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 Lärmtel. Flughafen ZH
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Leserbriefe zur Initiative (TA/Glattaler)
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Desinteresse des Bundesrats. Seit über vier Jahren leidet ein grosser Teil der Zürcher Bevölkerung unter dem Fluglärm der illegal eingeführten Süd- und Ostanflüge auf unseren Flughafen. Und dies nur deshalb, weil seitens unserer verantwortlichen Behörden, vor allem von Bundesrat Leuenberger, nichts Konkretes unternommen wird, um diesen Missstand zu beenden.  Seine Entourage von politisch und fachlich angeschlagenen Chefbeamten ist ebenfalls nicht geeignet, um hier positive Abhilfe zu schaffen. Unerhört ist Bundesrat Leuenbergers Desinteresse aber auch deshalb, da gerade er es war, der vor einigen Jahren als privater Anstösser am Zürichberg der Bauherrschaft einer benachbarten Grossüberbauung die Weisung erteilte, mit Rücksicht auf sein Ruhebedürfnis erst morgens um 7.30 Uhr mit lärmigen Bauarbeiten zu beginnen. Eine Verhöhnung der vom täglichen Fluglärm betroffenen 200'000 Einwohner unseres Kantons.
Die Plafonierungsinitiative hat eine gute Chance, angenommen zu werden, da mit der Übernahme der unter Leitung eines deutschen CEO stehenden nationalen Fluggesellschaft durch die deutsche Lufthansa und mit den gleichzeitig sturen Forderungen der deutschen Politiker gegenüber unserem Land und unserem Kanton ein Klima der Bevogtung entstanden ist, welches nicht goutiert wird. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass weite Kreise unserer Bevölkerung, auch im bürgerlichen und wirtschaftsfreundlichen Umfeld (zu welchem sich auch der Verfasser als ehemaliger FDP-Politiker zählt) der behördlich verfügten Misswirtschaft und Missachtung elementarer Grundsätze unseres Staates ein Ende setzen wollen. Die Plafonierungsinitiative ist das geeignete Instrument dazu, und ein doppeltes Ja zur Initiative mit Zustimmung zur Initiative bei der Stichfrage ist unabdingbar.
HEINRICH HOFACKER, GOCKHAUSEN

 Wachstum um jeden Preis. Schade, dass wir nicht über eine Plafonierung bei 320'000 Bewegungen abstimmen können. Dieser Kompromiss hätte im Volk wohl eine Mehrheit gefunden, und damit wäre das Thema endlich vom Tisch gewesen. Aber Regierung und Parlament blieben stur und klammern sich heute an einen ZFI, der schwer verständlich ist und nichts gegen den Lärm unternimmt, sondern nur die Frage regelt, wie viele arme Teufel wo belärmt werden dürfen. Es bleibt mir vorläufig nichts anderes übrig, als der Plafonierungs- Initiative zuzustimmen und damit ein Zeichen zu setzen. Ein Zeichen, das darauf hinweist, dass wirtschaftliches Wachstum, das die Lebensqualität bedroht, ein Blödsinn ist.
PAUL OERTLI, HOCHFELDEN

Andere Regelung eigentlich besser. Eigentlich geht mir die Beschränkung auf 250'000 Bewegungen zu weit und die Nachtruhe von 8 Stunden zu wenig weit. Der Gegenvorschlag mit der kruden Prämisse von weniger Lärm für wenige ist aber ganz sicher keine Alternative. Am liebsten wäre mir die Behörden-Initiative mit einer maximalen Anzahl von 320'000 Bewegungen mit variabler Anzahl von Sperrstunden, nämlich 8 Stunden von Montag bis Freitag fix ab 23 Uhr ohne Ausnahmen und bis 7 Uhr morgens, sowie von 9 Stunden am Wochenende bis 8 Uhr am Morgen. Da sich die lärmbelasteten Bürger aber nicht darauf verlassen können, gibt es nur eines, nämlich dem Regierungsrat einen Denkzettel zu verpassen, da er am Volk vorbeihandelt. Deshalb: Ja zu beiden Vorschlägen und bei der Stichfrage ein Ja zu der Initiative.
HORST ZBINDEN, WINTERTHUR

Qualitatives Wachstum. Sind 250'001 Flugbewegungen, eine zu viel oder sind es 99 999 zu wenig? Die Flughafenlobby plant eine Verdoppelung der Flugbewegungen. Der Bedarf im Kanton Zürich respektive der angrenzenden Kantone ist bereits mehr als gedeckt. Viel weiter geht das Einzugsgebiet nicht. Die Basler haben ihren eigen Flughafen, Bern ist abgedeckt, das Tessin orientiert sich nach Mailand und als Suisse romand will man von Zürich nur zur Not etwas wissen. Wie kommt demzufolge eine Verdoppelung der Flugbewegungen zu Stande? Ganz einfach, man ködert Umsteigepassagiere und speziell die Privatfliegerei. Wenn die Anzahl Flüge sich dann um die Zahl 325'000 bewegt, wird wieder der Ruf laut werden. Die Privatfliegerei müsse auf den Militärflughafen Dübendorf verschoben werden, sonst überlege man sich einen Wegzug von Zürich. Es ist das primäre Ziel der Unique, den Shareholder Value zu Gunsten der Investoren zu steigern; notfalls auch zu Lasten der Umwelt, der Bevölkerung oder gar der Belegschaft. Ein Ja zur Flughafeninitiative ist ein Ja zu einem qualitativen Wachstum.
EDITH BRÄNDLI, WATT Verein Ikarus-Erben

