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Eine solche Pirouette ist eine Lüge (Leserbriefe ZSZ)
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Zwei Leserbriefe zum Artikel "Ich muss den Erwartungsdruck bremsen" (Zürcher Landzeitung / ZOL vom 03.10.2006)

Eine solche Pirouette ist eine Lüge
Auch wenn der späte Zeitpunkt der Einführung des Gekröpften Nordanflugs störend ist, weil zu spät: Dass auch Bundespräsident Moritz Leuenberger sich jetzt klar für diese Entlastungsroute für die widerrechtlich geplagte Südbevölkerung ausspricht, wäre eigentlich erfreulich.
Was stört, ist die Tatsache, dass man ihn glatt der Lüge bezichtigen und überführen müsste, wäre er nicht der Bundespräsident. Wie kann ein ernsthafter Politiker sagen, der SIL-Prozess sei im Zeitplan, wenn er gleichzeitig bekannt gibt, dass die Veröffentlichung der SIL An- und -Abflugvarianten auf den Flughafen Zürich sich vom Herbst auf Ende Jahr verzögere?
Noch schlimmer kommt es in der Verteilungsthematik. Moritz Leuenberger erklärte über Jahre regelmässig, er sei der Meinung, dass diejenigen, welche vom Flughafen profitierten, in gleichen Teilen auch dessen Nachteile in Kauf nehmen müssten und daher Südanflüge durchaus legitim seien. Im aktuellen Interview erklärt er jedoch wortwörtlich, der Fall sei klar. Zitat Leuenberger: «Der Fluglärm sollte kanalisiert werden, und zwar nach Norden. Das sage ich seit Jahren.» Eine solche politische Pirouette ist eine schlimme, schlimme Lüge.
Stephan Oehen, Zollikon/Forch

 

Der Flughafen spielt auf Zeit
Am 8. April 2003 leitet Unique mit ihrem Gesuch für Südanflüge bewusst die wohl folgenschwerste Gesetzesübertretung des Schweizerischen Bundesstaates ein. Unter dem massiven Druck aus Kloten lässt sich Bern dazu bewegen, demokratische Institutionen wie Raumplanungs- und Umweltschutzgesetz, das Eigentumsrecht und die Mitbestimmung per Notrecht ausser Kraft zu setzen. Ab 30. Oktober 2003 sind Südanflüge Tatsache.
Am 31. Dezember 2004 reicht Unique unter dem Druck des öffentlichen Widerstandes beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) das such für den gekröpften Nordanflug (GNA) ein, mehr pro forma, wie sich nachträglich immer klarer abzeichnet. «Das erste Gesuch war von vornherein nicht bewilligungsfähig. Unique wusste das auch zum Voraus», erklärte Bundespräsident Leuenberger im Interview mit dieser Zeitung.
Das Gesuch liegt jetzt noch, fast zwei Jahre nach der Einreichung, zur Sicherheitsüberprüfung bei Unique. Der Flughafen hat mit den Süd- und zusätzlichen Ostanflügen bekommen, was er wollte. Eile für Änderungen ist deshalb nicht angezeigt, im Gegenteil: Die für 2008 angekündigte Abstimmung über die Flughafen-Initiative bedarf dringend eines taktischen Schachzuges. Ideal wäre da ein GNA-Zückerchen für die Bevölkerung kurz vor dem Abstimmungstermin, in der Hoffnung, die vielen Befürworter einer Nachtruhe, die diesen Namen auch verdient, und einer Plafonierung könnten damit umgestimmt werden. Dabei ist jedem klar, dass ohne einen Bewegungsrahmen für den Flughafen ein unkontrolliertes Wachstum langfristig aus Kapazitätsgründen zwingend mehr Süd- und Ostanflüge verlangen wird. Das Stimmvolk wird sich aber durch diese Verzögerungstaktik nicht von möglichen kurzfristigen Versprechungen irritieren lassen.
Jean-Pierre Schiltknecht, Zollikerberg

ZSZ, 11.10.2006Externer Link