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Das Aviatik-Horrormärchen (Leserbriefe ZSZ)
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Endlich äussern sich auch Wirtschaftskreise zum gebetsmühlenartig repetierten Horrormärchen der Aviatiklobby. Da heisst es, dass die gesamte Wirtschaft der Schweiz zusammenbricht, zehntausende von Arbeitslosen unsere Strassen als Obdachlose bevölkern, dass wir nicht mehr in die Ferien fliegen können - und das alles, wenn in Zukunft auch nur ein einziger Flieger weniger in Kloten landen darf.  Die Unabhängigkeit von Wirtschaft und Flughafen wird jedoch von hochoffiziellen Statistiken von Unique selbst und auch dem Bund untermauert.
Von der Flughafenlobby und der entsprechenden Regierungsrätin im Verwaltungsrat von Unique werden jeweils jedoch nur gekaufte Studien kommuniziert, welche das Gegenteil behaupten wollen.
Urs R. Dumermuth, Männedorf


Taten zählen, nicht leere Worte
Jede Partei, jeder Politiker ist für das Volk da. Gerade beim Streit um die Südanflüge zeigt sich jedoch, dass nicht das Volk zählt, sondern der Profit für wenige. Wie kann nach vier Jahren, wie im Fall der Südanflüge, noch immer kein Gerichtsentscheid vorliegen? Und das bei mehr als 5000 Einsprachen.
Weshalb können 700 Deutsche etwas erreichen, was die Schweizer Politik nicht mal wagt, in den Mund zu nehmen? Sogar der Chef der Lufthansa, Herr Franz, sagt: ((Die deutsche Verordnung wäre mit keinem EU Land denkbar.» (Einseitige Beschränkung der Flugbewegungen von Seite Deutschlands). Wie kann die Flugindustrie massiv die Umwelt schädigen und keine Steuern zahlen, MwSt., Kerosinsteuer?
Mit unseriösen Grenzwerten behaupten, niemand werde gestört, und Entschädigungen nicht auszahlen? Wie kann Bern behaupten, dass wenn die Flughafeninitiative angenommen wird, diese nicht angewendet wird? Wer wundert sich, dass der Bürger den Politikern nicht mehr glaubt? Den Wahlen sogar fern bleibt. 'Jäten zählen, nicht leere Worte. Entscheide zu verschlampen, ist keine glaubwürdige Politik.
Kann ich nur noch kleine Parteien wie Grüne oder Grünliberale wählen, wenn ich lebenswert weiterleben will? Ist den grossen Parteien das Geld in den Kopf gestiegen?
Werner Fuchs, Wädenswil


Komfort ohne Stress und Verspätungen
Die Wirtschaft ist erwacht - welcome back on the earth! Aus der Vision «uneingeschränktes Wachstum am Flughafen» stehen nun namhafte Unternehmer und Professoren mit dem Wirtschaftskomitee Pro-Flughafen-Initiative ein.
Im Vordergrund stehen Qualität statt Quantität, Stopp der Fehlentwicklungen des Flughafens und seines Siedlungsumfeldes sowie Infrastrukturbauten wie Autobahnen oder Bahnanschlüsse ans europäische Hochgeschwindigkeitsnetz. In viereinhalb Stunden von Zürich in die Liebesstadt Paris per Schiene. Was für ein Erlebnis und was für ein Komfort ohne Stress und Verspätungen! Jeder Schienentourist sowie Geschäftsmann ist begeistert. Wollen wir nicht noch mehr solche Schienenverbindungen? Übrigens, auf einer Zugreise sieht und erlebt man einiges mehr als in der Luft in Richtung Ballermann!
Simonia-Sarada Le Guerrier, Ebmatingen


