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«Flughafen-Problem ist lösbar» (ZSZ)
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Flughafen  Südanflüge widersprechen gemäss Aviatik-Experten Zielen der EU in der Luftfahrt

Die Südanflüge können vermieden werden: Das sagt Olaf Dlugi – der Mann, der mit einem Team von 600 Spezialisten für die EU das Management der Flugrouten revolutioniert hat.

Andreas Schürer

Die Südanflüge – ein Providurium? Wenn Olaf Dlugi Recht hat, ist die Antwort eindeutig: Nein. Die Südanflüge,sagt Dlugi, widersprechen der Bibel der EU-Luftfahrt – dem Masterplan des Projekts Sesar, dem Single European SkyAir Traffic Management Research.
Dlugi weiss, wovon er spricht. DerKüsnachter war der Chef des Projekts Sesar, dessen Umsetzung die EU-Verkehrsminister im Frühling einstimmig abgesegnet haben. Zusammen mit 600 Spezialisten hat Dlugi ausgearbeitet,wie die Kapazität des europäischenLuftraums verdreifachtwerden und gleichzeitig die Umweltbelastung pro Flug um zehn Prozent reduziert werden kann. 2,1 Milliarden Franken wird die nun angelaufene detaillierte Entwicklung kosten, etwa 30 Milliarden schliesslich die Einführung.
Dlugi, das wird spürbar, hat viel Herzblut in das Projekt gesteckt. Sein Leben lang war er der Aviatik verbunden – als Jagdflieger, als Jumbopilot bei der Swissair, als CEO der Augsburg Airways und als Mitbegründer des Regionalkonzepts der Lufthansa. Sesar ist für ihn jetzt die Krönung. Sein Traum: «Dass die Fliegerei sich weiterentwickeln kann und trotzdem Mensch und Natur weniger stark belastet werden.»

«Umsetzung ist verbindlich»

Dass ausgerechnet ein Aviatiker den frustrierten Südschneisern neue Hoffnung gibt, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Doch was Dlugi sagt, dürfte in Schwamendingen, Zumikon und anderen betroffenen Gebieten gerne gehört werden: «Die Südanflüge sind mit den Zielen der EU in der Luftfahrt absolut nicht vereinbar.» Und: «Die Umsetzung der Ziele ist verbindlich, auch für die Schweiz.»
Zwei Jahre Arbeit stecken im Sesar-Masterplan, Aber tausende von Seiten haben die 600 Spezialisten aus ganz Europa erarbeitet, hochtechnische Ausführungen, für Laien nicht lesbar. Die Grundidee aber ist einfach: Neue technische Anflugverfahren sollen möglich machen, dass die Flughäfen Europas auf direktestmöglichem Weg verbunden und Anflüge bis wenige Kilometer vor der Landung bedeutend leiser werden. Bis ins Jahr 2020, so der Beschluss der EU Verkehrsminister, sollen die Vorgaben umgesetzt sein. Bis ins Jahr 2012 schon sollen bedeutende Schritte vollzogen sein. Gemäss Projektleiter Dlugi sind für die Schweiz besonders zwei Kurzfrist-Massnahmen relevant: der Continuous Descent Approach (CDA) und die Required Navigation Performance (RNP). Beim CDA reduziert der Pilot im Sinkflug den Schub auf Leerlauf und gibt erst wenige Kilometer vor dem Aufsetzen wieder Antrieb – wodurch die Lärmbelastung während des Sinksflugs bis um die Hälfte reduziert wird. Der RNP, bei dem satellitengestützt via Bordcomputer angeflogen wird, erlaubt auch gekrümmte An- und Abflüge, um das Überfliegen lärmempfindlicher Gebiete zu vermeiden.
Beide Verfahren werden vielerorts schon praktiziert oder sind in Erprobung – in London, Stockholm, München und Frankfurt der CDA, in Innsbruck und Washington DC der RNP. In der Schweiz dagegen ist der gekröpfte Nordanflug – als ein mögliches RNPVerfahren – bis jetzt nicht zustande gekommen. Und der direkte Nordanflug könnte mittels CDA massiv leiser abgewickelt werden. Dlugi urteilt: «Es fehlt hier an der notwendigen Führung. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt versteht sich leider als Aufsichts- und Bewilligungsbehörde – und nicht als Partner des Flughafens und der Flugsicherung.»

Gratis-Angebot abgelehnt

Pikante Anekdote: Als die EU-Spezialisten das Projekt Sesar entwickelten, regte Dlugi an, nach einem konkreten Fallbeispiel zu suchen, bei dem die neuen Technologien konkret etwas bringen können; die verworrene Situation rund um den Flughafen Zürich schien ideal. Dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) und dem Flughafen Zürich bot das Sesar-Team gratis und franko an, die besten Spezialisten für die Entwicklung eines satellitengestützten gekröpften Nordanflugs freizustellen. Es kam zu einem Treffen aller Beteiligten, gemäss Dlugi verlief das Projekt aber «wegen Interesselosigkeit in der Schweiz im Sande». Er kommentiert: «Das war für mich unglaublich und ein klares Zeichen, dass hier niemand will oder niemand den Biss für mutige Projekte hat. Dabei könnte das Flughafen-Problem in Zürich längst gelöst sein – hätten alle an einem Strick gezogen.»

ZSZ, 11.06.2009Externer Link, Seite 2




siehe auch:
Flughafen plant GPS-Flüge (Sonntagszeitung)
Deutsche Sperre gerät unter Druck (ZSZ)
«Neue Ideen zügig umsetzen» (ZSZ)
Europäisches Luftraumprojekt gestartet (Unique)

 
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