Startseite   »   Leserbriefe Donnerstag, 27. April 2017 11:12
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Schutzverband nicht mehr länger tragbar (Leserbriefe ZOL)
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Peter Staub, Präsident des Flughafen Schutzverbandes, fordert den internationalen Hub. Wie bitte müssen die Anrainer diese Aussage interpretieren?  In einem Rotationsverfahren (in der Praxis aufgrund der Wetterverhältnisse gar nicht umsetzbar) soll der illegal überflogene, sehr dicht besiedelte Süden also noch intensiver belärmt werden. Mein Gefühl bestätigt sich langsam, aber sicher. Herr Staub aus dem Norden hat im Fall der Zustimmung zur Flughafeninitiative Angst um die Arbeitsplätze im Norden. Wenn überhaupt, dann würde es nur ein paar wenige Arbeitsplätze kosten, die im Norden des Flughafens liegen. Diese müsste man konsequenterweise auf deutsche Arbeitnehmer, die von Süddeutschland mit dem Auto in die Schweiz «blochen», abwälzen.

Übrigens ist es ein Fakt, dass die Flughafenarbeitsplätze nichts mit dem Wirtschaftswachstum zu tun haben. Wir sprechen hier von einer negativen Korrelation. Und was wohl meint Herr Staub mit der Veränderung am Pistensystem? Wird hier die anscheinend zu kurze Piste 28 (Ostanflug) angesprochen? Wenn dem so ist, dann gibt Herr Staub nun definitiv «Vollgas» für das Abwälzen der Nord-Flugbewegungen in den Osten und in den Süden. Pfui, das hat mit Schutzverband gar nichts mehr zu tun. «Fluglärmfairteilung» ist gegen geltendes Recht und ökologisch ein absoluter Stumpfsinn!

Andre Eigenmann, Ebmatingen

 


Wirtschaftsraum Zürich wird nicht geschwächt

Im Begleittext zu den Abstimmungsvorlagen warnt die Regierung vor der Annahme der Flughafeninitiative. Sie stützt sich dabei sklavisch auf die unzutreffenden Argumente der Flughafenlobby und macht sich dabei unglaubwürdig. Die Behauptung, dass die Umsetzung der Volksinitiative den Arbeits- Wirtschaftsraum Zürich erheblich schwächen würde, hängt völlig in der Luft. Sie dient lediglich der Einschüchterung der Bevölkerung und ist eine Verdrehung der Tatsachen.

Swissair-Grounding ohne Folgen

Der Zusammenbruch der Swissair hatte keine nachhaltigen Folgen für die Zürcher, geschweige denn für die gesamte Schweizer Wirtschaft. Trotz einem Rückgang der Flugbewegungen um rund 20 Prozent erlebt unser Land und insbesondere der Kanton Zürich einen kräftigen Konjunkturaufschwung, der nicht im geringsten auf den Luftverkehr zurückzuführen ist. Der Luftverkehr ist abhängig vom Gang der Wirtschaft, nicht umgekehrt. Mit 250'000 Flugbewegungen in Kloten ist der Bedarf der Wirtschaft völlig abgedeckt, wenn man dem Billig- und Privatflugverkehr nicht alle Schleusen öffnet.

Auch als Standortfaktor hat der Flughafen nicht die Bedeutung, die man ihm andichtet. Keine namhafte ausländische Firma hat nach dem Einbruch der Flugbewegungen ihre Zelle in Zürich abgebrochen, auch nicht in Genf, das lange Zeit auf fast alle interkontinentalen Direktflüge verzichten musste. Etliche sind sogar neu zugezogen. Möglichst viel Flugverkehr ist für die Schweiz wirtschaftlich gar nicht von Vorteil, macht sie sich doch damit nur von der konjunkturabhängigsten und krisenanfälligsten Branche abhängig. Zudem leidet darunter die Pünktlichkeit der Flüge.

Die richtigen Akzente setzen

Warum steht die Initiative im Widerspruch zur nationalen Luftfahrtpolitik? Weil diese bisher einseitig von der Flughafenlobby bestimmt wurde und zu viele Politiker in Zürich und in Bundesbern deren Druck nicht widerstehen können. Wie schon bei der Swissair wird beim Flughafen das Streben nach unbegrenztem Wachstum vorbehaltlos unterstützt, ungeachtet der Tatsache, dass der Flugverkehr der schlimmste Lärm- und Schadstoffverursacher ist.

Damit in der Flughafenpolitik in Zukunft die Akzente richtig gesetzt werden, ist ein Ja zur Initiative für eine realistische Flughafenpolitik zwingend. Die Bedeutung des Flughafens darf nicht mehr zur Befriedigung von Partikularinteressen und zum Schaden der von den Emissionen betroffenen Bevölkerung und der Umwelt in einem dicht besiedelten und besonders stark überflogenen Gebiet masslos überschätzt werden.