Komitee schadet der Wirtschaft
Hinter dem schön klingenden Titel «Wirtschaftskomitee Pro-Flughafen-Initiative» verbergen sich die Anhänger der Plafonierungs-Initiative. Man muss sich schon fragen, wie Leute aus der Wirtschaft dazu kommen, mit der Beschränkung auf jährlich 250'000 Flugbewegungen und einer ausgedehnten Nachtsperre den Flughafen Zürich Kloten als interkontinentales Drehkreuz schädigen zu wollen!
Vergessen wir nicht, dass der Flughafen jährlich über 13 Milliarden Franken zur Wertschöpfung unseres Landes beiträgt und 21'000 Menschen einen Arbeitsplatz bietet. Zur Bedeutung der Luftfracht: Bezogen auf das Gewicht erfolgen «nur» etwa 4 Prozent der Schweizer Exporte auf dem Luftweg. Wertmässig liegt dieser Anteil jedoch bei einem Drittel.
Der völlig untauglichen Plafonierungs-Initiative hat der Zürcher Kantonsrat einen guten Vorschlag gegenüber gestellt: Möglichst wenige Menschen sollen vom Fluglärm betroffen werden. Sind 320'000 Flugbewegungen erreicht (heute 270'000), kann das Zürcher Stimmvolk dann über die weitere Entwicklung befinden.
Hans-Peter Bolliger, Küsnacht, «Komitee weltoffenes Zürich»


Entwicklung nicht verschlafen
Wenn es nach dem Willen der Urheber der Plafonierungs-Initiative ginge, müsste sich der Flughafen Zürich von der zweiten in die dritte Liga abmelden. Schon heute rangiert Zürich auf dem 18. Platz der europäischen Flughäfen, hinter Destinationen wie Manchester, Dublin oder Palma de Mallorca.
Deshalb hat sogar Bundesrat Leuenberger bestätigt, dass eine Plafonierung den nationalen Interessen widerspricht, und der Bundesrat hat in seinem Bericht zur Luftfahrtpolitik festgehalten, dass es für den Standort Zürich als Wirtschaftsmotor der Schweiz einen Interkontinentalflughafen mit Drehkreuzfunktion braucht.
Eine vom Bund mitfinanzierte Untersuchung zeigt, dass die Luftfahrt in der Schweiz eine Wertschöpfung von gegen 25 Milliarden Franken jährlich bewirkt und 162'000 Arbeitsplätze sichert. Ein Wegfall der Hub-Funktion, wie sie die Plafonierungsanhänger anstreben, würde nachweislich zu einem Verlust von 34'000 Arbeitsplätzen im Grossraum Zürich führen. Zürich muss gewiss nicht mit den grössten Hubs in Europa mithalten, darf aber die weltweite Entwicklung auch nicht völlig verschlafen. Der Ausdruck der Bundesräte Kobelt und Celio gilt immer noch: «Ein Volk, das nicht fliegt, wird überflügelt!».
Dieter Neupert, Küsnacht Vizepräsident Aerosuisse (Dachverband der Schweizer Luft  und Raumfahrt)

ZSZ, 07.09.2007Externer Link


Kommentar VFSN
Jonglieren die Plafonierungsgegner (nachweislich?) willkürlich mit Zahlen? Was gilt denn jetzt: Eine Wertschöpfung von 25 Milliarden oder doch nur 13 Milliarden? Der Flughafen schafft 21'000 Arbeitsplätze, durch die Plafonierungsinitiative gingen, es ist nicht zu fassen, nachweislich(!) 34'000 Arbeitsplätze verloren? Nachweislich höhere Mathematik!
Hingegen kann durch Statistiken (Unique / Bundesamt für Statistik) nachgewiesen werden, dass seit dem Jahr 2000 der Linien- und Charterverkehr um 53'712 Bewegungen abgenommen hat, die Anzahl der Erwerbstätigen im Kanton Zürich aber um 100'000 gestiegen ist.

 


siehe auch:
Die DVO zwingt zur Plafonierung (Leserbriefe ZOL, 07.09.2007)
Zürich startet trotz Plafonierung durch (Leserbriefe TA, 18.09.2007)
Zahlensalat der Luftfahrtlobby (Leserbriefe ZSZ, 19.09.2007)
Alte Unwahrheiten in neuer Verpackung (Leserbriefe ZOL, 20.09.2007)