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Das Papier nicht wert (Leserbriefe TA)
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Keine engen Fesseln für den Flughafen, TA vom 06.02.2007, Flughafen bereitet Parteien Kopfzerbrechen, TA vom 07.02.2007

Das Papier nicht wert. Die Abstimmung im Kantonsrat am vergangenen Montag zeigte einmal mehr, was den SVP- und FDP-Politikern wichtig ist – die Partei und die Fraktion. Mensch, Arbeitsplätze und Umwelt dienen bestenfalls als Alibi.

Was diese Politikergilde der Flughafeninitiative entgegenstellt, ist das Papier nicht wert, auf das es geschrieben wurde! Erst wenn 320000 Flugbewegungen erreicht sind, befindet der Kantonsrat, ob überhaupt etwas zu machen sei. Die enthaltene Referendumsmöglichkeit kann getrost vergessen werden, das ist ein billiges Beruhigungsmittel für die Bevölkerung. Das untaugliche Gummimessband ZFI von Frau Fuhrer, das von der SVP unter gnädiger Mithilfe des politischen Seitenwagens FDP durchgewürgt wurde, ist reine Augenwischerei und Volksverdummung. Sollte je die Zahl von 47000 stark betroffenen Personen erreicht werden – wenn das jemand mit dieser Vernebelungsformel kontrollieren kann –, werden sicher die Pläne so geändert, dass die Zahl wieder unter die kritische Grenze fällt.
URS DIETSCHI, WEISSLINGEN

 

Regierung ohne Sozialkompetenz. Für die fluglärmbetroffene Bevölkerung ist der Entscheid ZFIplus des Kantonsrates eine herbe Enttäuschung. Die Alternative zur 250000er-Beschränkungsinitiative ist eine Seifenblase, substanzlos, unverbindlich, nicht fassbar – ein kompliziertes Zählwerk mit der vagen Zusicherung eines demokratischen Mitspracherechts.
Wie mit der Demokratie umgegangen wird, erleben wir gerade jetzt, und mir fehlt jedes Vertrauen, dass dies beim Erreichen der 320000er-Grenze anders sein wird. Der zynisch als Lärmbegrenzung titulierte ZFIplus suggeriert der nicht betroffenen Bevölkerung eine Scheinsicherheit und ignoriert das eigentliche Problem der zunehmenden Fluglärmbelastung von rund 50000 Einwohnern. Für diese besteht nur die Hoffnung einer Umverteilung des Lärms. Der Streit rund um den Flughafen wird deshalb unvermindert weitergehen. Die Regierung spekuliert natürlich darauf, dass der suggerierte Schutz der Bevölkerungsmehrheit verfängt und die betroffene Minderheit «demokratisch» platt gemacht wird. Aber auch damit wird das Fluglärmproblem nicht gelöst, sondern nur Wut und Verzweiflung produziert.
Der Reifegrad einer Demokratie misst sich daran, wie sie mit Minderheiten umgeht.
Nach dem ZFIplus Entscheid hege ich ernsthafte Zweifel an der Sozialkompetenz der Zürcher Regierung.
ULRICH WYDLER, NÜRENSDORF
 


Eine Ohrfeige für Hunderttausende. Es ist zynisch, wenn Zürcher Politiker nach wie vor eine Nichtplafonierung der Flugbewegungen vertreten. Dies heisst für die geplagte Bevölkerung, dass sie nicht nur die momentane unerträgliche Lärmbelastung weiter ertragen, sondern dass sie in Zukunft noch viel mehr Flugzeuge über ihren Köpfen erdulden muss. Eine saftige Ohrfeige für Hunderttausende.
Mit dem Schlagwort Arbeitsplätze, kann man heute alles rechtfertigen. Kyoto Protokoll und alle anderen Umweltbestrebungen sind ein Witz. Wir wachsen und wursteln weiter bis zum bitteren Ende.
Der Mensch lernt nichts dazu.
ERHARD PÜNTENER, EGGENWIL

 

