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Nicht nur Lärm! (Leserbriefe NZZ/ZOL)
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Flughafeninitiative schränkt nicht ein

«Gegen jede Beschränkung», Ausgabe vom 9. Januar

Die Aussage von Flughafenchef Josef Felder ist typisch für die Denkweise der Fluglobby. «(Flughafen)-Wachstum ist nicht gratis zu haben.» Der Preis dafür zahlt in ausschliesslich die Bevölkerung!

Josef Felder hat sich von seinem Bonus ein kleines Schloss an ruhiger Lage in Oetlishausen TG gekauft. Dabei belärmt er auf seinem Arbeitsweg seine Fluglärmopfer erneut. So einfach ist das.

Entgegen den Aussagen von Economiesuisse muss auch bei Annahme der Flughafeninitiative kein einziger Flug gestrichen werden. Von den 267000 Flugbewegungen im Jahr 2005 entfielen nur 230 000 auf den Linien- und Charterverkehr. Nur sie sind für die Wirtschaft und den Tourismus von Bedeutung.

Die von der Flughafeninitiative geforderte Beschränkung auf 250000 ist damit noch nicht erreicht. 2006 wird die Gesamtzahl aller Flüge, inklusive der General Aviation mit durchschnittlich 1,2(!) Passagieren pro Flug, knapp 250000 betragen. Auch von den darin enthaltenen 26000 Interkontinentalflugbewegungen muss keiner gestrichen werden. Es gibt also noch Wachstumspotenzial.

Economiesuisse verschweigt, dass 88000 Flugbewegungen von und zu Destinationen erfolgen, die weniger als 500 km von Zürich entfernt sind. Viele davon werden durch die kommenden Hochgeschwindigkeitszüge ersetzt, Die Flughafeninitiative behindert weder die Schweizer Wirtschaft noch deren Wachstum, aber sie schützt die Lebensqualität in der Grossregion Zürich. Alle von der Wirtschaft benötigten Flugverbindungen und auch ein qualitatives Wachstum sind mit der Flughafeninitiative weiterhin möglich.

Felix Jaccaz, Weisslingen

12.01.2007, AVUExterner Link

 

Wachstum ist nicht gratis

Der Zürcher Flughafendirektor Josef Felder hat Recht. Wer wachsen will, soll dafür etwas tun. Er muss sich mit den vom Wachstum Betroffenen ins Einvernehmen setzen oder, wenn nichts anderes geht, sie entschädigen. Sonst riskiert er tatsächlich, dass ihm die Flügel gestutzt werden.
Ueli Schäfer, Binz

11.01.2007, AVUExterner Link


Die SIL-Varianten für den künftigen Betrieb am Flughafen Zürich (NZZ 09.12.06) verkennen die zentrale Frage. Wir müssen nicht zwischen Flugverkehrs-Varianten A, B oder S wählen, sondern zwischen mehr Leben oder mehr Lärm und Dreck. Wenn wir den dauernden Lärmteppich und eine völlig verdreckte Luft vermeiden wollen, führt kein Weg an einer Begrenzung der Bewegungszahlen vorbei. Schlecht sind Begrenzungen nicht, sie sind der Nährboden für kreative Lösungen. Darum sind nicht Pisten-Spielereien gefragt, sondern Ideen für eine Verkehrsverlagerung auf schnelle Schienen, Swiss-Metro und intelligente Kombinationen.
Laurenz Hüsler (Egg)
 

Unsere Gesellschaftsordnung hat gegen einseitig orientierte Sonderwünsche Einzelner oder Gruppen zulasten der Gesamtbevölkerung Schutzwälle wie beispielsweise das Obligationenrecht, das Zivilgesetzbuch oder das Strafgesetzbuch errichtet. Täglich erreichen uns aus China Horrormeldungen über vergiftetes Wasser, kontaminierte Lebensmittel und katastrophal verschmutzte Luft. China ist ein bedürfnis- und nachfrageorientiertes Land. Eine Nachfrage-Orientierung des Flughafens Zürich zur Basis eines grossen Lebensraumes zu machen, ist eine einseitige, unmoralische Entwicklung zulasten der Bevölkerung, ist ethisch verwerflich und muss politisch korrigiert werden.
Dolf Lötscher (Lindau)

