Startseite   »   Leserbriefe Donnerstag, 21. Juni 2018 10:39
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Mit den eigenen Waffen geschlagen (Leserbriefe ZOL/ZSZ/ZU)
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Damit hat die Luftfahrtlobby vor dem Abstimmungskampf offensichtlich nicht gerechnet: dass sie mit den eigenen Waffen, den Wirtschaftsargumenten geschlagen wird. Ist Frau Lenzlinger dermassen verzweifelt und argumentativ im Notstand, dass sie der Gegenseite Falschspielerei unterstellt?
Die Initianten haben immer deklariert, dass nach Abzug der Privatfliegerei für Linien- und Charterflüge - und nur diese sind für die Wirtschaft von Bedeutung - der Plafond noch lange nicht erreicht wird. Wenn ein paar Hobbyflieger auf ihr Vergnügen verzichten, dann bleibt für die wirtschaftlich wichtigen Flüge noch eine riesige Reserve.
Und plötzlich ist es eine Halbwahrheit, wenn sinkende Flugbewegungen keinen Einfluss auf die Wirtschaft haben. Es war die Luftfahrtlobby, die uns auf die Kommastelle vorrechnete, wieviele Arbeitsplätze pro Bewegung generiert werden. Jetzt, wo mit amtlich beglaubigten Statistiken das Gegenteil bewiesen wurde, will man nichts mehr wissen davon. Aber auch die Passagierzahlen sanken nach dem Grounding massiv - die Wirtschaft startete trotzdem zum Höhenflug!
Gemäss Frau Lenzlinger gingen beim Grounding 6'000 Stellen direkt am Flughafen verloren. Das erstaunt in doppelter Hinsicht. Erstens sind in der Statistik 2001 für die Luftfahrt nur 9'611 Beschäftigte ausgewiesen. Zweitens behauptet eine vom BAZL in Auftrag gegebene Studie, auf die sich auch Frau Lenzlinger immer wieder gerne beruft, dass an jedem direkten Arbeitsplatz am Flughafen weitere 4 Arbeitsplätze hängen. Also müsste das Grounding insgesamt 30'000 Stellen gekostet haben. Und das sagt die Quartals-Statistik: Abnahme der Beschäftigten im Kanton Zürich im 4. Quartal 2001: 558. Was allerdings nichts mit dem Grounding zu tun hat, sondern saisonal bedingt ist. Zum Vergleich: Abnahme im 4. Quartal 2002: 9'995 Beschäftigte!
Auch die Verbindungen nach Asien und Südamerika würden nicht wegfallen. Es müssten lediglich die Abflugszeiten von 7 Flügen um maximal 45 Minuten verschoben werden. Und deshalb soll jetzt unsere Wirtschaft grounden? Nach dem Swissair-Grounding gingen von 76 Direktverbindungen deren 30 komplett verloren - und die Wirtschaft begann just zu diesem Zeitpunkt ihren Höhenflug!
Das Grounding war ein weitaus grösserer Einschnitt in Sachen Arbeitsplätze und Erreichbarkeit, als dies bei einer Annahme der Initiative der Fall wäre. In den Statistiken lässt das Grounding jedoch nicht den geringsten Einfluss erkennen, es hätte aber nach den Theorien von Frau Lenzlinger zum totalen wirtschaftlichen Debakel führen müssen. Warum versucht man nicht endlich einmal diesen krassen Widerspruch zu erklären? Vielleicht, weil man es nicht kann?
Karsten Rohweder, Egg


