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 Lärmtel. Flughafen ZH
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Brief an Christoph Franz
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Mail von Adrian Schoop an Christoph Franz zu seinen Aussagen im Talk-täglich vom 08.11.2007

Adrian Schoop
Rütistrasse 51  -  CH-8044 Gockhausen

Gockhausen, 9.11.07

Herr Dr. Christoph Franz
CEO Swiss International Airlines 

Talk-täglich vom 8.11.07

Sehr geehrter Herr Dr. Franz

1. Sie behaupten, dass das vom Fluglärm betroffene Gebiet um den Flughafen Zürich in den letzten Jahren um 2/3 abgenommen hat. Tatsache ist, dass in den letzten vier Jahren über 200’000 Bewohner dieses Gebietes das Gegenteil erfahren haben, dies tagtäglich und vor allem in den Ruhezeiten, und diese grosse Einbussen an Lebensqualität und Liegenschaftswert erlitten haben und zunehmend starker gesundheitlicher Beeinträchtigungen ausgesetzt sind.

2. Sie sind der Meinung, dass die Gemeinden um den Flughafen Zürich eine ungenügende Raumplanung betrieben haben und finden, das sei nicht Ihre Sache. Die Menschen in dieser Gegend unterstützen einen vernünftig betriebenen Flughafen – aber sie wollen auch menschlich leben. Ist Ihnen nicht bekannt, dass die  betroffene Bevölkerung seit der kantonalen Abstimmung vom 25.6.1995 mit rund 255’000 Flugbewegungen und der gewohnten Nord-Ausrichtung des Flughafens gerechnet hat? Wenn Sie für Ihre deutsche Firma übermässige wirtschaftliche Ansprüche stellen, dann müssten Sie diese frühzeitig bekannt geben, danach müssen Gesetze und Verordnungen erlassen werden worauf die Gemeinden reagieren müssen. Kann sein, dass in Ihrem Land andere Regeln gelten... 

3. Es sind lediglich 744, teils selbst vom Flughafen profitierende Deutsche, welche von den bisherigen Nordanflügen mit über 50 dB betroffen sind und die es mit Hilfe von Berlin fertig brachten, über 210’000 Schweizern einen Fluglärm von über 50 dB (in Gockhausen bis zu 88 dB!) aufzubürden. Dieser Fluglärm wird heute mehrheitlich durch Ihre deutsche Firma produziert. Und es ist Ihre Firma, welche den Lärm zum grossen Teil durch das verbilligte Heranschaffen von Transferpassagieren, welche unserem Land nicht den geringsten wirtschaftlichen Erlös erbringen und keinen Beitrag an Umweltschäden, Lärmdämmkosten, und die verlorene Lebensqualität etc. leisten, produziert. Ihr Betrieb profitiert damit in hohem Masse von einer durch die deutsche DVO erzwungenen und per Notrecht verordneten „Wirtschaftshilfe“, welche die zufällig in der Südschneise wohnenden mit den obgenannten Servituten bezahlen!

4. Der Flughafen Zürich ist in Ihren Augen offenbar gut genug, um die Ueberlastung von München und Frankfurt aufzufangen und nebenbei der rasant wachsenden Anzahl meist vermögender deutscher Einwanderer bzw. Steuerflüchtlingen zu dienen.

5. Nachdem Sie die durch das Schweizer Volk refinanzierte Swiss zu Geschenk- Konditionen übernommen haben und damit innert Kürze einen erfreulichen Erfolg verbuchen konnten, empfinden verständlicherweise viele Betroffene Ihre Einmischung als Ausländer in die Schweizer Politik als total degoutant.

6. Als Abschluss erlaube ich mir, Ihnen meine „44 Fragen zum staatlich verordneten Fluglärm-Terror“ anzufügen, welche ich im Laufe der vergangenen 4 Jahre zusammengestellt habe, um auf die Illegalität der Flugschneise Süd und das Befinden der durch sie hart betroffenen Bewohner hinzuweisen. Es würde mich freuen, wenn Sie die Zeit aufbringen könnten, um diesen Gedanken kritisch nachzugehen. Ich erwarte nicht, dass Sie alle meine Fragen beantworten. Hingegen würde ich begrüssen, wenn Sie mir die Ihrer Meinung nach falschen Thesen widerlegen könnten.

Traurig aber wahr: Als Fluggast beschämt mich heute das Schweizerkreuz auf Ihren Flugzeugen.

Mit freundlichen Grüssen  Adrian Schoop

Beilage: „44 Fragen zum staatlich verordneten Fluglärm-Terror“Externer Link