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ZFI: Bürger profitieren nicht vom technischen Fortschritt
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Der Osten lehnt den Fluglärm - Index ab, weil die lärmgestörte Bevölkerung dadurch  vom technischen Fortschritt nicht profitieren würde. Dies ist richtig, muss aber erklärt werden.

Zur Begrenzung des Fluglärms postuliert die Flughafeninitiative einen Bewegungskontingent von 250'000 jährlichen Flugbewegungen.

Dasselbe tut die Behördeninitiative von 69 Gemeinden und der Stadt Zürich: 320'000 Bewegungen sind für den Standort Zürich und die schweizerische Volkswirtschaft "unschädlich" und tragbar!

Der technische Fortschritt geht insbesondere auch im Flugzeugbau einher mit einer Lärmminderung. Bereits zwischen 1960 und 1985 wurde mit den Mantelstromtiebwerken eine dramatische Verbesserung der Lärmsituation erreicht.

Insbesondere mit neuen Werkstoffen und dank Computertechnik ausgeklügeltem Design lässt sich eine erhebliche Reduktion des Treibstoffverbrauchs erreichen, wie auch eine Lärmreduktion, wenn letzteres auch nur als ein Nebenprodukt des ersteren erscheint: effizientere Flugzeuge sind auch leiser, oder, anders ausgedrückt: Lärm ist immer auch auf eine suboptimale Energieverwertung zurückzuführen.

Dieser technische Fortschritt ist in vollem Gange. Die Flugzeuge werden also leiser.

Die durchschnittliche Lebensdauer eines Flugzeuges liegt bei 30 Jahren. In den nächsten 15 Jahren werden vor allem besonders lärmige Flugzeugtypen alterbedingt ausgemustert und durch neueres, leiseres Fluggerät ersetzt.

Wer soll von diesem technischen Fortschritt profitieren?

Bei einer Plafonierung der Flugbewegungen profitieren insbesondere auch die Anwohner. Bei gleich bleibender Bewegungszahl nimmt die Summe der Lärmbelastung ab. Die Situation verbessert sich somit für die Bürger.

Dem ist nicht so, bei einem Lärmkorsett wie es Frau Fuhrer vorschlägt: die mit dem technischen Fortschritt einhergehende Lärmminderung kann bis zu einem bestimmten Mass in Mehrverkehr umgesetzt werden, ohne dass das Lärmkorsett angepasst werden müsste. Wird die Schallintensität halbiert, sinkt der Schallpegel um 3 DB. Das bedeutet, dass ein Rückgang des durchschnittlichen Einzelschallpegels um 3 dB, wie er in den nächsten 15 Jahren durch die Ausmusterung der alten Flugzeuge zu erwarten ist, zu eine Verdoppelung der zulässigen Verkehrsmenge führt.

Man sieht es: es geht auch hier um eine einfache Frage:
wer profitiert letztlich vom technischen Fortschritt:

- die lärmgeplagten Bürger
oder
- der Flughafen?

Frau Fuhrer, in ihrer Doppelfunktion als Regierungsrätin und  Verwaltungsratsmitglied des Flughafens, gibt dem Interesse des Flughafens den Vorzug vor demjenigen der lärmterrorisierten Bevölkerung.
 
Reto Agustoni
Gockhausen