Das zeugt von wenig Sachverstand
Der Artikel von Karin Lenzlinger zeigt, mit welchen plumpen Behauptungen die Gegner der Flughafeninitiative versuchen, die Bevölkerung au verwirren. Kein Argument zu bizarr, um nicht ins Feld geführt zu werden. Der Flughafen müsse geschlossen werden, wenn 250'000 Bewegungen erreicht wurden sind, behauptet sie allen Ernstes. Das käme nicht einmal dem dümmsten Flughafenmanager ernsthaft in den Sinn, und auch Regierungsrätin Fuhrer würde die Flughafen-Initiative wohl kaum auf diese Weise umsetzen.
Für jedes Halbjahr wird ein Flugplan mit allen Linien- und Charterflügen vom Flughafen erstellt. Die Slots für Landungen und Starts am Ausgangs und Zielflughafen werden heute schon von einer Behörde an die Fluggesellschaften versteigert. Wer am meisten bietet, erhält die gewünschten Zeiten. Jeder Flughafen kann nur diejenigen Slots verkaufen, die er auch liefern kann und gemäss Betriebsreglement auch darf. Darum ist es auch nicht so, dass der Flughafen jede Fluggesellschaft landen lassen muss, die das möchte. Er muss nur allen gleiche Rechte bei der Vergabe einräumen.
Dass Unique mehr Slots verkauft, als sie liefern kann, ist der Grund für die zahlreichen Verspätungen und zeigt, dass ihr Quantität wichtiger ist als Qualität. Die Flugbewegungen können also sehr genau vorhergesagt werden, da die allermeisten lange im Voraus geplant werden müssen. Im Übrigen verpflichtet die Flughafen-Initiative die Regierung nur darauf hinzuwirken, dass 250'000 Flugbewegungen nicht überschritten werden. Bleibt zu hoffen, dass Frau Lenzlinger ihre Firma mit mehr Sachverstand führt, sonst gefährdet sie Arbeitsplätze.
Theo Buchmann, Weisslingen

ZOL, 19./20.11.2007Externer Link, Leserbriefe zum Artikel: Karin Lenzlinger: Wachstumskiller für die Wirtschaft




Begrenzen für die Gesundheit
Vieles scheint sich zu wiederholen. Wenn die Swiss, das «zarte Pflänzchen», nicht unbegrenzte Wachstumsmöglichkeiten habe, könne sie eingehen, war kürzlich zu lesen. Eine Begrenzung - diese Erfahrung machen wir alle - führt aber zu stabilen Verhältnissen und gesunder Entwicklung, zum Beispiel wenn man im Winter die Bäume zurückschneidet oder auch im Umgang mit Kindern und Jugendlichen oder bei der Festlegung von Bauzonen etc. Die Beschränkung des Flugverkehrs könnte auch die Swiss zur Anpassung an eine nachhaltige, energie- und umweltbezogene Entwicklung motivieren, und so hätte «das zarte Pflänzchen» möglicherweise eine bessere Überlebenschance.
Zurzeit geht die Swiss, heute in deutschen Händen, ähnlich arrogant auf die Anliegen der vom Flugverkehr Betroffenen ein, wie damals die Swissair gegenüber den süddeutschen Nachbarn. Müssen wir uns das bieten lassen? Quasi als Revanche?
Übrigens, auf der Strasse haben wir Begrenzungen akzeptiert, zum Beispiel:
Lärmschutzmauern, Förderung von energiesparsamen Autos etc. Warum nicht auch im Flugverkehr?
Eine flächendeckende Berieselung mit Lärm und Schadstoffen hat gesundheitliche Folgen für die betroffene Bevölkerung, und dies in einer am dichtesten besiedelten Gegenden: Dauernde Lärmbelastung verursacht Stress. Ausdrucksformen dieses Stress' sind Einsamkeit, Depressionen und Aggression. Je mehr Lärmbelastung, desto grösser die Wahrscheinlichkeit, dass diese Krankheitsformen auftreten. Stress schwächt auch das Immunsystem. Ein geschwächtes Immunsystem führt zu mehr Krebs- und Lungenerkränkungen. Eine Plafonierung heisst somit mehr Wohlbefinden und Gesundheit, aber auch Gewaltprävention und Krebsprävention.
Als verantwortliche Stimmbürgerinnen und Stimmbürger müssen wir deshalb für eine verantwortliche Flughafenpolitik stimmen, das heisst: Ja zur Flughafeninitiative!
Dr. med. Dorothee Alioth, Meilen



