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 Lärmtel. Flughafen ZH

 
Wie soll es mit dem Flughafen weitergehen? (Leserbriefe TA/ZSZ)
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Künstlich geschürte Nachfrage. Dass die Standpunkte der Flughafenlobby und der Fluglärmopfer betreffend Plafonierungsinitiative unvereinbar sind, das erstaunt nicht. Hingegen die Argumentation der Flughafenturbos:  Das SwissairGrounding (Verlust 18 Milliarden Franken) ist nicht durch Plafonierung, sondern durch unbehinderte Expansionspolitik verursacht worden – jene Expansion, die man uns jetzt wieder schmackhaft machen will. Man droht uns sogar mit Verarmung und Arbeitslosigkeit nach der Formel: Schwächeres Flugvolumen gleich schwächere Wirtschaft. Das Gegenteil ist bisher eingetroffen. Und auch der Hinweis auf die Verpflichtung zur Befriedigung der Nachfrage ist scheinheilig, wenn diese mit Schleuderpreisen künstlich angeheizt wird. Unannehmbar ist schliesslich die Ausserkraftsetzung des Raumplanungsgesetzes zwecks «provisorischer » Einführung der Südanflüge, die Ignorierung aller Einsprachen seit 4 Jahren, die Weigerung von Unique gegen jede Schadenersatzleistung trotz gegenteiliger Versprechen von Bundesrat Leuenberger und die Regelmässigkeit der als Ausnahme deklarierten Abendflüge.
ALFRED KEHRLI, ZUMIKON 

 
Notwendiger Hilfeschrei.
Mit ihrem Hauptargument gegen die Flughafeninitiative, «dass sie nichts bringt», verkennt die TA-Redaktorin die politische Dimension der Initiative vollkommen. Obwohl es sich um ein kantonales Volksbegehren handelt, das für den Bund nicht verbindlich ist, kann im Bundesbern ein Volksentscheid des grössten Kantons nicht einfach übersehen werden, genauso wenig wie das Nein des Kantons Obwalden zu einem Atomendlager. Die Redaktorin ist sich anscheinend nicht bewusst, dass die nationale Luftverkehrsund Flughafenpolitik bislang einseitig von der Lobby der Branche bestimmt werden konnte. Ihr Einfluss ist so gross, dass es der Bundesrat nicht einmal wagte, die Swissair zu warnen, als es schon die Spatzen von den Dächern pfiffen, dass sich die nationale Fluggesellschaft mit der verheerenden Hunter-Strategie selbst ins Verderben ritt. Angesichts der unheilvollen Übermacht der Flughafenlobby ist die Bezeichnung Hilfeschrei für die Initiative sogar noch zutreffend. Dieser Hilfeschrei muss aber unbedingt erhört werden, damit nicht noch mehr Schaden angerichtet werden kann und der Glauben, dass das Heil der Schweiz von möglichst viel Luftverkehr abhängt, der wie ein Bann auf vielen Politikern liegt, gebrochen werden kann.
WALTER BECKMANN, USTER


Beruhigung. Am 25. November dürfen bekanntlich alle Zürcherinnen und Zürcher über die Flughafeninitiative abstimmen. Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand vom Fluglärm betroffen ist oder nicht. Als direkt Betroffene aus dem südlichen Thurgau trennen mich zwei Kilometer, um im Kanton Zürich stimmberechtigt zu sein. Eine Ungerechtigkeit.
Trotzdem oder gerade deswegen möchte ich mich einmischen und für ein Ja zur Flughafeninitiative werben. Ich bin mir sicher, dass ein Ja auch den Dialog mit Deutschland wieder möglich macht und sich der Fluglärmstreit beruhigen wird.
CHRISTA KAUFMANN, BICHELSEE


Behinderteninitiative besser. Ein gesunder Flughafen ist wichtig für unsere Wirtschaft. Allerdings dürfen die Anliegen der von den negativen Auswirkungen direkt betroffenen Wohnbevölkerung nicht vernachlässigt werden. Klare und realistische Beschränkungen für den Flughafen sind zwingend. Umso wichtiger ist das Festhalten an einer Plafonierung bei 320'000 Flügen. Mit diesem im Rekordjahr 2000 erreichten Grenzwert wurde die Bevölkerung dem Höchstmass der zumutbaren Lärmbelastung ausgesetzt. Heute, mit jährlich rund 270'000 Flügen, ist die Schweizer Wirtschaft in bester Verfassung. Und der Flughafen verfügt über ausreichende Wachstumskapazitäten. Mit der von 69 Gemeinden unterstützen Behördeninitiative «Begrenzung auf jährlich 320'000 Flugbewegungen sowie eine Nachtflugsperre von 8 Stunden» liegt ein realistischer Lösungsvorschlag vor. Ein zweifaches Nein am 25. November macht den Weg frei für gerechte Lösungen in der Luftfahrtpolitik.
HANS HUBER, STADEL

Tages-Anzeiger, 14.11.2007Externer Link, Seite 28


Kommentar VFSN: Nicht nur der Schutzverband, auch die Leserbriefschreiber aus dem Norden sagen zweimal NEIN und somit JA zum unbegrenzten Wachstum, sie "hoffen" auf die Behördeninitiative, weil sie wissen, dass diese in fast gleicher Form im Kantonsrat schon einmal durchgefallen ist. Mit dem Pistenmoratorium hängt man sich das grüne Mäntelchen um - ist aber gleichzeitig für Südanflüge was einem Pistenneubau gleich kommt. Ein zweifaches NEIN macht nicht den Weg zu einer vernüftigeren Lösung frei, sondern macht den Weg frei für Südanflüge. Der Süden hat keine andere Wahl als 2xJAExterner Link zu sagen!