08.01.2006, NZZExterner Link 
 



Vom Rechtsstaat Schweiz betrogen

In der Neujahrsrede sprach Frau Bundespräsidenton Micheline Calmy-Rey unter anderem von Umweltschutz (Ihr Zitat: «Wir haben schon viel Zeit verloren.»)! Ich zitiere weiter aus der Presse; «Die anstehenden Probleme seien nicht gegen, sondern mit dem Staat zu lösen, mit einem starken, respektierten und solidarischen Staat, mit einem Staat, der für die Bevölkerung da ist und nicht umgekehrt».

Fakt ist: Mit jedem Südanflug fliegt das Flugzeug 70 Kilometer mehr als dies mit dem Gekröpften Nordanflug (GNA) über wenig besiedeltes Gebiet der Fall ist! Was heisst das nun genau? Ein Passagierflugzeug verbrennt auf einer Distanz von 100 Kilometern bis zu 1250 Liter Kerosin (!!!). Das entspricht dem Treibstoffverbrauch von etwa 35 Lastwagen. Im Südanflug fliegen pro Stunde bis zu 25 Flugzeuge über das dichtest besiedelte Gebiet der Schweiz. 25 Flugzeuge und jedes einzelne davon verbrennt so viel Treibstoff wie 35 Lastwagen.

Aufgerechnet ist das beim Südanflug pro Stunde gleich viel Treibstoff, wie eine Karawane von 875 Lastwagen verbrauchen würde. Ich finde das wahnsinnig und respektlos gegenüber der Umwelt und der Bevölkerung!!! Nach Angaben der Zürcher Baudirektion entstehen dabei allein im An- und Abflug-Zyklus auf den Zürcher Flughafen (unter 900 Metern) pro Jahr mindestens 9 Tonnen krebserregender Feinstaub. Tausende Menschen sind gesundheitlich bedroht. Zudem: Die Gebiete im Süden des Flughafens Zürich dürfen nach geltendem Recht gar nicht überflogen werden! Ist das rechtsstaatlich Frau Bundesratspräsidentin? Südanflüge wurden über unseren Köpfen per «Notrecht» (das gibt es eigentlich nur im Krisenfall) eingeführt und haben viel mehr mit unersättlicher Gewinn- und Kapazitätssteigerung, als mit irgendwelchen deutschen Verordnungen zu tun!

Ja, wir brauchen einen Flughafen - aber EINEN, welcher mit Vernunft betrieben wird! Was bringen uns und den Flughafengeschäften die Umsteigepassagiere? Mir wird es Übel, wenn man aufgrund einer Pseudo-Untersuchung in 20 Jahren von 450'000 Flugbewegungen pro Jahr am Zürcher Flughafen prognostiziert. Ich möchte in Erinnerung rufen, dass die Politik im Jahre 1995 bei der Flughafen-Abstimmung mit 250'000 Flugbewegungen pro Jahr hausierte und die Werbetrommel schlug. Anscheinend soll der Flughafen bei dieser Anzahl rentieren! Wir, in der Südschneise wohnend, warten seit drei Jahren und zwei Monaten dringend auf eine Entscheidung, was man den Betroffenen nach Kenntnisnahme der obigen Erkenntnisse nicht verübeln kann! Wielange noch soll die Bevölkerung im dichtest besiedelten Gebiet der Schweiz diesem enormen gesundheitlichen und die Sicherheit gefährdenden Risiko ausgesetzt werden?

Wir fühlen uns vom Rechtsstaat Schweiz betrogen und enteignet. Jegliches Vertrauen ist verschwunden! Wie sollen wir in dieser Situation mit dem Bundesrat am gleichen Strick ziehen? Solange gültige Gesetze mit Händen und Füssen getreten werden, werden wir uns selber - soweit möglich - wehren und gegen dieses Unrecht ankämpfen. Das Problem kann durch die Schweiz selbst gelöst werden und braucht keine Mediation oder Arbeitsgruppe mit deutschen Vertretern! Dies ist Fakt aus dem jüngsten deutschen Gerichtsentscheid.
André Eigenmann, Ebmatingen

08.01.2007, ZOLExterner Link