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Fluglärmgegner haben nicht resigniert (Leserbriefe AvU/ZSZ)
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Den Südanfluggegnern soll die Puste ausgehen? – Von wegen. Hätte Herr Fritzsche an der Generalversammlung des Vereins Flugschneise Süd – Nein (VFSN) vom vergangenen 28. März teilgenommen, hätte er sich davon überzeugen können, dass diese Organisation immer noch bei Weitem die grösste und aktivste Bürgerbewegung von Fluglärmbetroffenen ist.

Fritzsche hat offenbar keine Ahnung von den Aktivitäten des VFSN. Dass die Betroffenen es nach sieben Jahren leid sind, sich am Lärmtelefon mit leeren Floskeln abspeisen zu lassen, und deshalb auf Anfragen verzichten, hat nichts mit Resignation zu tun, und dass die Mahnwache auf Anordnung des Flughafens nur noch einmal monatlich stattfindet, schon gar nicht.

Politisches im Vordergrund
Der VFSN konzentriert sich mittlerweile auf politische und juristische Aspekte der Flughafenproblematik. Es stehen wichtige Entscheidungen im SIL-Prozess bevor und eine Abstimmung. Dem VFSN ist es zu verdanken, dass im vergangenen Jahr im Gegensatz zu den Vorinstanzen nun auch vom Bundesgericht die massive Lärmbelastung im Süden des Flughafens und Handlungsbedarf beim Bevölkerungsschutz anerkannt wurden. Erkenntnisse, welche in die weitere Planung des Flughafenbetriebes werden einfliessen müssen. Solche Prozesse binden Kapazitäten und sind nicht an beflaggten Hauswänden sichtbar.

Vor Abstimmungskampf
Wenn im Herbst über ein Pistenausbauverbot abgestimmt wird, ist zu bedenken, dass dieses zu einer weiteren Verlagerung von Fluglärm in den dicht besiedelten Süden führen wird. Der VFSN verlangt in seinem Gegenvorschlag, dass diese Verlagerung durch flankierende Massnahmen verhindert wird.  Auch hier war der Gang bis vor Bundesgericht notwendig, welches diesen Gegenvorschlag in allen wesentlich Teilen für gültig erklärte – im Gegensatz zum Zürcher Kantonsrat. Der Abstimmungskampf wird nochmals grosse Ressourcen binden. Der  Verein stellt sich mit Elan dieser Herausforderung zum Wohl der Bevölkerung im Süden des Flughafens.
Yvonne Wewerka, Pfaffhausen

AvU, 05.04.2011Externer Link


Nicht den Mut verlieren
Wenn ich beim Frühstück diesen Artikel in der Zürichsee-Zeitung vom 28.3. lesen muss, könnte ich als Schneiserin im Chapfgebiet von Zumikon tatsächlich noch zusätzlich an Mut verlieren und in eine Resignation versinken. Dieser Artikel bezeugt keine Sensibilität gegenüber diesem vor bald acht Jahren per Notrecht eingeführtem Problem und lässt vermuten, dass es mehr um einen Artikel in Ihrer Zeitung ging. Ich hoffe nicht, dass Sie einmal mit einem solch reisserischen Titel in Ihrer Zeitung Erfolg erhaschen, wenn Sie eine Katastrophe in der Südschneise beschreiben müssten. Zurzeit raubt der Fluglärm uns noch nur den Schlaf.
Das könnte sich aber schlagartig ändern, wenn unsere Häuser im dichtest besiedelten Gebiet im Süden des Flughafens infolge eines Flugzeugabsturzes brennen würden. Das Beispiel Japan zeigt eindrücklich, dass eine Katastrophe schneller da ist als man denkt. Trotzdem habe ich die Hoffnung in unsere und in die deutsche Politik noch nicht ganz verloren und werde trotz Ihres Artikels im „stillen Kämmerlein“ noch nicht resignieren, aber morgens vielleicht auf eine Zeitung wie die Ihre verzichten.
Monika Stutz, Zumikon


Wo bleiben die Lokalpolitiker?
Stören tut der Fluglärm bald weniger wie die Untätigkeit der Politiker hüben wie drüber im Parteispektrum. Am meisten frustriert aber, dass sieh die Gemeindepolitiker der Südgemeinden oder derer Vertreter im Kantonsrat am wenigsten in Szene setzen und null aktiven Widerstand gegen den Südanflug beim Bund und Kanton zeigen.
Elegant verstecken sie sich hinter dem Fluglärm Süd, welches kaum in Erscheinung tritt. Leere Werthülsen (Ja, man findet es auch schlimm...),  Vertröstungen (Wir müssen halt abwarten...) oder Hinweise auf « «Nichtzuständigkeit» (Uns sind die Hände gebunden...) sind an der Tagesordnung. Niemand erwartet, dass die Gemeinderäte Molotow-Cocktail werfend den Flughafen stürmen, aber auch das fehlt gänzlich. Da wunderts kaum, kommt Staatsverdrossenheit auf bei den Lärmgeplagten Offensichtlich ist mit der heissen Kartoffel «Südanflug» kaum Politkarriere. zu machen. Oder man hat ebenfalls wie viele auf Ebene Bund und Kanton dem «Goldenen Kalb Flughafen» bereits unterjocht und lässt die eigene Bevölkerung im (Kerosen-)Regen stehen.
Urs R. Dumermuth, Männedorf

