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Welche Beschränkungen für den Flughafen Zürich? (Lesebriefe NZZ)
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Man mag für oder gegen eine mehr oder weniger radikale Plafonierung der Flugbewegungen sein. Aus dem ganzen Blumenstrauss von Gegenvorschlägen ist nun aber auf Druck der Flughafen-Lobby der schlechteste gewählt worden. Schlecht deshalb, weil er auf dem untauglichen Zürcher Fluglärm-Index von Rita Fuhrer basiert. Viel schlimmer noch ist aber im Hinblick auf die zukünftige Volksvertretung der Fluglärm-Betroffenen im Kantons- und Regierungsrat die Tatsache, dass der nun vorliegende Gegenvorschlag nur zustande kam, weil sich die Volksvertreter von FDP und SVP wie Marionetten der Meinung der Parteizentrale unterworfen haben. Anstatt ihre Wähler aus den betroffenen Bezirken sachpolitisch zu vertreten, haben sie sich an die kurze parteipolitische Leine nehmen lassen. Diese Dressur ist offensichtlich gelungen. Im Hinblick auf die Wahlen jedoch müssen sich gerade traditionell bürgerliche (FDP/SVP-)Wähler wohl fragen, ob sie weiterhin solche Befehlsempfänger im Kantonsrat haben wollen oder eigenständig denkende, die Interessen ihrer Wähler vertretende Politiker.
Urs R. Dumermuth (Männedorf)

Wer wie die SVP und die FDP die These vertritt, man müsse bezüglich Fluglärmbelastung bei der Lärmmenge und nicht bei den Bewegungen ansetzen, beweist eigentlich nur, dass er sich mit Fluglärm nicht wirklich auseinandergesetzt hat oder dass er als Politiker seine Parteiwinkelzüge pflegt. Fakt ist, dass es dem Fluglärm-Betroffenen völlig egal ist, ob er am Morgen um sechs Uhr von einem Flugzeug mit Lautstärke 85 oder 75 Dezibel aus dem Schlaf gerissen wird. Hätte er aber diese Flugbewegung nicht über seinem Haus, würde er nicht aufwachen. Und das zählt als Einziges. Somit streuen Politiker, die einen ZFI auf der indirekten Basis von Lärmmengen-Begrenzung unterstützen, den Wählern Sand in die Augen. Das Einzige, was uns wieder besser schlafen lässt, sind begrenzte Flugbewegungen, eine erweiterte Nachtruhe und nicht- oder abgewählte bürgerliche Politiker.
Thomas Koch (Winterberg)

Ökologisches Denken und Handeln schliesst entgegen der allgemeinen Annahme eine blühende Wirtschaft nicht aus. Ganz im Gegenteil. Es zwingt sogar zur Innovation und bringt damit nachhaltige Arbeitsplätze. Das kann man von der Luftfahrtindustrie jedoch nicht sagen. Da werden Geschäftsstrategien geändert und innert Monatsfrist Arbeitsplätze von einem Ort an den anderen verlagert. Ein sprechendes Beispiel sind die Ausbaupläne von Air Berlin Zürich. Der Flughafen Zürich verkommt zur Ballermann-Drehscheibe der Deutschen. Es reicht noch nicht, dass Deutschland den Fluglärm über dem am dichtest besiedelten Gebiet der Schweiz erzwingt, nein, nun kommen die deutschen Fluggesellschaften direkt in die Schweiz, um uns mit einem Drehkreuz in Zürich zu bodigen. Den Schaden trägt die Schweizer Bevölkerung, welche rund um den Flughafen lebt und von der bürgerlich dominierten Zürcher Regierung im Stich gelassen wird. Die modernen Goldgräber der Luftfahrtindustrie sind zu allem bereit, wenn es um die Maximierung ihres Profits geht. Solange sie für den angerichteten Schaden nicht aufkommen müssen, ändert sich an ihrem Verhalten gar nichts. Der Bürger muss diesem Verhalten bei den kantonalen Wahlen Einhalt gebieten.
Waltraud Borsodi (Egg)

NZZ, 13.04.2007Externer Link