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«Der gekröpfte Nordanflug ist kein Hirngespinst der Schneiser» (Leserbriefe TA)
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Es fehlt der Wille. Skyguide bestätigt es, internationale Studien belegen es, und Beispiele aus der ganzen Welt zeigen es: Gekröpfte Endanflüge sind technisch kein Problem, und Fluglotsen sollten auch in Zürich in der Lage sein, diese Herausforderung zu meistern.  Es fehlen der gute Wille und die Einsicht, dass auch der Lärmschutz der Bevölkerung ein Faktor sein sollte, wenn Anflugverfahren festgelegt werden. Im Ausland setzt sich diese Erkenntnis zunehmend durch. In Brisbane beispielsweise konnte so die Anzahl der stark belärmten Personen drastisch gesenkt werden, und in Frankfurt führt man Tests mit gekröpften Endanflügen durch, weil damit Hunderttausende entlastet werden können.
Der GNA ist ganz offensichtlich kein Hirngespinst der Schneiser wie im Artikel «Der Gekröpfte ist längst klinisch tot» suggeriert wird. Aber es ist klar, dass der Norden alles unternimmt, um den GNA «abzuschiessen», denn wer hat schon nicht gerne Fünfer und Weggli: Die Arbeitsplätze am Flughafen und trotzdem an Wochenenden 13 Stunden Nachtruhe.
KARSTEN ROHWEDER, EGG


Fluglotsen orten Sicherheitsrisiken. Warum gekröpft anfliegen, wenn es auch gerade geht, was doch viel einfacher ist? Zum Bespiel weil damit Zigtausende in dicht besiedelten Gebieten entlastet werden. Die Sicherheit des GNA wurde geprüft und für gut befunden. Wenn die Einführung des GNA politisch motiviert sein soll, dann ist es dessen Ablehnung noch viel mehr. Die Fluglotsen könnten der Bevölkerung einen unschätzbaren Dienst erweisen, wenn sie die Herausforderung eines neuen, aber auf unzähligen Flughäfen erprobten Anflugverfahrens annehmen würden.
ANITA VALENTINO-METTLER, DÜBENDORF


Arbeitplatz ja, Lärm nein. Der Norden hat jegliche Beschränkung des Flughafens wuchtig abgelehnt. Kein Wunder, denn dort liegen die Arbeitsplätze, dort hat man dank der DVO eine wunderbare Ruhezeit von 13 Stunden am Wochenende. Der dicht besiedelte Süden kann selbst von der Hälfte nur träumen. Die Einführung des gekröpften Nordanfluges GNA könnte aber diese Idylle im Norden trüben. Dann hätten die Menschen, die durch ihren Arbeitsplatz den Fluglärm tagtäglich produzieren, diesen auch in den Randzeiten wieder über ihren Dächern. Kein Wunder unternimmt jetzt der Norden (natürlich erst nach der Abstimmung, denn sonst wäre die Vorlage ja eventuell sogar noch angenommen worden) alles, um den GNA abzuschiessen.
MAX BERNHARD, MÄNNEDORF

 
Der Rechtsstaat ist klinisch tot. Frau Minor hat Recht, wenn sie schreibt, dass Rekurse gegen die Einführung eines neuen Flugregimes bis vors Bundesgericht Monate oder sogar Jahre beanspruchen werden. Von den Abertausenden vor bald 5 Jahren gegen die Einführung der Südanflüge erhobenen Beschwerden wurde bis dato nicht eine einzige wenigstens erstinstanzlich behandelt. Dasselbe gilt für die vor bald 4 Jahren erhobenen mehrhundertfachen Begehren in der Südschneise um Entschädigung wegen formeller Enteignung. Auch hier liegt kein einziger auch nicht erstinstanzlicher Entscheid vor. Und seit mehr als 4 Jahren wird schön fleissig über den Süden angeflogen, ohne dass ein einziger Franken aus dem Fluglärmfonds des Flughafens in Lärmschutzmassnahmen im Süden investiert worden wäre. Aus den gemachten Erfahrungen müssen die im Jargon von Frau Minor aufsässigen Südschneiser damit rechnen, dass den Beschwerden der Bürger, welche gegen den gekröpften Nordanflug opponiert haben, das gewährt wird, was dem Süden verweigert wurde: die aufschiebende Wirkung.
RETO AGUSTONI, ZÜRICH

 
Erprobtes Verfahren. Da hiess es immer: Unique steht hinter dem gekröpften Nordanflug. Skyguide hat ein Gesuch eingereicht, Sicherheitsprüfungen haben stattgefunden. Man gab sich besorgt in Sachen Lärmschutz und Umweltverträglichkeit, jedenfalls vor der Abstimmung über die Plafonierungsinitiative. Zwei Tage nach der Abstimmung verkündete die Lotsengewerkschaft überraschend, dass der gekröpfte Nordanflug nicht sicher sei. Es kann kein Zufall gewesen sein, denn neue Erkenntnisse haben die Lotsen in den letzten Monaten keine gewonnen. Mit dem ZFI des regierungsrätlichen Gegenvorschlages sollen möglichst wenig Menschen mit Fluglärm belastet werden, was auf eine Nordausrichtung des Flugbetriebes hinausläuft.
Mit der Aktion der Lotsen soll dies gerade in den heiklen Tagesrandstunden verhindert werden. Die vorgeschobenen Sicherheitsbedenken sind unglaubwürdig. Auf zahlreichen Flughäfen in der ganzen Welt werden gekröpfte Anflüge praktiziert. Was diese Fluglotsen und Piloten können, ist auch in Kloten möglich.
PETER DÜNNER, DÜBENDORF


Fluglotsen gegen Mehrarbeit. Gekröpfte Endanflüge sind aus Gründen des Lärmschutzes auch im Ausland ein Thema. Jahrelang wurde am gekröpften Nordanflug gearbeitet und Sicherheitsabklärungen durchgeführt. Jetzt, da der GNA vor der Bewilligung steht, legen sich plötzlich die Fluglotsen quer. Gerade Anflüge seien ja möglich, also weshalb gekröpft anfliegen? Geradezu rührend das Argument, ein Pilot könne nach einem Interkontinentalflug vor der Landung nicht auch noch eine Kurve fliegen. Sicherheitsaspekte wurden geprüft, daran kann es nicht liegen. Man wehrt sich ganz offensichtlich gegen jede Neuerung, die mit Arbeit verbunden sein könnte.
Währenddessen finden in Deutschland Tests mit gekröpften Endanflügen statt. In der deutschen Presse versprechen sich Experten von der neuen Navigation mit satellitengestützten Landesystemen wie GBAS mehr Ruhe für die Bevölkerung. Der gekrümmte Endanflug habe «erhebliches Lärmminderungspotenzial». Von der Technik her ist der gekrümmte Endanflug kein Problem», sagt auch Axel Raab, Sprecher der Deutschen Flugsicherung, über GBAS. Auch wenn die Arbeit der Fluglotsen mit dem satellitengestützten System etwas schwieriger würde. Hunderttausende könnten damit spürbar entlastet werden.
KLAUS NÄGELI, EBMATINGEN

Tages-Anzeiger, 27.12.2007Externer Link


siehe auch:
Der Gekröpfte ist längst klinisch tot (TA)
Der Gekröpfte - die Alternative der Vernunft (VFSN)