Wink mit dem Zaunpfahl
Wenn alle vernünftig wären, bräuchte es wohl keine Plafonierung der Flugbewegungen. Aber wir sehen es bei den Süd- und Ostanflügen: Das Leid der Menschen in den Schneisen, die Rechtsverweigerung, das Sicherheitsrisiko, alles wird von der Politik, von den Verbänden und Behörden negiert, nur damit die Privatfirma Unique keine Einschränkungen machen muss. Und das notabene seit vier Jahren. Lieber verfallen alle Verantwortlichen hüben wie drüben in das gegenseitige Abschieben der Verantwortung. Oder erfinden irgendwelche Lügengeschichten und Szenarien von Heerscharen von Arbeitslosen. Ganz offensichtlich kann nur mit dem Druck einer Initiative Gegensteuer gegeben werden. Sogar der dümmliche Fuhrer-ZFI ist besser als gar nichts. Darum contre coeur: zwei Mal Ja! Eventuell bringt es die Verantwortlichen zur Besinnung.
Urs. R. Dumermuth, Männedorf


Jetzt einen Riegel schieben
Stimmbürger, lasst euch nicht ein weiteres Mal von der Regierung «überschnoren»! Vor vielen Jahren stellte man fest, dass der Flughafen nicht mehr mit der Entwicklung des Flugverkehrs unserer Tage Schritt halten könne. Der Ausbau und Umbau wurde beschlossen. Einher ging dann allerdings auch eine gewaltige Erhöhung der Zahl der An- und Abflüge. Der skeptische Stimmbürger wurde mit Schlagworten bedient: Ohne grösseren Flughafen stirbt Zürich! Ohne grösseren Flughafen droht noch grössere Arbeitslosigkeit etc.
Schon damals, also vor den Abstimmungen über die riesigen Ausbau-Kredite, war der amtierenden Regierung bekannt, dass aus dem Anflugraum in Süddeutschland unzählige Proteste und Beschwerden über die Fluglärmbelästigung vorlagen und bei einer Erhöhung der Flugfrequenzen mit politischen Massnahmen unser Nachbarlandes zu rechnen war. Kein Verantwortlicher, weder auf kantonaler noch auf Bundesebene, informierte das Stimmvolk vor den jeweiligen Abstimmungen über diese Fakten.
Heute ist die Situation sehr ähnlich. Alles schreit nach einem Hub, einem so genannten Drehkreuz. ohne das Zürichs Wirtschaft enorm zu leiden beginnen würde, so heisst es. Die Gründe sind klar. Die Flughafengesellschaft ist enorm überschuldet, ergo ist jeder mögliche Einnahmefranken wichtig will man ein Debakel verhindern. Es steht fest, dass heute schon rund 30 Prozent der Flugbewegungen auf einem ausschliesslichen Umsteigeverkehr beruhen. Es steht ebenso fest, dass jeder Umsteigepassagier seinen Obulus an die Kasse der Flughafen AG zu bezahlen hat; der vielzitierten Zürcher Wirtschaft bringt dies aber gar nichts.
Der fluglärmgeplagte Bürger (es fällt ja auch auf, dass von der Luftverschmutzung immer noch niemand spricht) wird sich hoffentlich auch nicht auf den wenig originellen und recht anspruchslosen Vorschlag der Regierung einlassen, der sich mit der Fluglärmzuteilung nach einem Pro-Kopf-System befassen möchte. Schilda lässt grüssen! Schieben wir jetzt einen Riegel!
Donat Ludwig, Stafa


Klare Verhältnisse schaffen
Ich hin gegen die Vorlage der Regierung, weil sie ein Vielleicht-Vorschlag ist, der verschiedene Entwicklungen zulässt und insgesamt recht schwammig und unklar wirkt. Ich befürchte, dass dieser Gegenvorschlag zur Initiative schlussendlich doch noch dazu führt. dass unser Flughafen zu einem Wirtschafts-Moloch wird - unkontrollierbar, ausgerichtet auf Macht und Geld, gemanagt von ein paar einzelnen Magnaten. welche ganz anderes im Auge haben als die Lebensqualität der Bevölkerung unseres Kantons.
Ich hin für die Plafonierungsinitiative. weil sie klare Verhältnisse und Zielvorgaben schafft. Mit 250'000 Flugbewegungen kann der Flughafen so weiter existieren wie heute. Und er lebt ja nicht schlecht!
Die Flugverkehrsbedürfnisse der Bevölkerung wie der Wirtschaft gedeckt. Tausende von Angestellten finden nach wie vor Arbeit und Auskommen. Das ist gut so. Probleme gibt es erst, wenn so ein Dienstleistungsbetrieb beginnt, überdimensional zu wachsen. Zudem bin ich überzeugt davon, dass die Auflage der für die Bevölkerung so wichtigen verlängerten Nachtruhe bei gutem Willen technisch machbar ist. Ich stelle mir sogar vor, dass das Zürcher Regime der neunstündigen Nachtflugsperre europaweit zum anzustrebenden Vorbild werden könnte.
Ernst Sommer, Stäfa

ZSZ, 14.11.2007Externer Link