Klima und Menschen schützen
Gemäss Klimaforschern trägt die Luftfahrt 2 bis 8 Prozent zur Klimaerwärmung bei. Flugzeuge stossen nicht nur CO2 aus, sondern auch Stickoxide, Feinpartikel und Wasserdampf - alles in grosser Höhe, was deren Wirkung verstärkt (für Klima und Menschen schädigende Ozonbildung, Kondensstreifen, Zirruswolken). Diese Gifte und ihre Additive aus Triebwerken können Atemwegsprobleme, Krebs und andere Krankheiten erzeugen. Dazu kommt: Fluglärm kann Schlafstörungen und Herzprobleme verursachen. Der Treibstoffverbrauch hat in den letzten 20 Jahren enorm zugenommen: 1980 wurden 33 Millionen Liter Kerosin verbraucht; 2006 waren es zirka 205 Millionen Liter.
Wäre es jetzt nicht mehr als vernünftig, mit zweimal Ja ein Zeichen zu setzen für eine bessere Lebensqualität und für ein gesünderes Klima, denn sonst macht die Ölpest am Himmel alle Klima-Anstrengungen am Boden zunichte! Die Schweizer Wirtschaft läuft seit Jahren wieder auf vollen Touren, obschon die Flugbewegungen im Linien- und Charterverkehr (jetzt ca. 220'000) seit 2000 ununterbrochen rückläufig sind. Die Privat- und Businessfliegerei hingegen dürfte auf zirka 46'000 Flugbewegungen (2006 waren es 40'444) anwachsen, und Erstere befördert nur 1,3 Personen pro Flug. Wenn diese Privatfliegerei durch 4 Personen erfolgen würde, könnten 30 000 Flugbewegungen pro Jahr eingespart werden.
Ein attraktiver Wirtschaftsraum benötigt nicht nur Flugbewegungen, sondern auch angenehme Wohnlagen und Nachtruhe. Auch aus Sicherheitsgründen kann der Flughafen Kloten über dem dichtestbesiedelten Kanton Zürich nicht unbegrenzt wachsen.
Somit wird die Plafonierungsinitiative nie einen volkswirtschaftlichen Schaden auslösen, der Flughafen wird nie geschlossen, und kein einziger Linienflug wird gestrichen werden. Solche Hysterie-Groundings verkünden nur die Luftfahrtlobby und ihre verbündeten Politiker mit ihrem Hang zur Profitgier und zum Grössenwahn. Deshalb Ja zum Flughafen und Ja zur Vernunft - zu Gunsten einer besseren Lebensqualität.
Regula Huber, Erlenbach



Flugpläne optimieren
Man kann ruhig zwei Mal Ja stimmen und die Fluggesellschaften und Unique zwingen, die Flugpläne zu optimieren. Oder warum klappt denn bei der Sommerzeitumstellung alles reibungslos? Und bei einer Stunde längerer Nachtruhe soll der interkontinentale Flugverkehr zusammenbrechen? Die Gegner der Plafonierung behaupten, dass die Initiative nur eine Empfehlung nach Bern sei und nichts bewirke. Warum denn machen die Gegner so viel Werbung gegen die Initiative? Und schildern uns Horrorszenarien von Arbeitsplatzverlusten und Groundings in der Wirtschaft? Sie haben ja auch bei einer Annahme nichts zu befürchten. Bundesrat Leuenberger tut nichts in Sachen Südanflug, wieso sollte er plötzlich proaktiv diese Initiative umsetzen?
Max Bernhard, Männedorf

Zürichseezeitung, 19.11.2007 Externer Link



Fluglobby versucht einzuschüchtern
Der Flughafen Kloten ist ein undurchsichtiges Konstrukt, bei welchem die diversen Player noch nie die Fakten und Visionen offen auf den Tisch legten. Wäre dies erfolgt, würde in der Bevölkerung weniger Misstrauen bestehen. Leider war es bis heute völlig anders, bedenkt man, dass uns die Regierung seit Jahrzehnten anlügt. Als Beispiel nur das jüngste Ereignis, als man für den Bau des Terminal E das Argument bemühte, dass der Bau notwendig sei, um zukünftig 250'000 Flugbewegungen abwickeln zu können. Dabei wusste man bei Unique und auch in der Regierung, dass man weit über die Grenze dieser Limite an- und abfliegen wird.
Die Arbeitsplätze sind auch immer wieder ein Thema, bei welchen Horrorszenarien von bis zu 100 000 Arbeitsplatzverlusten die Rede ist. Jedes Unternehmen, welches ihr Geschäft zu 100 Prozent auf die sehr labile Airline-Industrie ausrichtet, ist selber schuld, denn kleinste Ursachen wie SAR, Kerosinpreiserhöhung, Terror, usw. können den Flugbetrieb innert Tagen lahmlegen. Lehrt doch die Ökonomie, dass gesunde Unternehmen immer zwei bis mehrere Standbeine aufbauen sollten.
Franz, der Manager des Deutschen Flugunternehmens «Swiss», weibelt zurzeit von Medienkonferenz zu Medienkonferenz, um zu verkünden, dass er bis zu 30 Prozent der Belegschaft abbauen müsse, sollte die Flughafeninitiative angenommen werden. Auch wieder so eine Falschaussage, die jeder Logik widerspricht. Zurzeit verzeichnet der Flughafen zirka 220'000 Flugbewegungen im Linien- und Charterbereich, also genügend Kapazität für sein Unternehmen. Kein einziger Flug müsste gestrichen werden, und ein leichtes Wachstum wäre ebenfalls möglich. Es stellt sich deshalb die Frage, wieso Stellen abgebaut werden müssen, wenn eins zu eins weitergeflogen werden kann.
Vom Dauerargument, der Flughafen sei der Wirtschaftsmotor, muss endlich Abschied genommen werden. Die Attraktivität von Zürich ist die Tatsache, dass es sich um eine polystrukturelle, funktionale Metropolregion handelt, bei welcher der Airport erst an elfter Stelle seine Bedeutung findet.
Von den Befürwortern der Initiative wird mehr Sachlichkeit gefordert, das Gleiche gilt aber auch für die Airportturbos und die Fluglobby. Deshalb wäre es zu wünschen, dass sich der Stimmbürger nicht dauernd von den Einschüchterungsversuchen dieser Exponenten beeinflussen liesse. Denken Sie auch an die nächsten Generationen, denen wir nicht eine Umweltbrache hinterlassen sollten.
Max Siegel, Riedt-Neerach