ZSZ, 31.04.2011Externer Link


Die Leserbriefe beziehen sich auf den untenstehenden Artikel. Dieser Artikel erschien wortwörtlich gleich in drei "unabhängigen" Tageszeitungen: ZSZ, Tages-Anzeiger, ZOL/AvU. Vielleicht haben wir aber einfach nur übersehen, dass es sich bei dem "Artikel" um ein Inserat der Flughafenlobby handelte.... 

Den Fluglärmgegnern geht die Puste aus

Von Daniel Fritzsche

Der Verein Flugschneise Süd Nein verliert Mitglieder. Das Lärmtelefon wird nur noch selten genutzt. Und in einschlägigen Foren im Internet herrscht Funkstille.

Der Mann am anderen Ende der Leitung antwortet freundlich: «Sie sind mit dem Lärmtelefon verbunden, was kann ich für Sie tun?» Seit dem Jahr 2000 ist die Hotline für die lärmgeplagte Bevölkerung rund um den Flughafen Zürich in Betrieb. Als am 30. Oktober 2003 der Südanflug eingeführt wurde, verzeichnete die Anlaufstelle besonders viele und teils sehr gehässige Anrufe. Über die Jahre haben die Rückmeldungen aber abgenommen. Heute seien es immer dieselben Leute, die sich meldeten. «Man kennt einander mittlerweile», sagt der Mann vom Lärmtelefon.

Höchstens ein Flämmchen

Die Entwicklung ist symptomatisch: Der Kampf gegen die Südanflüge scheint nur noch von einer kleinen Gruppe geführt zu werden. Die grosse Masse der lärmbelasteten Bevölkerung hat resigniert. Die Hinhaltetaktik von Flughafen, Bund und Deutschland hat sich siebeneinhalb Jahre nach Einführung der Anflugroute anscheinend ausbezahlt.

«Viele haben die Hoffnung aufgegeben, dass sich noch etwas ändert», sagt Hermann Zangger, Gemeindepräsident von Zumikon. «Eine grosse Opposition in der Bevölkerung spüre ich nicht mehr.» Einzig einzelne Bewohner des exponierten Chapfquartiers würden noch ein «Hoffnungsflämmchen» am Glühen halten. Neuzuzüger würden oft gar keine Probleme mit dem Lärm bekunden. «Und auch alteingesessene Zumiker haben gelernt, damit zu leben.»

Generalversammlung soll Durchhalten fördern

Gegen die Resignation versucht der Verein Flugschneise Süd Nein (VFSN) hartnäckig anzukämpfen. Schneiser-Präsident Thomas Morf ruft in der Einladung zur Generalversammlung des Vereins von heute Montag zum Durchhalten auf: «Wer jetzt resigniert und aussteigt, schwächt den VFSN, schwächt unser politisches Gewicht.» Trotzdem verzichten immer mehr Fluglärmgegner auf eine Mitgliedschaft: Während der Verein vor fünf Jahren 5200 Mitglieder zählte, sind es heute noch 4160 – Tendenz fallend.

Auch sonst sind die Schneiser heute weniger aktiv. Auf eine Demonstration oder Spezialaktionen wurde letztes Jahr gänzlich verzichtet. Die Mahnwachen im Flughafen, die früher jede Woche durchgeführt wurden, finden nun nur noch einmal im Monat statt. Und das VFSN-Info erschien 2010 nur zwei- anstatt dreimal wie im Jahr zuvor.

Internetforen sind verwaist

Der Mangel an Interesse am Thema Fluglärm ist auch in den einschlägigen Internetforen zu spüren. Der «Noiseletter», eine unabhängige Publikation im Netz, erscheint seit 2007 nicht mehr. Der letzte Eintrag zum Thema auf der Website der Gemeinde Uetikon stammt vom 8. Dezember 2007. Damals ging es um das «traurige Jubiläum» zum 1500. Tag der Südanflüge, dem «Todestag des Rechtstaats», wie es der Verfasser des Beitrages ausdrückte. Seither herrscht in Uetikon Funkstille. Die Dossiers auf den Internetsites von Stäfa und Zumikon sind nicht aktuell, respektive gar nicht mehr vorhanden.

In Männedorf tröpfelt noch alle paar Monate ein Eintrag ins Online-Forum. Ein gewisser Mischa Kaufmann bringt die Gefühlslage so mancher Schneiser wohl auf den Punkt: «Wie eigenartig. Nach sieben Jahren gewöhne ich mich langsam an den Fluglärm, frühmorgens, spätabends.» Es mache ihn traurig, dass dies ein normaler Zustand geworden sei.

Tages-Anzeiger, 28.03.2011Externer Link