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Der gekröpfte Nordanflug und die Sicherheit (Leserbriefe TA)
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Bundesrat Leuenberger ist schuld. Flughafen-Chef Andreas Schmid hat fast recht mit seiner Einschätzung, der Bund strebe eine Lösung an, die schlechter sein müsse als der von den Parlamenten abgelehnte Staatsvertrag.&npsp; Nur ist es nicht der Bund, der solches anstrebt, sondern einzig und allein Bundesrat Moritz Leuenberger, der es nicht verwinden kann, dass sein Staatsvertrag nicht ratifiziert wurde. Er hat seinem deutschen Verhandlungspartner die Südanflüge versprochen und will nun unter keinen Umständen sein Gesicht verlieren, auch gegen jede Vernunft. Und der von ihm protegierte Bazl-Direktor Cron kann es sich nicht leisten, gegen seinen Chef anzutreten. Zudem war Leuenberger 1995, als die Volksabstimmung über die Flughafenerweiterung stattfand, Zürcher Regierungsrat und damit bestens informiert über die tatsächlich zu bauenden Kapazitäten und dass diese nur mit An- und Abflügen aus allen Richtungen voll ausgenutzt werden können – was dem Stimmvolk alles verschwiegen wurde. Sein Handeln ist somit nur ein konsequentes Weiterwerken am Kapazitätsausbau des Flughafens.
Rücksichtnahme auf die Bevölkerung ist ihm ein Fremdwort, seine Sicherheitsbe- denken in Sachen Gekröpfter Nordanflug sind reiner Zynismus. Traurig ist nur, dass ihn BundesratskollegInnen und Parlament so wirken lassen und niemand endlich die Notbremse zieht. Leuenberger muss das Flughafendossier entzogen und Cron entlassen werden.
FRANZ WETTSTEIN, GOCKHAUSEN

Absturz über dichtbesiedeltem Gebiet. Die Behauptung von Bundesrat Leuenberger, die Südanflüge seien sicher, ist wissenschaftlich falsch. «What can go wrong, goes wrong», ist der Lehrsatz. Wenn etwas schief gehen kann, geht es irgendeinmal schief. Die Frage ist nur, wie lange es bis dahin dauert. Ist bei den Anflügen mit einem Absturz alle 10, 20 oder gar 50 Jahre zu rechnen?
Im Konfliktentscheid zwischen gekröpftem Nordanflug und Südanflug müsste jedoch die korrekte Fragestellung lauten: in welcher Zeitperiode ist erwartungsgemäss mit dem Eintritt eines Katastrophenfalles (maximum possible loss = MPL) zu rechnen? Nachdem die Behauptung, der GNA führe über ein Kernkraftwerk, nachweislich falsch ist, besteht der MPL sowohl beim gekröpften Nordanflug, wie auch dem Südanflug im Absturz eines vollbelegten Flugzeugs auf dicht besiedeltes Wohngebiet. Ich wage die Behauptung, dass die Wahrscheinlichkeit eines derartigen Worst case in der Südschneise erheblich grösser ist als im Norden, weil bekanntlich bei einem Unfall auf den letzten 10 Kilometern vor Pistenbeginn ein Flugzeug zwangsläufig auf dicht besiedeltes Wohngebiet stürzen würde.
Erschwert wird diese Risikolage durch die Tatsache, dass bei einem allfälligen Absturz die Fluggesellschaft, nicht aber der Flughafen, für den Schaden haftet. Bei einem Gau, verursacht durch eine kleine Fluggesellschaft, bleiben die überlebenden Bürger somit auf einem ungedeckten Schaden sitzen.
RETO AGUSTONI, ZÜRICH


Fachwissen angepasst. Ganze vier Jahre hat das Bazl gearbeitet, oder wohl eher geschlafen, um festzustellen, dass der gekröpfte Nordanflug nicht den Sicherheitsanforderungen entspricht, nach dem Motto «nur das Sicherste ist sicher genug ». Und dann braucht die Flugsicherung gerade einmal vier Minuten um einen anfliegenden Airbus auf einer vergleichbaren Route, entlang von ihn über dem Schwarzwald und im Osten umgebenden Gewitterfronten, auf die Piste 14 herunterzuholen. Das erinnert stark an die in vier Monaten handstreichartig eingeführten angeblich sicheren Südanflüge. Ich mag den Fachleuten vom Bazl nicht unterstellen, dass sie fachlich unfähig sind, höchstens dass sie ihr Fachwissen der politischen Vorgabe ihres obersten Befehlsgebers dienlich anpassen.
GERD BURLA, GOCKHAUSEN


Satellitengestütztes System existiert. Unglaublich: Seit Jahren liegt ein von einem Schweizer Ingenieur entwickeltes satellitengestütztes Anflugsystem (GIANS – Global Integrated Air Navigation System) auf dem Tisch. Dieses würde unter anderem auch die sicherheitstechnischen Probleme um den gekröpften Anflug lösen. Aber weder Unique, Skyguide noch die Politik finden bis heute die unternehmerische Kraft, gemeinsam den Weg für die aufwändige Zertifizierung zu ebnen. Und ohne deren aktive Mithilfe ist dies kaum möglich. Und auch die Banken scheuen das sehr wohl kalkulierbare Risiko und verzocken lieber Milliarden im Ausland, anstatt inländische Innovationen finanziell angemessen zu unterstützen. Es ist höchste Zeit, dass sich die angesprochenen Stellen an einen Tisch sitzen und endlich handeln. Es täte dem Werk- und Denkplatz Schweiz wahrlich gut.
JÜRG WELTI, MARTHALEN


Tages-Anzeiger, 08.07.2008Externer Link, Seite 19