Walter Beckmann, Uster

 


Verursacherprinzip bei der Fliegerei

Alles redet vom Klima. Aber weshalb macht niemand etwas? Es ist wohl langsam offensichtlich, dass Mutter Erde ein Problem mit ihren grössten Parasiten, den Menschen, hat. Sie wehrt sich, und im Gegensatz zu den Kakerlaken und Ratten, die ja fast jede Katastrophe überleben, werden wir den Kampf verlieren. Also warum unternehmen wir nicht endlich etwas?

Strassenabgaben abschaffen

Beim Auto will man C02-Rappen einfuhren beziehungsweise die sauberen Autos von den Strassensteuern befreien. Wer eine Dreckschleuder fährt, soll auch viel bezahlen. Ist ja auch richtig so. Verursacherprinzip nennt man das. Ich bin übrigens dafür, dass man die Strassenabgaben komplett abschafft und das Benzin teurer macht. Wer nicht fährt, bezahlt auch nichts - wer viel fährt, zahlt auch viel. Das betrifft auch mich.

Aber weshalb wird dieses Verursacherprinzip in der Fliegerei nicht angewandt? Warum subventionieren wir den Sprit für die Fliegerei? Ist es wirklich lebensnotwendig, für 100 Franken übers Wochenende nach London zu jetten? Ein Trip Schweiz-London belastet die Luft übrigens gleich stark wie zirka 5'000 Kilometer Auto fahren. Pro Kopf wohlgemerkt. Zürich-Tokio retour entspricht einer Klimabelastung von 45'000 Autokilometern (Turbinenchecks, Wartung und das Ablassen des zu viel getankten Sprits mitberechnet. Sitzplatzausnützung 65 Prozent).

Nach dem 11. September 2001 haben die Menschen in New York erstmals seit Jahren mal wieder blauen Himmel gesehen anstatt immer nur Smog. An verschiedenen Messpunkten sei ein Temperaturrückgang von 2 Grad gemessen worden. Und das bloss, weil in den USA zwei Tage lang kein Flieger in der Luft war. Sollten solche Sachen nicht zu denken geben?

CO2-Rappen auch im Luftverkehr

Ich bin nicht gegen das Fliegen, aber ich bin auch hier für das Verursacherprinzip und für eine Reduktion der Flugbewegungen. Und die würde stattfinden, wenn auch die Fliegerei CO2-Rappen bezahlen würde. Dass Früchte, die mit dem Flieger kommen, billiger sind als unsere einheimischen, gibt mir zu denken.

Aber solange Erdbeeren im Winter gekauft werden und Fleisch aus Brasilien bevorzugt wird, ändert da wohl nichts. Wer einheimische Saisonprodukte berücksichtigt, spart eine Menge G02.

Jürg Zangger, Esslingen

 


Das Oberland wird zu tief überflogen

Um noch mehr Kapazität für Startende Flugzeuge zu erhalten, wurden mit der Einführung der Instrumenten-Landeverfahren Süd und Ost die Warteräume klammheimlich tiefer gesetzt. Dies hatte zur Folge, dass beispielsweise beim morgendlichen Südanflug die Flugzeuge aus dem Warteraum Frauenfeld/Kreuzlingen praktisch horizontal über das Oberland geführt werden.

Das ungewohnte Landeverfahren löst auch bei Piloten Kopfschütteln aus, zumal die Abflugkapazität zwischen 6 und 7 Uhr bei Weitem ausreicht. Dahinter steht einmal mehr die schrittweise Schaffung unbegrenzter Wachstumsmöglichkeiten für den Flughafen Zürich-Kloten.

Würden die Flugzeuge indessen mit dem sonst üblichen Sinkwinkel von 3,3 Grad auf den Endanflugpunkt des Landesystems in der Gegend von Rapperswil geführt, wären die Überflüge in Pfäffikon um 700 bis 800 Meter (!) höher. Ein Sinkflug von 3,3 Grad hat nicht nur bezüglich der Lärmbelastung signifikante Vorteile, er ist auch aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen sinnvoll, da die Flugzeuge im Leerlauf sinken können.

An diesem Beispiel zeigt sich sehr gut, wie wenig sensibel die Flughafen-Verantwortlichen gegenüber der Bevölkerung sind; es geht beim Südanflug ja immerhin um die sehr empfindlichen Morgenstunden.

Wollen wir es einfach hinnehmen, dass die Flugzeuge sowohl im Süd- wie im Ostanflug das Oberland viel tiefer als notwendig überfliegen? Mit einem Ja Für eine realistische Flughafenpolitik» setzen wir ein grundlegendes Zeichen: So kanns mit Zürich-Kloten nicht weitergehen!