Arbeitsplätze. Wer wie ich am Flughafen seine Stelle gefunden hat, kann über die geradezu zynische Bedenkenlosigkeit der Plafonierungsanhänger nur den Kopf schütteln. Die schlimmen Auswirkungen einer Annahme der Initiative lassen sich abschätzen. Viele Interkontinentalverbindungen wären nicht mehr möglich. Nun bedeuten aber 100'000 Fluggäste rund 110 Arbeitsplätze am Flughafen. Der Passagierrückgang um über 5 Millionen nach dem Swissair-Konkurs kostete etwa 6000 Menschen die Stelle. Aus dieser Sicht kann ich nur auf ein Nein des Zürcher Stimmvolkes zur Initiative hoffen. Niemand weiss, wie lange der Aufschwung noch anhält. Eines Tages sind wir wieder froh um jeden Arbeitsplatz.
ALEXANDER STARE, OPFIKON


Kommentar VFSN:
Der Wahrheitsgehalt der Arbeitplatzlüge erhöht sich auch durch unablässiges Wiederholen nicht signifikant. Die Statsitiken haben diesen letzten, vermeintlichen Trumph der Plafonierungsgegner längst eindrücklich widerlegt:
Bild des Monats: Februar 2007
Flugbewegungen haben keinen Einfluss auf die Wirtschaft

Tages-Anzeiger, 05.11.2007Externer Link, Seite 21



Wunschkonzert der Piloten von landenden Flugzeugen
Wie lange gedenkt Skyguide noch, die nicht BfU-empfohlene Praxis weiterzuführen, dass Flugzeuge, die irgendwelche Schwierigkeiten oder zu wenig Kerosin getankt haben, im Flughafen mit Feuerwehr und alten Bereitschaftsdiensten empfangen werden, auf Wunsch des Piloten über Süden landen zu lassen, also über dicht besiedeltes Gebiet?
Es ist nicht auszumalen, welcher GAU passieren würde, wenn ein Flugzeug auf eine Gemeinde in der Endanflugphase abstürzte. Es war den Verantwortlichen der Unique nicht so sympathisch, dass der Verein Flugschneise Süd Nein (VFSN) den Ausdruck «Absturzkorridor» verwendete.
Aber statistisch gesehen stürzt durchschnittlich alle zehn Jahre eine Maschine im Landeanflug ab. Sollen wir noch weitere sechs Jahre warten, also das Schicksal herausfordern? Dies ist ein Grund mehr bei der Abstimmung über die Plafonierungsinitiative am 25. November zweimal «Ja» zu stimmen und bei der Stichfrage C Vorlage A (Volksinitiative) anzukreuzen.
Die Drohung, es würden Arbeitsplätze verloren gehen, ist ein Schreckgespenst. Es gibt heute etwas über 260'000 Flugbewegungen pro Jahr - Tendenz abnehmend. Bei einem guten Teil dieser Flugbewegungen handelt es sich um Executive-Jets mit einem bis sechs Passagieren.
Wenn Zürich als «Hub» gebraucht wird, hat die hiesige Wirtschaft wenig bis gar nichts davon. Sollte ein internationales Abkommen durchgesetzt werden - für das bereits Bestrebungen im Gange sind - wonach die Luftfahrt für die verursachte Umweltverschmutzung zur Kasse gebeten wird, werden Billigflüge nicht mehr möglich sein, und die Anzahl der Flugbewegungen wird weiterhin abnehmen.
Paul Petermann, Gockhausen

Lärmige Kundgebung für ein Ja zur Flughafen initiative
Jetzt geht es um die Wurst. Am 25. November können die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger darüber abstimmen, wie es mit dem Flughafen weitergehen soll und welche Entwicklung wir für Zürich und das Glatttal wollen.
Die Flughafenbetreiberin Unique möchte ein grenzenloses Wachstum des Flughafens, das die Lebensqualität in der ganzen Agglomeration Zürich beeinträchtigen würde.
Der Flughafen nicht nur als «Hub» zum Umsteigen für Linienflüge sondern auch als wichtiger Standort für Privatjets, die mit ein oder zwei Passagieren in der Welt herumfliegen und die Umwelt verpesten.
Die SP anerkennt die Bedeutung des Flughafens für Arbeitsplätze und für die wirtschaftliche Attraktivität Zürichs. Zürich und das Glatttal müssen aber auch zum Wohnen und Leben attraktiv bleiben. Deshalb setzen wir uns für eine vernünftige Flughafenpolitik ein und für eine nachhaltige Verkehrspolitik, die darauf abzielt, einen Teil der Flugpassagiere im europäischen Verkehr auf die Schiene zu bringen. Die neue TGV-Verbindung Zürich-Paris ist hier ein gutes Beispiel.
Die Flughafeninitiative will die Anzahl der Flugbewegungen auf dem heutigen Stand von 250'000 Flugbewegungen begrenzen und die Nachtruhe noch etwas ausweiten. Der Flughafen floriert heute bestens mit 250'000 Flugbewegungen und die Unique macht grosse Gewinne. Bei internationalen Vergleichen schneidet Zürich bezüglich Standortqualität als eine der besten Städte der Welt ab.
250000 Flugbewegungen sind deshalb genug. Die SP Dübendorf lädt alle ein zur Kundgebung «Viel Lärm gegen Fluglärm» mit Guggemusik und Suppe, auf Samstag, 10. November, um 10.10 Uhr beim City-Center in Dübendorf.
SP Dübendorf

Glattaler, 02.11.2007Externer Link