Franz Ende März in der «SonntagsZeitung» gesagt.

«Wir werden uns daher überlegen müssen, in welchem Umfang und wo wir es uns noch leisten können, personalintensive Leistungen zu erbringen», sagte Franz. In Deutschland würden Jobs wegfallen, in der Schweiz sei es Sache der Swiss, Massnahmen vorzuschlagen. Ziel sei letztlich, das Volumen im Konzern zu bündeln.

Die Tochter steht besser da

Der Lufthansa-Konzern, zu dem auch die Fluggesellschaften Swiss und Austrian Airlines gehören, hatte im vergangenen Jahr einen Verlust von insgesamt rund 13 Millionen Euro gemacht.

Die Swiss hingegen hatte im Jahr 2011 einen Gewinn von rund 300 Millionen Franken erzielt. Dies war weniger als noch im Jahr zuvor. Drastisch war der Rückgang des operativen Gewinns vor allem in den letzten drei Monaten des Jahres, als die Kerosinpreise stark in die Höhe schossen. Im Jahr 2012 erwartet die Swiss keine Veränderung der Situation.

Swiss will Flotte dennoch ausbauen

Am geplanten Flottenausbau und -ersatz will die Swiss dennoch festhalten. Swiss-Sprecherin Susanne Mühlemann sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, dass auch die Swiss Ertragssteigerungsmassnahmen erarbeite. Sie hätten aber nicht dasselbe Ausmass wie die geplanten Massnahmen bei der Lufthansa-Passage.

Swiss-CEO Harry Hohmeister hatte im März in der «NZZ am Sonntag» angekündigt, 100 Millionen Franken einsparen zu wollen. Auf der Kostenseite sollte dieser Betrag bis 2015 mit einem Einstellungsstopp in der Administration und Strukturüberprüfungen erreicht werden und auf der Einnahmeseite mit Effizienzsteigerungen bei der Flotte.

Um die hohen Kerosinpreise zu kompensieren, zieht Hohmeister Aufschläge von 15 bis 20 Franken auf Ticketpreisen für Europaflüge in Betracht.

Tages-Anzeiger, 21.04.2012Externer Link