Robert Walser, Pfäffikon

 


Sich dem deutschen Diktat nicht beugen

Nun droht Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber in der «Handelszeitung» dem Zürcher Stimmvolk deutsch und deutlich: «Sagt ihr Ja zur realistischen Flughafenpolitik, fahren wir unsere Investitionen zurück.» Geld gegen Lebensqualität? In der gleichen Zeitung droht der deutsche Chef der Swiss, Christoph Franz, den Stimmbürgern: «Sagt ihr Ja zu einer längeren Nachtruhe, zieht Swiss den Wegzug aus Zürich in Erwägung.» Ist das der Dank für die Milliarden der Schweizer Steuerzahler? Kann man denn ein Unternehmen nur auf Kosten anderer erfolgreich führen?

Der Stimmbürger muss sich dem deutschen Diktat nicht beugen, denn die Arbeitsplatzlüge ist längst entlarvt: Die Schweizer Wirtschaft wächst auch ohne Umsteigetouristen auf dem Weg zum Ballermann. Aber was sagen eigentlich unsere beiden Ständeratskandidaten dazu? Auf Anfrage von «Bürgerprotest Fluglärm Ost» sagt Verena Diener Ja zur Flughafen-Initiative. Ueli Maurer, einst bereit zur Sperrung des Lastwagenverkehrs durch die Schweiz, beugt sich dem deutschen Diktat und lehnt die Flughafen-Initiative ab. Doch Gründe für eine Annahme gäbe es genug.

Stefan Besmer, Hittnau 



Ja zur Initiative - Ja zum Flughafen

Unsere Wirtschaft floriert, obwohl der Flughafen wegen des Groundings der Swissair in seinem Wachstum gebremst wurde. Kann nun daraus geschlossen werden, dass die Wirtschaft gar nicht auf den Flughafen angewiesen ist? Das wohl nicht. Die Wirtschaft braucht sehr wohl einen Flughafen, aber einen qualitativ hochstehenden Flughafen, der mehr Wert auf Pünktlichkeit statt auf Maximierung der Flugbewegungen legt.
Wie aber erreichen wir mehr Qualität statt Quantität? Betrachten wir die Auswirkungen einer Begrenzung der Anzahl Flugbewegungen. Die wohl vernünftigste Möglichkeit, eine Begrenzung zu realisieren, führt über den Preis. Wenn das Angebot knapp ist, so steigt der Preis. Konkret könnte das bedeuten, dass die Taxen für die Fluggesellschaften höher werden. Das klingt nun gefährlich, denn wer kann sich dann diese Taxen noch leisten? Genau, es sind nicht die Billigflieger, welche die Konsumenten nach New York zum Weihnachtseinkauf fliegen. Diese Flüge bringen unserer Wirtschaft aber wenig bis gar nichts. Die Wirtschaft zahlt normale Preise und will dafür pünktliche Flüge. Das ist aber nur dann möglich, wenn wir nicht zu viele Flüge haben, diese dafür ihren Preis haben.
Wieso aber genügt dann der Gegenvorschlag nicht? Dieser will auch eine Begrenzung, allerdings nur auf 320'000 statt auf 250'000 Flugbewegungen im Jahr. Das Problem liegt darin, dass wir heute bezüglich Pünktlichkeit bereits am Limit sind. Es macht also keinen Sinn, die Anzahl der Flugbewegungen weiter zu erhöhen. Weiter kommt hinzu, dass beim Erreichen der 320'000 Flugbewegungen noch keine Massnahmen ergriffen werden, sondern erst Massnahmen erarbeitet werden müssen. Es ist also bei weitem nicht garantiert, dass die gesetzte Beschränkung wirklich eingehalten wird. Der Gegenvorschlag verfolgt also auch die Strategie des Wachstums. Quantität ist das einzige Ziel.
Wohin eine unbegrenzte Wachstums-Strategie führt, haben wir aber 2001 beim Untergang der Swissair gesehen. Dieser kostete nicht nur viele Arbeitsplätze, sondern auch Steuermilliarden.
Wir haben also die Wahl zwischen dem Glauben an ungebremstes Wachstum oder einer berechenbaren und nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung. Daher sage ich am 25. November Ja zu einem nachhaltigen Flughafen mit einem Ja zur Flughafeninitiative. Die Stichfrage beantworte ich ebenfalls mit der Initiative, also mit A.
Andrea Kennel, Dübendorf,
Mitglied Wirtschaftskomitee pro Flughafeninitiative

ZOL, 13./14.11.2007Externer Link