Verwirrung um die Flughafeninitiative
Engagierte Menschen verteilen in Bülach Flyer für ein Ja zur Initiative für eine realistische Flughafenpolitik. Vis-àvis am Rathaus wirbt die Stadt mit riesigem Plakat für Ablehnung. Auch andere Gemeinden sind diesem Beispiel gefolgt – auch diese finanzieren die Kampagne u.a. mit dem Steuergeld der Menschen, die die Initiative annehmen möchten.
Die Verwirrung rund um die Initiative ist gross. Es gibt aber einfache Gründe, diese anzunehmen und den Gegenvorschlag abzulehnen: Die Initiative bewirkt keine Plafonierung bei 250'000 Flugbewegungen, sondern beauftragt einzig den Kanton, sich für eine solche in Bern einzusetzen. Der Bund hat jedoch bereits signalisiert, dass er darauf nicht eintreten werde. Die Initiative kann also dem heutigen Flughafen nicht schaden, ist aber ein wichtiger Hilfeschrei der seit Jahren von Kanton und Unique über den Tisch gezogenen Bevölkerung. Auch wer die Flugbewegungen erst bei 350'000 begrenzen will, muss die Initiative unterstützen, damit eine Plafonierung überhaupt irgendwann eine Chance erhält. Flughafendirektor Felders Ausbaupläne sind gigantisch: Er will nach eigenen Aussagen Kloten zum attraktivsten Verkehrsknotenpunkt der Welt im Bereich Zivilluftfahrt machen.
Gerade wir Menschen im Unterland müssen Ja für die Initiative stimmen. Dass der Fluglärm nicht weiter zugenommen hat, haben wir Deutschland zu verdanken, welches sich bisher weigerte, die Bestimmungen zu lockern. Alle vom Fluglärm betroffenen Regionen, Unique und der Regierungsrat fordern, dass der Hauptflugverkehr über dem Zürcher Unterland abgewickelt wird. Sollte Deutschland nachgeben, wird unsere Region unbewohnbar. Der zunehmende Baustopp in den Gemeinden in der Nähe des Flughafens bestätigt die entsprechenden Pläne der Regierung. Das Gewerbe im Unterland wird davon massiv betroffen und den wirtschaftlichen Schaden tragen müssen.
Der Gegenvorschlag der Regierung will die Anzahl der Menschen beschränken, die vom Fluglärm «stark» betroffen sind. Die Flugbewegungen sollen im Norden des Flughafens, d.h. im Zürcher Unterland, kanalisiert werden. Der erwähnte, leider unverbindliche Marschhalt bei 320 000 Bewegungen wird sich einmal mehr als leeres Versprechen entlarven, sobald die Abstimmung vorüber ist. Wer nach all den Jahren den Versprechungen des Regierungsrates noch traut, ist selber schuld.
Regula Knellessen Eglisau

Zürcher Unterländer, 19.11.2007Externer Link


Kommentar VFSN: Und genau deshalb müssen wir auch JA zum Gegenvorschlag, zum ZFI Plus, sagen. Wir setzen damit ein Zeichen gegen die Fluglärmverteilung!