Die Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt nimmt Stellung, doch ihre Stimme geht in dem hohen Lärmpegel fast unter. Ein eingeladener Initiant der Plafonierungsinitiative, Stefan Wey, darf sich zehn Minuten zur Initiative äussern. Zum Glück spricht er laut und in jeder Hinsicht auch deutlich. Auf der überfüllten Zuhörer-Tribüne sind die Lautsprecher ausgeschaltet. Während die Redner sprechen, herrscht im Saal ein auf und ab, hallo da und hallo dort. Die Meinungen sind anscheinend schon gefasst. Jetzt wird die Diskussion eröffnet. Diskussion Ganz schnell während fünf bewilligten Minuten werden teilweise lange, notierte Stellungnahmen vorgetragen beziehungsweise heruntergerasselt. In der Pause stehle ich mich enttäuscht davon. Ich hatte eine interessante, heftige, kreative sowie zündende Debatte betreffend Weiterentwicklung des Flughafens Zürich erhofft. – Wie haben es wohl die vielen Schülerinnen und Schüler auf der Tribüne empfunden Vermutlich auch nicht besonders spannend. Heute jedenfalls möchte ich als betroffene Bürgerin nicht wählen müssen!
MONIKA STUTZ, ZUMIKON

Tages-Anzeiger, 08.12.2007

 

Leserbrief direkt an den VFSN:

Wart Ihr Bürgerlichen im Kantonsparlament Euch wohl bewusst, welche Konsequenzen Eure heutige Entscheidung in der Flughafenfrage bei uns Wählerinnen und Wählern künftig auslösen wird.
Anlässlich der nächsten Parlamentswahlen werden wir uns wieder an Eure unbedachten Entscheide erinnern.
Unbedacht deshalb, weil Ihr heute Gelegenheit gehabt hättet, die menschliche Überheblichkeit zu beeinflussen oder sogar in eine andere Richtung zu lenken.
Ihr versteht Euch doch als die politische Klasse, welche bereit war und ist (?) Verantwortung zu übernehmen für unsere, aber vor allem für die Zukunft unserer Kinder.
Oder gehört diese Verantwortung etwa nicht zu Eurem politischen Credo?
Werner Moser, Fällanden



«Gute Ideen» von Nichtbetroffenen

Zum Leserbrief «Erbsenzählen führt nicht weit», Ausgabe AVU vom 13. Februar

Wie kommt es, dass lustige Ideen, wie der ZFI, immer in von Fluglärm verschonten Gebieten, wie der ruhigen Goldküste (Urs Theiler, Herrliberg) oder Auslikon (Rita Fuhrer), ausgeheckt oder angepriesen werden?
Die mathematische Formel zum ZFI darf wegen der undokumentierten Variabeln gemäss Empa oder Kantonsrat Thomas Maier niemand verstehen. Frau Fuhrer verbietet das. Lediglich die maximale Anzahl der stark belärmten Personen wurde veröffentlicht: 47000. Dabei sollen die Verzweifelten aus der 6.03-Uhr-Tagwache-Anflugschneise von Schwamendingen, Gockhausen, Pfaffhausen usw. nicht dazugehören, da zu wenig (!) belärmt. Folglich kann dank ZFI durch ausgeklügeltes Verteilen der zukünftigen Flugrouten über das ganze Kantonsgebiet das unbegrenzte Wachstum des Flughafens, des Lärms und Drecks für das Ballermann-Hub-offene Zürich (Air Berlin) angepeilt werden. Ausgenommen Auslikon und Herrliberg...
Der ZFI hat Grenzwertcharakter wie bei Ozon und Feinstaub. Was das heisst, haben wir im letzten Winter gesehen, als im Rat erst nach der fünffachen Überschreitung des Grenzwertes darüber diskutiert wurde.
Die Idee des ZFI stammt übrigens aus München (MFI) und wird dort seit einigen Jahren beim neueren Zweitflughafen angewandt. Allerdings wurde dieser dank politischer Weitsicht ganze 24 Kilometer von der Stadtgrenze entfernt als Hub gebaut. Im Vergleich dazu: Der Zürcher Flughafen ist nur läppische zwei Kilometer von der Stadtgrenze entfernt! Der MFI hat soeben trotz massivem Protest der Lokalbevölkerung ein Update erfahren: Die verbriefte Nachtflugsperre wurde gänzlich aufgehoben. Wenn der ZFI auch das noch dem MFI nachmacht -..
Primus Schäppi, Pfaffhausen


siehe auch:
An- und Abflüge in nicht beschränken (NZZ)
So hat der Kantonsrat abgestimmt (VFSN)
Ein Feigenblatt für die Flughafenturbos (VFSN)
Deutscher Ferien-Hub am Flughafen Kloten (VFSN)
Trotz Einigkeit über Wachstumsgrenzen Chance verpasst (Initiativkomitee)
«Schlag ins Gesicht der Gemeinden» (ZOL)
Kantonsrat gegen feste Begrenzung der Flugbewegungen (NZZ)
Flughafen: Dilemma nach Entscheid (TA)
Flugbewegungen haben keinen Einfluss auf die Wirtschaft (VFSN)